9. Juni 2011
Professor Torsten G.
schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,
per Zufall bin ich auf Ihre tolle Homepage gestoßen, da ich nach
weiteren Erkenntnissen bzgl. meiner Igenea-Ergebnisse in
Zusammenhang mit meiner Blutgruppe suche. Nachdem Sie einen
Leserbrief angesichts einer vorliegenden Igenea-Analyse so
erkenntnisreich und kompetent beantwortet haben, sende ich Ihnen
einfach mal meine Igenea-Daten zu. Aktuell befinde ich mich
selber in historischen Analysen meiner Vorfahren und deren
Regionen. Zu den Daten:
Y-DNA-Haplogruppe: I2b1
(Urzeit)
Urvolk: Germanen (Antike)
Ursprungsregion:
Nordeuropa (Mittelalter)
mtDNA-Haplogruppe: V
(Urzeit)
Urvolk: Germanen oder
Kelten (Antike)
Ursprungsregion:
Mitteleuropa (Mittelalter)
Ich bin 1,85 m groß
Haarfarbe dunkelbraun
Augenfarbe: blau bis
hellblau
Blutgruppe: 0 negativ
Nase gerade, schmales Gesicht
Über den Igenea-Datenpool existiert z.B. eine identische
I2b1-Kompatibilität zu Personen in Schweden und Wales.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen, die mich vielleicht auf der
Reise in meine Vergangenheit weiterbringen und Ihnen weiterhin
viel Spaß bei den eigenen Forschungen.
Mit freundlichen Grüßen
Torsten G.
Antwort: Sehr geehrter Herr Professor G.,
eine wirklich interessante, aber durchaus schlüssige Kombination von
mitochondrischer und paternaler Haplogruppe, die Sie da haben. Die
Haplogruppe I2 kommt hauptsächlich unter den hochgewachsenen
Illyrern vor, in Skandinavien ist sie eher selten. Die Illyrer waren
schon vor den Kelten in Europa ansässig und gelten als die
dinarische Urbevölkerung, die auch in den Alpenraum eingedrungen ist
und sogar in Bayern Hügelgräber hinterlassen hat. Natürlich sind die
Illyrer, wenngleich sie mehrheitlich dunkelhaarig sind, die engsten
Verwandten der eigentlichen Germanen bzw. Wikinger mit der Haplogruppe
I1, denn die Trennlinie zwischen Germanen und Illyrern
verläuft mitten durch die Haplogruppe I2. Während I2a
heute mehrheitlich die Randgruppe der Sarden stellt, da es
auf Sardinien, aber auch in Serbien und Bosnien in besonders hoher
Konzentration vorkommt, ist die Haplogruppe I2b in
Zentraldeutschland bzw. Niedersachsen häufiger anzutreffen. Das
deutet darauf hin, daß letztere im Norden entstanden sein muß,
während I2a sich schon früher von I1 abgespalten hat. Die Vorgänger-Haplogruppe jedenfalls ist
F, das innerhalb Europas im
Kaukasus am häufigsten vorkommt. Es kann also durchaus sein, daß
sich die auf dem Balkan vorkommende Haplogruppe I2a bereits dort von
I1 abgespalten hat.
Die mitochondrische Haplogruppe V ist ein Ableger der iranischen Haplogruppe
HV und kommt hauptsächlich unter den Finnen vor. Ihre
nordische Herkunft ist damit eindeutig.
Das AB0-Blutgruppensystem ist
eine denkbar schlechte Wahl für eine Herkunftsanalyse, da es nur
schwach mit den Haplogruppen korreliert, es gibt bessere
»Marker«,
etwa das Rhesussystem. Rhesus-negativ ist nur in Europa besonders
häufig.
Ich empfehle Ihnen auch noch die Haplogruppen ihrer Eltern bestimmen
zu lassen, und zwar die mitochondrische Haplogruppe Ihres Vaters,
die dieser von seiner Mutter geerbt hat, sowie die Y-DNA-Haplogruppe
Ihres Großvaters mütterlicherseits. Sollten eines Tages hinreichend
viele Informationen einer ausreichenden Zahl von Personen vorliegen,
müßte es möglich sein, den Ursprung der hellen Komplexion eindeutig
einer bestimmten Haplogruppe zuzuordnen. Es ist nämlich ziemlich
unwahrscheinlich, daß die entsprechenden Mutationen in mehreren
Haplogruppen gleichzeitig aufgetreten sind. Ein genaues Bild von der
Herkunft des Menschen zu entwerfen ist eine noch nicht getane
Aufgabe, die nur gelöst werden kann, wenn ausreichend viele Menschen
den Mut besitzen, sich einem Gentest zu unterziehen.
