Anthropologie

 

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29. November 2009

Frau Julia S. schrieb: Hallo Herr Hiebl,

nachdem ich schon öfter auf der Suche nach Informationen auf dem Gebiet der Anthropologie auf Ihrer Seite gelandet bin und ich auf dieser bis jetzt immer die passenden Informationen gefunden habe, möchte ich mich nun an Sie persönlich wenden.
ich besuche im Moment die 13. und somit für mich letzte Klasse und schreibe in Biologie eine Facharbeit. Dabei soll ich auf die genetische Variabilität der europäischen Bevölkerung eingehen und anhand von ausgewählten Merkmalen Unterschiede aufführen, d.h. im Klartext, ich soll z.B. das Auftreten der unterschiedlichen Körpergröße, Schädelform, Augenfarbe usw. durch verschiedene Basenkombinationen erklären und weiter auf die geographische Verteilung der unterschiedlichen Merkmale eingehen.

Bis jetzt habe ich aber nur Bücher gefunden, die die phänotypischen Unterschiede der Menschen beschreiben, nicht aber, welche Ursachen dafür in den Genen vorliegen. Ich dachte Stoff dazu und Verweise auf Bücher mit dafür relevantem Inhalt würde ich im Internet finden unter Suchbegriffen wie «Populationsgenetik», «Anthropologie» und dergleichen, bis jetzt habe ich aber trotz langwierigem Recherchieren nichts gefunden, ebensowenig wie in kleineren und größeren Bibliotheken.

Jetzt meine Frage/mein Anliegen: Kennen Sie sich vielleicht mit den genetischen Zusammenhängen der äußeren Erscheinung aus und können mir weiterhelfen? Oder suche ich unter einem falschen/zu ungenauen Begriff? (Populationsgenetik hat ja sicher wiederum mehrere Teilgebiete) oder gibt es andere Stellen, an die ich mich da wenden sollte, z.B. Universitäten? Helfen die auch Schülern?

Ich hoffe auf Ihre Antwort, ich steh momentan echt auf dem Schlauch.

Mit freundlichen Grüßen

Julia S.

Antwort: Hallo Frau S.,

das Recherchieren kann ich Ihnen natürlich nicht abnehmen, aber ich kann Ihnen schon einmal eine Literaturempfehlung aussprechen, in der Sie vieles finden können.

 

Das Fischer Lexikon

Titel: Anthropologie

Herausgeber:

Gerhard Heberer

Gottfried Kurth

Ilse Schwidetzky-Roesing

1959

 

Ein gutes altes Stück deutsche Restanthropologie, aber wahrscheinlich nicht mehr auf dem neusten Stand! Man findet zu diesem Thema in der Tat nicht besonders viel, und das hat auch seinen ganz speziellen Grund. Wegen des Rassenwahns der Deutschen, der Ideologie einer arischen Rasse und der damit verbundenen Judenverfolgung während der Nazizeit hat die Beschäftigung mit diesem Thema einen etwas schalen Beigeschmack bekommen und ist in Teilen der Bevölkerung sogar verpönt, was andere Länder natürlich nicht davon abhält, auf diesem Gebiet intensiv zu forschen. Man muß allerdings unterscheiden zwischen Weltanschauung, Fanatismus und objektiver Forschung. In einem freien Land sollte letztere möglich sein. Natürlich gerät man schnell in Konflikte, wenn man zu Werturteilen greift, wobei bereits die Unterscheidung zwischen groß und klein ein solches sein kann. Aber Menschen sind nun einmal voller Komplexe und bilden sich irgendwelche Minderwertigkeiten ein. Demzufolge handelt man sich schnell den Vorwurf des Rassismus ein. Ich finde Ihre Wahl, sich für ein solches Thema zu entscheiden, übrigens sehr mutig und wünsche Ihnen, daß Sie damit ohne persönlich angegriffen zu werden durchkommen.

 

Anthropologie ist auf deutschen Webseiten eine Marktnische, man kann im Internet nicht wirklich viel dazu finden, was mich letztlich auch bewogen hat, etwas einzustellen, was man nicht in Wikipedia nachlesen kann, halb basierend auf Ergebnissen anderer, vielfach auf eigenen. Ich bitte Sie daher, Inhalte nicht ungeprüft einfach von mir zu übernehmen, sondern mit Literaturreferenzen zu versehen. Ich weiß, daß im Text noch einige kleinere, nichtausgebesserte  Widersprüche und Ungereimtheiten lauern, aber mir fehlt einfach die Zeit, um wöchentlich alles zu überarbeiten, insofern bin ich auch für Hinweise dankbar.