Ich wünsche Ihnen bei der weiteren Erforschung Ihrer
Familiengeschichte noch viele interessante Funde.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
2. April 2011
Judy schrieb:
Hi,
1) Alle Königshäuser Europas sind R1b, die sind nämlich alle
miteinander verwandt.
2) Stalin war auch R1b (hat man untersucht).
3) Ich untersuche selbst Mythen und Genetik.
Es gibt den Amazonen-Mythos, der von Reiterinnen spricht. Dieser ist
in der gesamten Steppe verbreitet. Das Pferd wurde 5000 v. Chr. von
der Botai-Kultur domestiziert. Dies müßte ein Stamm mit R1a-Genen
gewesen sein. Auch ein anderer Mythos weist darauf hin, daß in der
russischen Steppe einst wenigstens zwei Völker in unmittelbarer
Nachbarschaft lebten, d.h. direkter Handel, starker genetischer
Austausch. Der Fürst von Tuva war wohl z.B. ein typischer
»arischer«
Blonder. Das stimmt auch mit meiner Familie aus
Ostpreußen/Baltikum überein. Darüber sind sogar die Nazi-Ideologen
gestolpert und haben alle Balten mehr oder weniger als nordisch
beeinflußt erklärt oder die Definitionen entsprechend verbogen.
4) Offenbar führen windige Gegenden zu einem europiden
Erscheinungsbild. Daher haben die Menschen der westlichen Steppe ein
ähnlich europides Aussehen.
Gerade die Steppe scheint jede Menge bunte Tiere hervorzubringen.
Offenbar werden dominante Gene dort rezessiv, was die Farbausprägung
heller Töne fördert. Ich weiß nicht, inwieweit Du Dich mit
Farbgenetik auskennst, aber es gibt nur zwei Grundfarben, rot und
schwarz. Alles andere sind Aufhellungen oder Verdunkelungen. Das
Flaxengen ist für blondes Langhaar verantwortlich. Ich empfehle Dir
dazu einmal die Farbgenetik der Pferde zu studieren. Sie ist am
besten dokumentiert, und da Säuger mehr oder weniger über ähnliche
Farbgenetik verfügen, erklärt dies einiges. Schon die Reitervölker
hatten »blonde«
Pferde. Tatsächlich hat man in der russischen Steppe Menschen mit
blondem Haar gefunden (z.B. im Stamm der Yuezhi/China), wie kommen
die dahin? Das spricht vielmehr dafür, daß die Blonden durch einen
Gensprung in der Steppe entstanden und via Indogermanen eingewandert
sind. Die Konzentration von Blonden kam also vermutlich durch
mehrfache Einwanderung aus verschiedenen Richtungen (Baltikum und
über Dänemark) und die extreme Isolation vom restlichen Europa. Die
Lebensbedingungen des Nordens haben den Effekt verstärkt.
Interessant ist jedoch die Farbenblindheit (rot/grün), Vererbung von
Haarverlust. Insbesondere fällt mir auf, daß Römer öfter mal
kahlköpfig waren. Daher haben sie wohl ihren
»Lorbeerkranz«
erfunden. Damit konnten sie das Manko gut überdecken. Außerdem
hatten sie einen florierenden Perückenhandel. Wieso?
Dagegen ist Krebs kein genetisches, sondern ein Umweltproblem. Krebs
steigt in Industriestaaten, ebenso wie psychosomatische Krankheiten,
Alters-Diabetes und Allergien. Als Ost und West zusammenkamen, stieg
die Rate im Osten innerhalb von 20 Jahren auf mehr als das Doppelte.
Darüber gibt es ausführliche Untersuchungen. Die Krebsrate ist z.B.
eine direkte Folge der Ernährung mit Weizen. Überall, wo Menschen
extrem viel Weizen essen, steigt die Krebsrate. Vergessen hast Du
allerdings die Milchtrinker.
Na ja, das mal als Anregung.
Gruß
Judy
Antwort: Sehr geehrte Leserin,
es überrascht mich immer wieder, mit welcher Sicherheit sich manche
Menschen zu Experten aufschwingen, wo selbst wissenschaftliche
Geister sich scheiden. In Ihrer Aufzählung geht vieles
durcheinander, anderes ist definitiv falsch. Die Themen können
gleichwohl nicht als Anregung verstanden werden, da sie allesamt
abgehandelt sind.
1) falsch. Haplogruppenverwandtschaft hat nichts mit
Blutsverwandtschaft zu tun. Nachdem aber die Haplogruppe R1b
in Europa die häufigste ist, wird sie auch unter Königen am
häufigsten vorkommen. Im übrigen gab es in Deutschland lange Zeit
eine Wahlmonarchie, d.h. es folgte keineswegs der Sohn auf den
Vater, sondern der Nachfolger wurde von den Fürsten gewählt. Was für
die Habsburger galt, gilt nicht unbedingt für das englische
Königshaus, denn dort wird automatisch die älteste Tochter Königin,
wenn männliche Thronerben fehlen. Die Königin kann sich indes ihren
Gatten frei wählen.