 

Viele Gene, z.B. das für die Haut- und Haarfarbe oder -form und auch für die Körpergröße, sind noch gar nicht bestimmt, auch bezüglich der Augenfarbe wird noch herumgerätselt, und Blutgruppensysteme sind nur bedingt aussagekräftig. Gut lassen sich die Europäer anhand ihrer fehlenden Laktoseintoleranz klassifizieren. Das einzige, was derzeit Sinn machen könnte, wäre also die Haplogruppenzuweisung. Der folgende Link wird Ihnen sicher weiterhelfen:

 

http://www.scs.uiuc.edu/~mcdonald/WorldHaplogroupsMaps.pdf

Dort finden Sie die entsprechenden Verteilungen für Europäer. Sie können auch bei IGENEA nachfragen, die geben Ihnen immer kostenlos und freundlich Auskunft. Ich habe dort zum Zwecke der Ahnenforschung kürzlich meine Haplogruppen bestimmen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Hiebl

 


14. September 2009

Herr René K. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

seit längerer Zeit ist mir Ihr Internetauftritt zum Thema Anthropologie bekannt. Ich finde, diese Seite ist Ihnen sehr gut gelungen, und es schön zu sehen, daß es Menschen gibt, die sich auch den schwierigeren Themen zu stellen bereit sind.

Die Thematik rund um den Rhesus-Negativ Faktor finde ich sehr reizend, ich denke, dort gibt es noch vieles herauszufinden.

Der Grund für meine Email zielt auf die Frage hin, ob Sie ggf. am Ankauf einiger anthropologischen Exponate interessiert sind. Ein Bekannter meinerseits veräußert aktuell einen Teil seiner anthropologischen Sammlung mit Objekten aus vielerlei Ländern (diese wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von seinen Vorfahren ins Leben gerufen).

Vielen Dank und viele Grüße

René K.

Antwort: Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihr Kompliment. Ich verstehe sehr gut, was Sie sagen wollen. Wer heute als Deutscher bestimmte Themen in den Mund nimmt, gilt schon als verdächtig. Welch ein Glück, daß ich geistig unabhängig und durch meine Vorfahren nicht belastet bin. Seit einiger Zeit interessiere ich mich für Genetik und die Frage nach der Herkunft des Menschen. Nur wer versteht, wie der Mensch entstanden ist, versteht auch, wo er hinführt.

Es wäre sicherlich eine gute Idee, mein Arbeitszimmer mit einem Neandertalerschädel zu schmücken, nur glaube ich ganz einfach, daß jedes einzelne dieser Exponate eine nicht unerhebliche Summe kosten dürfte. Zweitens fände ich es schade, eine solche Sammlung, die in einem Museum weitaus besser aufgehoben ist als in privaten Händen, zu zerpflücken.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl

27. Mai 2009

Frau Bettina K. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

aus Interesse an der Materie bin ich auf Ihre Seite gestoßen. Sie war sehr interessant, aber für einen Laien auch  etwas verwirrend. Einfach aus Interesse würde ich gerne mehr über meine Herkunft etc. wissen. Vielleicht können Sie ja aus dem ganzen verwirrenden Wust etwas Konkreteres dazu sagen. Also: Ich habe Blutgruppe 0 negativ, mein Bruder auch, mein Vater hatte, glaube ich, 0 positiv, Mutter weiß ich nicht. Mein Mann hat 0 positiv, unsere beiden Töchter 0 negativ, die beiden Söhne 0 positiv. Hier geht es mir nicht um die reinen Erbgesetze, da ist mir schon klar, daß sowohl mein Vater als auch mein Mann mischerbig gewesen sein müssen. Mir geht es um die Herkunft/Völkerwanderungen etc. an sich, ob man dazu Aussagen machen kann.