2) falsch. Stalin hatte G2a, da bin ich mir sicher, da ich
dieselbe Haplogruppe habe. Eine einfache Recherche im Internet hätte
genügt.
3) Mythen haben nichts mit Genetik zu tun. Die Annahme, daß die
Domestikation des Pferdes Leuten mit der Haplogruppe R1a gelungen sei,
beruht auf reinen Annahmen. Die Botai-Kultur stammt aus dem
nördlichen Kasachstan. Dort ist aber die Haplogruppe C
vorherrschend, und nicht R1a. Somit müßte die Domestikation
des Pferdes eher einem der späteren asiatischen Reitervölker
gelungen sein.
Pferde wurden im übrigen seit ihrer Domestikation gezüchtet, ihr Aussehen
entsprach der Vorliebe des jeweiligen Züchters. Die Wildform, das
Przewalski-Pferd, hat eine graugelbe bis rotbraune Farbe. Auch
Wiesent und Mammut, die während der Eiszeit bei uns lebten, hatten
ein rötliches Fell. Es diente der Tarnung im rötlichen Unterholz,
besonders am Morgen und am Abend, wenn das Licht flach einfällt und
die Tiere zur Tränke eilen. Soviel nur zur mehr oder weniger
ähnlichen Farbgenetik der Säuger.
Es ist derzeit nicht klar, in welcher
Haplogruppe die Mutation „blond“ überhaupt das erste Mal aufgetreten
ist. Man weiß weder, ob es eine Y-Haplogruppe war, noch ob
eine mitochondrische. Die Definition »arisch«
gibt es in der Genetik nicht. Die Balten sind Finno-Ugrier, auch
wenn ein Teil von ihnen indogermanisch spricht.
Die Nazis waren in vielerlei Hinsicht nicht auf Stand.
Einerseits haben sie die Inder zu Ariern erklärt, andererseits die
aus Indien stammenden Zigeuner verfolgt. Daß Juden und Araber
genetisch fast identisch sind, ist ihnen auch nicht aufgegangen. Sie
wußten ebenfalls nicht, daß Juden und Germanen genetisch eng
verwandt sind. Sie haben die Slawen verfolgt, obwohl ein Viertel
Deutschlands slawisch ist. Schließlich war ihr Führer in patrilinearer Abstammung Tuareg, also keinesfalls Bajuware.
4) Dominante Allele können nicht rezessiv werden, sondern bleiben
dominant. Hell ist rezessiv, dunkel dominant. Das dominante Allel
entstand, falls es in ein und derselben Population auftrat,
immer später und ist immer das jüngere. (Die rezessive
Blutgruppe 0 ist z.B. älter als die dominante A.) Der Neandertaler
ist phylogenetisch älter als der Homo sapiens und war
rothaarig (Vorstufe zu blond). Der Jetztmensch hat sich
wahrscheinlich noch als Rothaariger vom Neandertaler abgespalten und
ist erst später nachgedunkelt. Jede andere Erklärung führt zu
Widersprüchen.
Der Wind verursacht kein europides Erscheinungsbild, Wind bedeutet
Kälte und damit Schädelverrundung (siehe Slawen). Die europide
Schädelform ist die älteste, die es überhaupt gibt, und sie ist auch bei
den ältesten auf dem Planeten lebenden Menschen, den Australiden,
vorhanden. In der Altsteinzeit gab es noch keine brachykranen (negriden)
Schädel. Das ist aber auch überall nachzulesen. Die Haplogruppe L
liefert keinerlei Hinweise auf die Hautfarbe, die die Menschen vor
200.000 Jahren hatten, auch wenn diese Haplogruppe so gut wie
ausschließlich in Afrika vorkommt. Das südliche Afrika wurde erst
seit 1500 v. Chr. besiedelt. Auf den anderen Kontinenten ist die
Haplogruppe L längst ausgestorben, in Afrika kommt sie nur
deswegen noch vor, weil die afrikanische Bevölkerung phylogenetisch
einfach jünger ist. In älteren Populationen kommen ältere
Haplogruppen grundsätzlich seltener vor, weil Haplogruppen um so
früher aussterben, je älter sie sind.
Die Haarlänge hat nichts mit der Haarfarbe zu tun. Menschen in
kälteren Gegenden haben in der Regel längeres Haar, weil dieses
besser gegen die Kälte schützt. Die Haarfarbe wiederum hat nichts mit der
Temperatur gemein, auch wenn der Eisbär ein weißes Fell hat.