Mein Vater hatte übrigens mal aus genealogischem Interesse sein Y-Chromosom untersuchen lassen, da ist man zu folgendem Ergebnis gekommen: «Die Zühlener K.s werden zur Linie I 1a gerechnet, die sich nach der letzten Eiszeit nach Mittel- und Nordeuropa bewegte und jetzt besonders häufig im nördlichen Mitteleuropa und in Skandinavien vorkommt.» Vielleicht können Sie ja aufgrund Ihrer Forschungen einige Hinweise geben.

Mit freundlichen Grüßen

Bettina K.

Antwort: Sehr geehrte Frau K.,

Rhesus-negativ kommt außer in Europa nur in Afrika, und dort vor allem in Nordafrika häufiger vor, in Australien, Neu-Guinea, aber auch in Polynesien und Melanesien fehlt es völlig. Da beim Rhesusfaktor immer dasjenige Allel überlebt, welches anfangs das häufigere war, steht zu vermuten, daß Rhesus-negativ ursprünglich unter Europäern in der Überzahl war und seither durch Überschichtung mit späteren Einwanderungswellen ins Hintertreffen geraten, also wieder vom Aussterben bedroht ist. Es fällt auf, daß es vor allem in Populationen, die näher am Anfang des menschlichen Stammbaums stehen, in seiner größten Häufigkeit vorliegt, mit einem Spitzenwert bei den Basken von nahezu 50 %, gefolgt von den Ukrainern. Aber auch Südskandinavien, die Britischen Inseln, Frankreich und Nordspanien weisen ansehnliche Frequenzen auf. Rhesus-negativ findet sich gehäuft in der in Europa ältesten Haplogruppe I der mitochondrischen Eva, also unter der vorindogermanischen Bevölkerung, die näher am Anfang des menschlichen Stammbaums steht, sowie in der Haplogruppe I des Adam des Y-Chromosoms, hauptsächlich unter nordischen Mammutjägern. Die Blutgruppe 0 tritt vornehmlich am Ende des Stammbaums in ihrer größten Häufigkeit auf. Für das gehäufte Vorkommen in Europa sind maßgeblich die Indogermanen der Haplogruppe R1b, d.h. die Kelten, verantwortlich, sie brachten die Blutgruppe 0 während der Bronzezeit nach Europa, das vorher ein anderes Substrat besaß. Die Blutgruppe 0 nimmt wegen der Mutter-Kind-Unverträglichkeit mit dem Rassenalter zu, daher haben die ältesten Rassen auch die höchsten Anteile an 0. Dies zeigt sich eindrucksvoll an dem nahezu ausschließlichen Vorhandensein von 0 in der Haplogruppe Q der Indianiden, die beinahe so alt sind wie die die Indogermanen. Europa stellt insofern eine Ausnahme von dieser Regel dar, als hier vor allem die Blutgruppe A, welche die nordische Rasse kennzeichnet, noch relativ häufig vorkommt, zumal die Einwanderung der Indogermanen noch nicht so lange zurückliegt. Vor dem Eintreffen der Indogermanen gab es in Europa wahrscheinlich keine Mutter-Kind- und keine Rhesus-Unverträglichkeit. Indien, aber auch Ostasien sind rassisch jung und weisen daher noch deutlich niedrigere AB0*0-Allelfrequenzen auf. Je älter nun eine Haplogruppe, desto weniger ist der Mensch mutiert und desto jünger ist er genealogisch. Er ähnelt unseren Vorfahren am meisten. Jüngere Haplogruppen charakterisieren Menschen mit schwarzem Haar, da Schwarz dominant ist und sich im Laufe der Evolution immer stärker durchgesetzt hat. Die Brachykephalisation ist bei ihnen, am ausgeprägtesten bei den Mongoliden, am stärksten fortgeschritten, sie haben eine rundere Kopfform. Die Haplogruppe I leitet sich aus der Haplogruppe F ab, die keinen direkten Vorläufer mehr kennt. Sie kommt ursprünglich aus Südindien und ist nach Europa nicht weiter als bis Georgien und in den Kaukasus vorgedrungen. Aus der Haplogruppe F der Weddiden sind neben den Germanen (Haplogruppe I) auch die Grazilindiden (Haplogruppe H), die Armenier (Haplogruppe G), die Semiten (Haplogruppe J) und die Papua (Haplogruppe K) hervorgegangen, also die am stärksten europid geprägten Vertreter unter den Völkern. Zu dieser Zeit gab es den Mongoliden und Negriden noch gar nicht. Insbesondere die Pygmäen (Haplogruppe B), die Khoisaniden (Haplogruppe A) und die Australiden (Haplogruppe C) sind durchweg europid einzustufen. Unter den letztgenannten Gruppen ist daher die Blutgruppe 0 am häufigsten, da sie unter ihnen noch nicht lange genug existiert hat und sich noch nicht hinreichend durchsetzen konnte. Die Kopfform ist bei all diesen frühen Rassengruppen langschädlig und schmal, so wie der fossile Homo sapiens zum Zeitpunkt seiner Entstehung wohl ausgesehen haben mag. Ihrer Herkunft nach ebenfalls Australide sind die Turkmenen, die sich schon früh abgespalten haben. Das ist der Grund, warum im Altai, in der Mongolei und unter den Burjaten die Haplogruppe C so häufig ist. Nicht zu verwechseln mit den erheblich jüngeren blonden und blauäugigen Germanen, die nicht zu den Indogermanen gehören, sondern ursprünglich wie die Finnen eine finno-ugrische Sprache besaßen, sind die Turaniden der Haplogruppen RxR1, d.h. die arischen Perser, von denen sich die kentumsprachigen Keltoromanen (Haplogruppe R1b) und die satemsprachigen Skythoslawen (Haplogruppe R1a) herleiten. Kaukasier sind also im weitesten Sinne alle, die weder negrid noch ainuid sind und sich von den Australiden abgespalten haben, auch die Austronesier, aus denen die Siniden (Haplogruppe O) und die Tungiden (Haplogruppe N) hervorgegangen sind, deren westlichste Vertreter wir unter den Samen Nordeuropas finden. Der Negride (Haplogruppe E) hat sich irgendwo zwischen Afrika und Südostasien von der ainuiden Haplogruppe D, die besonders in Tibet noch stark vertreten ist, abgesondert und ist nach Afrika zurückgekehrt, wo es vor ihm nur Alteuropide gab. Soviel zum Verständnis der Blutmerkmale.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


14. September 2008

Herr Dr. Helmut S. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

bei der Suche nach der Antwort auf die Frage, warum ich A-Rhesus-negativ habe, bin ich auf Ihre Ausführungen gestoßen. Mutig, mutig, denn «Sociobiology» und Anthropology wird doch vor allem von Leuten betrieben, die über einen schutzimprägnierten Glauben, Abkunft und eine amerikanisch-vorderorientalische Doppelstaatsbürgerschaft verfügen.

Sie vertrösten den geneigten Leser auf eine «Fortsetzung», in der wohl das Resümee Ihrer Ausführungen zu finden sein wird. Hurtig! Wir sind inklusive Literaturangaben gespannt. Denn was es für mich heißen würde, wäre ich eine schwangere Frau, Rhesus-negativ zu sein, wußte ich bis dato nicht. Dieser Faktor sieht ja förmlich nach einem mörderischen, also evolutionshindernden aus!

Bei Ihrer Nietzsche/Schopenhauer-Interpretation unterschlagen Sie natürlich souverän das Gegenteil von Dawkins «selfish-gene», nämlich das altruistische, das in einer genetisch homogenen Population entwicklungsvorteilhaft ist. Beide gehören zusammen, wie Lebens- und Todestrieb, um den Motor der kosmischen Dialektik am Laufen zu halten.

Ich freue mich,  auf einen  Selbstzünder gestoßen zu sein,  von denen  zunehmend  welche erscheinen. Große Abenteuer waren für mich die Lektüren von Thiele/Knorr, Der Himmel ist unter uns, und Wolfgang Werner, Illustrierte Poetik des Impurismus.

Mit freundlichem Gruß

Helmut S.

Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. S.,

der Grund, daß Sie auf meine Seite gestoßen sind, ist denkbar einfach. Es gibt in der Tat nur wenige deutschsprachige Seiten, die sich mit anthropologischen Themen befassen. Anthropologie ist in Deutschland grundsätzlich ein heikles Thema, weil man gezwungen ist, Menschen anhand ihrer Gene zu klassifizieren, um Inkompatibilitäten zwischen ihnen feststellen zu können. Das sollte man als Deutscher tunlichst unterlassen, und zwar wegen unserer politischen Vergangenheit, Sie wissen, was ich meine. Andererseits verspielt man damit möglicherweise auch die Zukunft, indem man sich ein Tabu auferlegt bzw. eine Selbstbeschneidung durchführt, die anderen einen Vorsprung verschafft, während man selbst hinterherhinkt oder irgendwann nicht mehr mit am Tisch sitzt, weil der Zug abgefahren ist.