Gegen die Kälte hilft ihm die Fettschicht. Die Färbung hat
ausschließlich Tarneigenschaften. Hell reflektiert außerdem das
Sonnenlicht stärker, der Körper absorbiert weniger Wärme als bei
Schwarz. Wenn nur dies allein gälte, müßte der Mensch in Afrika
eigentlich blond sein.
Genauso, wie man in Europa Menschen mit schwarzem Haar findet,
findet man in Asien Menschen mit blondem, nur viel seltener, weil
Schwarz phänotypisch dominant ist. Die Indogermanen waren keinesfalls blond,
sonst wären alle Inder, Griechen und Römer auch blond. Alle
Südwesteuropäer sind fast zu 100 Prozent Indogermanen der
Haplogruppe R1b und
schwarzhaarig bzw. dunkeläugig. Die blonden Indogermanen des Nordens
gingen ausschließlich aus einer Vermischung mit den dort
ansässigen Germanen hervor. Die blonden Slawen sind Nachfahren der
Waräger, einer Wikingergruppe, die sich mit den bereits asiatisch
vermischten Slawen noch weiter vermischt hat. Daher sind die mit den
Kelten verwandten, von Hause aus dunkelhaarigen Indogermanen vom
Typ R1a blonder als ihre genetischen Vettern. Nur in
Ausnahmefällen findet man deren Abkömmlinge in Fernost. Indogermanen
können auch nie blond gewesen sein, weil sie von den dunkelhaarigen
Papua abstammen, bei denen die Rotfärbung mit Ausnahme einiger
weniger schon früher verloren gegangen ist. Blond ist
eine sehr alte Mutation und hat ursächlich nichts mit dem Norden zu
tun. In Nordskandinavien und Nordasien leben mehr indigene Menschen
mit schwarzem als mit blondem Haar. Die blonde Mutation ist
wahrscheinlich im Ostseeraum passiert, wo zugleich prozentual die
meisten Menschen mit blauen Augen leben. Die Hellmutation ist eine
nicht pathologische Form des Albinismus. Glatzenbildung ist
ebenfalls eine Mutation (sie korreliert ziemlich gut mit der
Prostatakrebs-Verteilung), die nur in einer sehr alten und damit
entsprechend degenerierten Population wie R1b passieren konnte.
Krebs hat sehr wohl genetische Ursachen, weil unser Immunsystem
individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Das wird dadurch
bewiesen, daß in manchen Familien eine überdurchschnittliche
Krebshäufigkeit auftritt. Krebs hat weniger damit zu tun, was man
ißt, sondern vielmehr, wieviel man ißt. Die Zahl der freien Radikale
ist proportional zur aufgenommenen Nahrungsmenge. Die zugenommene
Krebshäufigkeit im Osten erklärt sich durch das gestiegene
Körpergewicht nach der Wende.
Milch vertragen nur die, die nicht laktoseintolerant sind, und das
sind in der Regel die Europäer. Daß Milch im Erwachsenenalter zu
mehr Muskulatur und Körperkraft führt, ist eine Binsenweisheit.
Vermutlich war der hohe Milchkonsum im Laufe der Evolution auch der
geistigen Entwicklung nicht abträglich.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
13. März 2011
Herr Heinz S. schrieb:
Sehr geehrter Herr Hiebl,
wiederholt bin ich auf Ihre interessanten Seiten gestoßen. Ich habe
mich selber bei IGENEA testen lassen und erst seit wenigen Tagen
meine Zertifizierung erhalten. Das sieht bei mir so aus:
Y-DNA-Haplogruppe: R1b1b2a1b (Urzeit)
Urvolk: Kelten (Antike)
Ursprungsregion: Westeuropa (Mittelalter)
mtDNA-Haplogruppe: H1e (Urzeit)
Urvolk: Germanen (Antike)
Ursprungsregion: Nordeuropa (Mittelalter)
Ich bin ca. 1,85 m groß, hellhäutig, wellige Haare
Ursprungshaarfarbe mittelbraun (lt. meiner Friseurin)
Augenfarbe je nach Lichteinfall hellblau bis blaugrün
Blutgruppe A+
Blutgruppe der Eltern
Vater: 0
Mutter: A-
Vielleicht können Sie mit diesen Informationen etwas anfangen.
Viele Grüße aus
Bonn am Rhein
Heinz
S.