Nun zu meinen Quellen, auf die konkret Ihr Interesse abzielt. Soweit es um die Blutgruppen geht, habe ich die Quellen angegeben, was die Bereitstellung der Daten angeht. Auf diese Daten vertraue ich, sie wurden von seriösen Wissenschaftlern erarbeitet, jeden einzelnen könnte man nennen. Aber die Schlußfolgerungen, die ich aus diesen Daten ableite, sind völlig meine eigenen. Es ist alles noch allzu nackte Theorie, die sich vielleicht irgendwann bestätigen wird oder auch nicht. Was ich meinen Daten, insbesondere den Blutgruppenuntersuchungen, zunächst entnehmen kann, ist die Gleichartigkeit der Muster, die Erkenntnis, daß der moderne Mensch aus Asien stammt, nicht aus Afrika, wie es die derzeitige Lehrmeinung fordert. Diese Meinung vertrete ich bislang ganz alleine, und man wird sehen, wer am Ende recht behält. Auch die Erkenntnis, daß die europide Rasse die bei weitem älteste ist und die mongolide die jüngste, führe ich auf mich selbst zurück. In der Literatur mögen Sie es anders finden. Ich jedenfalls kann meine Thesen begründen, und zwar durch Generationsselektion, für deren Untermauerung ich in wochenlanger Arbeit die mathematischen Gleichungen abgeleitet habe. Diese Ergebnisse werde ich unter dem Stichwort Vererbung in den nächsten Wochen auf meiner Seite vorstellen. Ich kann Ihnen dazu keine Quelle nennen, weil ich nicht weiß, ob den Versuch, die Mendelschen Regeln in Mathematik zu fassen, überhaupt schon jemand unternommen hat. Ich habe in der Literatur wenigstens nichts dazu gefunden. Man kann die Rechnung mit oder ohne Wirkung von Selektionsmechanismen durchführen, ein Ergebnis, welches sich immer herausstellt, ist, daß die Entropie eines auf diesen Regeln basierenden Systems stets abnimmt, egal, welche Tricks man anwendet, um das zugrunde liegende Prinzip hinters Licht zu führen. Die Erkenntnis, daß das Aussterben einer Art auf Polymorphismen beruht, kann ich gleichwohl nur selbst gewonnen haben, weil ich in der Literatur nichts dazu gefunden habe. Im Grunde wissen wir noch nicht einmal, warum die Dinosaurier ausgestorben sind, geschweige denn, daß wir uns vorstellen können, daß irgendwann auch der Mensch ausstirbt. Mit solchen Fragestellungen scheinen sich überhaupt nur wenige zu befassen. Was passiert z.B. bei rassischer Vermischung? Die Antwort darauf kann ich gerne vorwegnehmen. Das Ergebnis ist erstaunlich, weil ich bisher dachte, daß es umgekehrt wäre, aber nach meinen jetzigen Berechnungen kehren die Ausgangsprodukte nach beliebig vielen Generationen immer wieder in Reinform zurück, weil die Natur dem Bastard keine Chancen einräumt, was sie tun würde, wenn die Entropie, wie es sonst überall in der Natur der Fall ist, zunähme. Aber genau das scheint in der Evolution, mit und ohne Selektion, nicht der Fall zu sein. Sie müssen bitte eine Zeitlang mit dem, was Sie auf meinen Seiten zu diesem Thema lesen, noch etwas vorsichtig sein, denn vieles muß noch einmal überarbeitet werden, um auf den letzten Stand gebracht zu werden. Je tiefer man nämlich in das Thema eindringt, desto überraschendere Erkenntnisse gewinnt man, und es ist beinah so, daß das, woran man noch am Vortag geglaubt hat, am nächsten Tag schon wieder überholt sein könnte. Eine beiläufige Erkenntnis möchte ich Ihnen aber als Schlußbemerkung noch mit auf den Weg geben. Der Philosoph Immanuel Kant war der Meinung, daß unsere Welt die beste aller möglichen sei. Dieser Satz mag aus atheistischer Sicht zwar richtig sein, zieht man aber einen postulierten Schöpfer als Erklärungsversuch hinzu, kommt man zu dem traurigen Ergebnis, daß die Evolution ein gelungener Fehlschlag ist, zeitlich befristet ein Erfolgskonzept, aber langfristig zum Scheitern verurteilt. Womit wir wieder bei den Blutgruppenunverträglichkeiten angelangt wären und der Kreis sich schließt. Jedoch das Erstaunliche daran ist, daß nur der Mensch selbst, wenn er diese Dinge einmal durchschaut hat, dem Wirken der Natur einen Strich durch die Rechnung machen kann, und zwar meines Erachtens nur mit Hilfe der Eugenik, d.h. künstlicher Selektion, stellvertretend für die natürliche, sofern die Medizin dauerhaft vor der Evolution kapitulieren sollte. Aber wir wollen die Hoffnung natürlich noch längst nicht aufgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