Antwort:
Sehr geehrter Herr
S.,
natürlich sind mir solche Informationen höchst willkommen, das ist
genau die Antwort, die man sich wünscht. Sie sind väterlicherseits
Kelte und mütterlicherseits Keltotocharer (vormals Indogermanen) und
damit in der Evolution ganz oben, siehe auch
www.manfredhiebl.de/Anthropologie/Evolution.pdf
Interessanterweise gehören die reinen Germanen abstammungsmäßig
einer niedrigeren Entwicklungsstufe an, sie stehen, vor allem, was
die Südgermanen angeht (die sogenannten Dinarier bzw. Illyrer mit
der Haplogruppe I2), nur knapp über
Juden und Arabern (nicht im abwertenden Sinne), jedoch deutlich
unter den Kelten Westeuropas. Kelte zu sein heißt,
sehr ausgeprägte geistige Eigenschaften zu besitzen, die allen
anderen Völkern überlegen sind. Aber die Evolution ist ein
zweischneidiges Schwert, denn mit der Zahl der guten Eigenschaften
nehmen auch die schlechten zu. Die indogermanische Blutgruppe A
hat z.B. ein erhöhtes Risiko für fast alle Krebsarten. Aber darüber
möchte ich mich nicht weiter auslassen.
Einen interessanten Hinweis will ich aber noch geben. Wie ich
herausgefunden habe und Sie selbst anhand der genetischen
Verteilungskarten des Y-Adams leicht nachprüfen können, ist die
sogenannte »arische«
Abstammung (die wir wegen unserer blutigen Vergangenheit
heute nicht mehr gerne in der Mund nehmen) auf die
Haplogruppe R1a zurückzuführen. Jener Teil der Indogermanen,
der nach Indien eingewandert ist und sich dort mit der drawidischen
Urbevölkerung vermischt hat, geht väterlicherseits auf R1a
zurück, während es R1b in Indien so gut wie nicht gibt. Jene
Arier, welche die Inder sind, haben ihren Ursprung im Altai-Gebirge
(größtes Vorkommen), wo sie wohl als Mammut-Jäger eine Aufhellung
ihrer Komplexion erfahren haben.
Charakteristikum sämtlicher Indogermanen ist die
»gerade«
Nase, während die Germanen eher durch eine Adlernase auffallen, die
sie mit ihren Verwandten, den Juden, teilen. Noch konnte ich diese
Hypothese nicht wissenschaftlich belegen, aber es scheint sich
abzuzeichnen. Darum bin ich über jede Auskunft froh, die in jener
Deutlichkeit gemacht wird.
Aufpassen müssen wir trotzdem noch, denn Sie sind ja das Produkt
mehrerer Vorfahren, und erst, wenn Sie auch Ihre Großeltern oder
deren Abkömmlinge »getestet«
haben, kristallisiert sich die anfänglich festgestellte Abstammung
deutlicher heraus. Je weiter Sie zurückforschen wollen, um noch mehr
Konfidenz zu erhalten, desto schwieriger wird dieses Unterfangen im
allgemeinen. Ich selbst habe von insgesamt 8 großelterlichen
Haplogruppen erst 5 ausfindig gemacht, und wer's nachahmen möchte,
für den bedeutet es, seine Verwandten zu einem Test bewegen zu
müssen, dem die meisten noch relativ kritisch gegenüberstehen.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
Rückantwort: Sehr geehrter Herr Hiebl,
das ist ja hochinteressant, was Sie da berichten. Ich wußte z.B.
nicht, daß die reinen Germanen entwicklungsmäßig auf der Ebene der
Juden und Araber zu suchen sind. Das ist für mich eine neue
Erkenntnis. Krebs kommt in unserer Familie leider schon mal vor. ...
Ja, leider ist es mir bisher nicht gelungen, weitere Verwandtschaft
von einem Gentest zu überzeugen. Meist werden Desinteresse oder
Kosten vorgeschoben. Vermutlich dürften die Gründe in unserer
jüngeren Vergangenheit liegen, um diesen Test nicht zu machen. ...
Soweit etwas zu meiner Familiengeschichte. Mich würde Ihre Meinung
dazu interessieren.
Ich hoffe, daß wir in Kontakt bleiben.
Mit freundlichen Grüßen aus
Bonn
Heinz S.
Antwort:
Sehr geehrter Herr
S.,
mit meinem Hinweis wollte ich natürlich keine Diskussionen über
Todesursachen auslösen. Es kam mir nur darauf an, herauszustellen,
daß Vorteile in der Evolution einseitig sind, weil sie stets auch
von Nachteilen begleitet sind. Es ist beim Menschen nicht anders als
bei Rassehunden: Sie sind edler, aber für Krankheiten auch
anfälliger. Ein kurzes, aber gutes Leben ist besser als ein langes
und schlechtes.
Zu unserer jüngeren Vergangenheit kann ich nur sagen, daß das andere
Extrem auch nicht das Wahre ist. Mit ein Grund, was mich zu meinen
Forschungen bewogen hat, ist das Bedürfnis, diejenigen, die sich
gegen die Wahrheit sträuben, zu widerlegen. Die gesamte deutsche
Anthropologie konnte nur schlechtgeredet werden, weil es damals noch
keine genetischen Beweise gab. Man dichtete Leuten, die es mit
redlicher wissenschaftlicher Arbeit hielten, Rassenwahn an und tat
ihnen damit unrecht. Die moderne Genetik hat bewiesen, daß diese
eher stillen Wissenschaftler in nahezu allen Punkten im Recht waren.