2. Juli 2008

Martin schrieb: Bezüglich Intelligenz und Rasse zwei Anmerkungen:

a) Komisch, daß Juden für Sie eine eigene Rasse sind, anstatt eine Religionsgemeinschaft.

b) Juden haben trotz ihres von Ihnen erwähnten geringeren Hirnvolumens den größten Anteil an den bisher vergebenen Nobelpreisen. Juden haben im Schnitt einen höheren IQ.

Die Abhängigkeit von Hirnvolumen zu Intelligenz ist nicht so einfach, wie Sie sich das machen.

Gruß

Martin

Antwort: Sehr geehrter Martin,

an keiner Stelle wurden die Juden als eigene Rasse bezeichnet. Auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religionsgemein-schaft macht anthropologisch keinen Sinn. Die Juden sind das Volk Judäas und bilden als solches eine Sprachfamilie mit anderen semitischen Völkerschaften. Ohne Zweifel gehören sie der kaukasischen Rasse an.

Wenn ich Sie recht verstehe, dann vertreten Sie die Auffassung: „Es gibt auserwählte Völker, die im Mittel eine höhere Intelligenz besitzen als andere Völker, auch wenn ihr mittleres Gehirnvolumen nachweislich geringer ist.“

Einmal abgesehen davon, daß jede Messung fehlerbehaftet ist und Intelligenz sich meßtechnisch nur schwer fassen läßt, liefert das noch keine Begründung dafür, warum es zweierlei Arten von Gehirnzellen geben und warum gerade dieses Volk ohne erkennbaren Grund die leistungsfähigere Variante davon besitzen soll. Sie geben uns auch nicht zu verstehen, warum das neuronale Netz der einen Population besser funktionieren soll als das einer beliebigen anderen.

Anthropologische Vergleiche lassen sich nur unter gleichen Randbedingungen anstellen. Man kann Intelligenz nur bei gleichem Wissensstand vergleichen. Es macht also keinen Sinn, jemandem eine Mathematikaufgabe zu stellen, der nie Mathematik studiert hat. Wenn aber zwei Probanden, welche dieselbe Mathematikausbildung genossen haben, die gleiche Aufgabe unterschiedlich schnell lösen, ist ein Vergleich sehr wohl möglich, wobei aber auch dann immer noch nicht ausgeschlossen werden kann, daß einer der beiden die Lösung der Aufgabe nicht bereits vorher irgendwo gesehen hat. Es darf also nicht so sein, daß der eine einen Wissensvorsprung besitzt, weil er fleißiger war wie der andere, denn dann wäre er klar im Vorteil. Alle diese Unterschiede gleichen sich jedoch wieder aus, wenn über eine sehr große Zahl von Probanden gemittelt wird, wobei aber auch dann eine gewisse Restunsicherheit bestehen bleibt. Insbesondere dürfen keine systematischen Fehler begangen werden dergestalt, daß die Ausbildung der einen Gruppe bedeutend besser verlaufen ist als die der anderen. Nur wenn Sie das alles berücksichtigen, führen Sie eine korrekte Messung durch.