Es ist im übrigen kein Beinbruch, Jude zu sein, nur gibt es eben
noch ältere und höherentwickelte Völker, womit auch widerlegt ist,
daß wir alle von den Juden abstammen.
Ihr Familienname deutet meines Erachtens durchaus auf einen
Adelstitel hin, nur scheiden sich an dieser Stelle unsere Wege, weil
wir bestimmt über die Zeit schriftlicher Aufzeichnungen hinaus, also
nur sehr entfernt verwandt sind. Das ist eben eine Arbeit, die jeder
selbst leisten muß, und dazu sollten sich am besten noch viel mehr
Menschen an der Auffindung ihrer Gemeinsamkeiten beteiligen. Je mehr
an solchen Tests teilnehmen, desto transparenter wird unsere ohnehin
ziemlich dunkle Vergangenheit.
Vielleicht ist es nur eine vage Vorahnung, aber ich glaube fest
daran, daß der Schlüssel zu unserer Entstehungsgeschichte soeben
erst gefunden worden ist.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
1. Februar 2011
Herr
Frank N. schrieb:
»Rassen sind ein Produkt des
Klimas, der Nahrungsgrundlagen und der natürlichen Feinde
einschließlich der in der jeweiligen Umwelt vorhandenen
Krankheitserreger. Unter Rassengenese versteht man den dynamischen
Prozeß der Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse innerhalb einer
abgeschlossenen, durch geographische Grenzen voneinander
geschiedenen Fortpflanzungsgemeinschaft.«
Das ist leider nicht wissenschaftlich bewiesen und nur eine reine
Theorie.
Laut DNS-Analysen, die in der ganzen Welt bei allen menschlichen
Rassen durchgeführt wurden, kamen die Wissenschaftler-Teams zu
folgendem Ergebnis: Die Menschen stammen alle von einer einzigen
Ur-Rasse ab, die weder eine Mutation durchlaufen hat noch einen
Affen oder Primaten als Vorfahren hatte. Die Anzahl der Chromosomen
ist von jeder anderen Tierrasse unterschiedlich, bildet eine riesige
Kluft zu allen bisherigen Evolutions-Hypothesen/Theorien zum
Ursprung des Menschen. Laut der Kriminologie gilt eine
DNS-Überprüfung als ein standhafter Beweis für die Abstammung.
Viele Grüße aus Blue Jay
Frank N.
Antwort:
Sehr geehrter
Herr N.,
möglicherweise ist Ihr unadressiertes Schreiben an mich gerichtet
gewesen, ich fühle mich aber nicht angesprochen. Ich weiß auch
nicht, was Sie mir sagen wollen. Die Zahl der Chromosomen des
Menschen unterscheidet sich von anderen Arten nicht stärker als
diese sich untereinander. Es steht Ihnen frei, jeden erdenklichen
Beweis oder Gegenbeweis anzutreten, unfundierte Anfechtungen
hingegen kann man sich ebensogut schenken. Unser nächster Verwandter
ist der Schimpanse, dieser zählt zur Gattung der Primaten. Jeder
Mensch unterscheidet sich von jedem anderen durch zahlreiche
Mutationen, bis auf eineiige Zwillinge. Es gibt bis auf diese
Zwillingsgleichheiten nicht zwei gleiche Menschen. Die mögliche Zahl
unterschiedlicher Individuen geht in die Billionen, die genaue Zahl
kenne ich nicht, und sie ist auch nicht bekannt. Die Evolution gilt
für den Menschen ebenso wie für jede andere Art, der Mensch ist
darin keine Ausnahme. Evolution schließt jedoch nicht aus, daß eine
Art auch aussterben kann, wenn die rettende Mutation nicht
rechtzeitig genug erfolgt. Wann eine vorteilhafte Mutation auftritt,
entscheidet allein der Zufall, und nicht die
Änderungsgeschwindigkeit unserer Welt. Die Evolution
»denkt«
nicht bloß eine Generation im voraus. Was noch in der nächsten
Generation wie ein Vorteil aussieht, kann sich bereits in der
übernächsten als Nachteil entpuppen. Ein Beispiel: Diejenigen, die
sich
heute überstark vermehren, könnten bereits in der
übernächsten Generation diejenigen sein, die als erste verhungern.
So gesehen kann niemand behaupten, die Welt der Zukunft würde den
Chinesen gehören. Das letzte Wort ist dazu noch nicht gesprochen.
Beim Menschen bedeutet Evolution auch den planmäßigen Einsatz des
Geistes. Sollten die Menschen irgendwann begreifen, daß die
Bevölkerungsexplosion für sie noch zu Lebzeiten von Nachteil sein
wird, würde schon eine Handvoll Neutronenbomben auf chinesische
Großstädte ausreichen, und die Geschichte der Evolution fände eine
andere Fortsetzung. Es ist entgegen geübter Praxis nicht derjenige
im Vorteil, der hemmungslos Erbkrankheiten unter seinen Kindern
verbreitet, sondern der, der sich nur dann fortpflanzt, wenn er
sicher weiß, daß er keine Erbkrankheiten übertragen kann. Der, der
seine Rasse rein hält, ist im Vorteil dem gegenüber, der sich quer
Beet vermischt, auch wenn es aus dem Munde schlechter Ratgeber wie
ein Vorteil klingen mag, besonders bunt auszusehen. Die Juden wissen
das bereits.
Für religiös motivierte Zweifel an der Evolutionstheorie habe ich
leider keinen Nerv, denn bereits Religion an sich schadet der
Evolution am meisten. Der klare und neutrale Verstand fällt allein
die richtigen Entscheidungen.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
25. Januar 2011
Frau Gabriele W. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,
es ist zwar sehr interessant, Ihren Artikel über die Blutgruppen zu
lesen, aber auch schrecklich kompliziert. Auf Ihre Seite bin ich
gestoßen, da es mich gewundert hat, daß z.B. in Ruanda – wo ich vor
einigen Monaten war – während der Schwangerschaftsvorsorge keine
Blutgruppenbestimmung – insbesondere kein Rh-Faktor – durchgeführt
wird. Es wird HIV, Syphilis und einiges andere gestestet, aber keine
Auskunft über die Blutgruppe eingeholt. Das hat mich als ehemals
praktizierende Frauenärztin doch sehr gewundert, da ich ja die
Vorgehensweise in Deutschland kenne. Auf meine Frage, warum das
nicht bestimmt wird, sagten mir Schwestern, es sei zu teuer. Zuerst
dachte ich, das sei nur in den kleinen Gesundheitsstationen auf dem
Land so, wo ja auch kein Arzt ist. Aber ich habe auch in etwas
größeren Bezirkshospitälern gefragt und bekam dieselbe Antwort. Ich
war ziemlich verwirrt und wollte nun herausfinden, ob es eventuell
in Afrika kaum rhesusnegative Frauen gibt. So kam ich auf Ihre
Seite. Falls ich das richtig verstanden habe, ist die Prozentzahl
wohl geringer als in Europa, oder liege ich da falsch? Kann ich das
noch irgendwo nachlesen, vielleicht etwas einfacher?
Übrigens hatte ich den Eindruck, daß das Personal meine Frage und
Besorgnis gar nicht verstand. Wie ist das zu erklären? Wenn es für
Sie nicht zu umständlich ist, wäre ich über eine Antwort von Ihnen
sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Gabriele W.
Antwort:
Sehr geehrte Frau W.,
als Quelle habe ich am Ende der Abhandlung angegeben:
Hubert Walter, Populationsgenetik der Blutgruppensysteme des
Menschen, E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung,
Stuttgart, 1998.
In diesem Buch gibt es Häufigkeitsdiagramme, aus denen hervorgeht,
daß in Afrika rhesus-negative Allele in einer deutlich geringeren
Häufigkeit als in Europa vorkommen. Leider lassen sich daraus keine
Schlußfolgerungen geschlechtsspezifischer Art ziehen. Beim ersten
Kind gibt es sicher kein Problem für eine rhesus-negative Frau, weil
sich die Antikörper erst beim zweiten Kind auf den Fötus auswirken
können, wenn es nämlich bei der Geburt des ersten zu einem
Blutaustausch zwischen Mutter und Kind kommt.
Die Rhesusunverträglichkeit ist weltweit bekannt und dürfte auch in
Afrika ernst genommen werden, wenngleich
heute niemand mehr deswegen zu sterben braucht. Daß man Ihre
Besorgnis nicht verstanden hat, hat möglicherweise darin seinen
Grund. Vielleicht werden erst bei den fortlaufenden Tests während
der Schwangerschaft derartige Überlegungen wichtig, aber das kann
ich nicht mit Bestimmtheit sagen, denn ich bin kein Arzt.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
18. Januar 2011
Dr. Michael R. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,
zunächst meine Hochachtung vor Ihrem
Projekt. Zweifelsohne haben Sie diese Seiten, die Sie im Internet
erstellt haben, sehr viel Zeit und Arbeit gekostet. Da ich kein
Experte in Anthropologie bin, nahm ich Ihre Seite sehr dankbar auf
und war froh, etwas über gewisse Merkmalsausprägungen zu erfahren,
denn als Laie findet man im Internet zwar sehr viel, aber leider ist
dies oft sehr mit Vorsicht zu genießen.