Es ist angesichts der geringen Zahl von Menschen, die das jüdische Volk umfaßt, auch kaum auf eine direkte Proportionalität zwischen der Zahl seiner Nobelpreisträger und der durchschnittlichen Intelligenz seiner Bevölkerung zu schließen. Eine überdurchschnittliche Intelligenz im Vergleich zu anderen Populationen ist gleichwohl nicht anzunehmen, da es keine durchgängig windungsreicheren Gehirnpartien eines ganzen  Volkes geben kann, dazu sind die Menschen zu vermischt und der jüdische Glaube wiederum nicht alt genug. Jede Annahme, ein einzelnes Volk sei über die ihm aufgrund seiner mittleren Gehirngröße zukommende Intelligenz hinaus einem anderen überlegen, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage und dürfte auch aus logischer Sicht kaum haltbar sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Hiebl


2. Mai 2008

Herr Dr. P. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

ich arbeite gerade an einer Publikation über Nasenformen und habe Ihren Exkurs gelesen. Gibt es ein Buch oder eine zitierbare Publikation von Ihnen, die Sie mir benennen könnten?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. P.

Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. P.,

nur damit wir uns recht verstehn: Ich bin kein ausgewiesener Anthropologe und damit keine fachliche Autorität. Ich habe zwar ein abgeschlossenes Hochschulstudium und danach noch vier weitere Jahre an der Hochschule zugebracht, aber in einer ganz anderen Disziplin, nämlich auf dem Gebiet der Biophysik. Soviel zu meiner Qualifikation.

Anthropologie und insbesondere Genetik sind meine Freizeitbeschäftigung, die ich schon seit langem betreibe. Ich stütze mich zwar auf anerkannte wissenschaftliche Untersuchungen und gebe auch meine Quellen an, wo solche existieren, aber ich bin dennoch auf diesem Gebiet ein Autodidakt. Seien Sie daher im Umgang mit meinen Aussagen vorsichtig.

Speziell nun zu Ihrem Thema: Gerade zu den Nasenformen gibt es ausgesprochen wenig wissenschaftliche Untersuchungen oder sie sind mir nicht bekannt, zumindest werden Sie im Internet kaum etwas dazu finden.

Ich selbst betreibe keine Forschung zur Populationsgenetik, sondern ziehe lediglich Schlußfolgerungen aus den Ergebnissen anderer, u.a. aus Paralleluntersuchungen an Blutgruppensystemen. Solche Schlußfolgerungen hat bisher niemand gezogen, sei es, daß er sich seiner Sache nicht sicher war oder ihm ganz einfach der Mut dazu fehlte. Ich würde mir wünschen, daß in Sachen Anthropologie in Deutschland wieder stärker geforscht wird. Insofern wird auch Ihr Beitrag eines Tages vielleicht von großem Interesse sein, zumal die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts gerade erst begonnen hat. Ich bin überzeugt davon, daß sich gerade auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren Umwälzendes tun wird. Die Anthropologie als Wissenschaft hat gerade in Deutschland durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, insbesondere den Nationalsozialismus, bedeutenden Schaden genommen. Man war drauf und dran, die Ergebnisse, die diese Wissenschaft erbracht hat, gänzlich zu verwerfen oder zumindest zu belächeln. Es bleibt zu hoffen, daß trotz des schalen Beigeschmacks, den die Anthropologie genießt, wieder etwas mehr Zuversicht in die weitere Erforschung des Menschen gesetzt wird. Darin sehe ich auch eine große Chance für junge ehrgeizige Wissenschaftler.

Ich bedaure, Ihnen keinen positiven Bescheid geben zu können. Andererseits bin ich aber auch froh, wenn ich Hinweise und Richtigstellungen erhalte oder auf Widersprüche aufmerksam gemacht werde, denn nicht alles läßt sich ausschließlich durch logisches Denken begründen. Da es keine oder kaum eine wissenschaftliche Konkurrenz gibt, darf im Moment noch jeder seine Ideen und Vorschläge unterbreiten, solange sie ihm keiner streitig macht oder sie ihm nicht widerlegt werden können. So verhält es sich auch in diesem Fall. Es stehen Thesen im Raum, die noch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit besitzen. Darin besteht die besondere Gefahr ihrer Verwendung. Sollten diese oder ähnliche Erklärungen irgendwann ihre nachträgliche Rechtfertigung erfahren, so hätte ich zumindest die Genugtuung, daß gewisse Schlußfolgerungen richtig waren. Aber der Beweis steht wie gesagt noch aus.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Hiebl