Was ich bei Ihnen sehr dankbar
entgegennahm war die Tatsache, daß Sie zum einen Ihre Quellen
angegeben haben und nicht zuletzt auch betont haben, daß gewisse
Informationen mit Vorsicht zu genießen sind, zumal Sie darauf
hingewiesen haben, daß Sie dies selbst eher als Hobby betreiben,
aber eine gewisse solide, wenn Sie mir das Wort erlauben,
»Grundausbildung« erfahren haben. Ich hatte bisher noch keine
Gelegenheit, Ihre kompletten Inhalte zu lesen, aber selbst beim
Querlesen habe ich genug Anstöße und Informationen sammeln können,
um bei Ihnen noch mehr erfahren zu wollen und so eine Basis für
weitere Nachforschungen zu legen.
Eine Frage sei mir jedoch erlaubt: Auf
Ihrer Homepage Anthropologie berichten Sie über die ethnischen
(genetischen) Zusammenhänge (Verbreitungen) von Volksgruppen in
Europa. Darunter fiel mir auf, daß Sie die Sorben als dänische
Minderheit beschrieben haben. Es war ganz sicher so, daß in
Norddeutschland Slawen gesiedelt haben, das ist in Deutschland
zwischen Bayern und
Schleswig nichts Außergewöhnliches. Jedoch identifiziere ich
mit den Sorben eher ein Volk, welches seinen Lebensraum zwischen den
heutigen Bundesländern Sachsen und
Brandenburg, dort jeweils im Süd- bzw. Nordosten und
vielleicht noch in Teilen in Polen hat. Da es sicher unter den
Slawen wie bei den Germanen verschiedene Stämme gab und natürlich
auch Wanderungen, wollte ich Sie fragen, inwieweit Sie sicher sind,
daß es sich hier auch tatsächlich um Sorben handelt, die Sie da
erwähnen, und nicht um andere slawische Stämme. Denn meist werden
oder wurden die Slawen selbst oft genug auch nur mit Wenden, siehe
Wendland in Niedersachsen, bezeichnet.
Viele Grüße
Michael R.
Antwort:
Sehr geehrter Herr Dr.
R.,
als seriösen Wissenschaftler möchte ich
Sie darauf hinweisen, daß Sie möglichst keine
populärwissenschaftlichen Texte aus dem Internet aufgreifen sollten.
Wie Sie wissen, kann dort jeder ohne Zensur alles zum Besten geben,
wonach ihn gelüstet. Auch Wikipedia kann nicht uneingeschränkt
empfohlen werden. Da es in Deutschland aufgrund unserer
nationalsozialistischen Vergangenheit keine wirkliche Anthropologie
gibt, wird sie eben von Privatpersonen betrieben. Natürlich habe ich
nicht alles nur frei erfunden, sondern vieles auch von den alten
Anthropologen übernommen. Das meiste aber sind bislang unbewiesene
Thesen, die sich lediglich durch gewisse statistische Berechnungen
erhärten lassen, durch Mathematik eben, die man in der Genetik sonst
kaum findet. Überdies möchte ich Ihnen die weniger belastete
angelsächsische Literatur sehr ans Herz legen.
Eine Magisterarbeit werden Sie zu
diesem Thema von mir nirgends finden, denn meine private Webseite
hat absolut nichts mit meinem Beruf zu tun. Eine »Grundausbildung«,
wie Sie es nennen, gibt es nur bei der Bundeswehr.
Mit Ihrer Frage nehmen Sie
wahrscheinlich Bezug auf folgenden Satz: »Dazu gesellen sich noch
etliche Minderheiten, das sind im Norden die Friesen, die aus dem
ehemaligen Groß-Deutschland vertriebenen Preußen, ein ursprünglich
baltisches Volk, die slawischen Sorben, eine dänische Minderheit in
Südschleswig sowie die nirgends seßhaften Sinti und Roma.« Wenn ich
die Sorben als dänische Minderheit in Südschleswig hätte bezeichnen
wollen, so hätte ich nach Südschleswig ein Komma gesetzt. Ohne
dieses Komma ist die dänische Minderheit nur eine der aufgezählten
Minderheiten, aber eben eine dänische, keine sorbische. Vermutlich
hatten Sie nur ein Problem mit der alten deutschen Rechtschreibung,
die ich ausnahmslos verwende, weil ich die neue eher unglücklich
finde. Auch wenn ich einige Quellen zu meinen anthropologischen
Texten angegeben habe, so beruht die Analyse der Blutgruppensysteme,
der Haplogruppen und der ethnischen und sprachlichen
Zusammenhänge sowie die daraus abgeleiteten Hypothesen dennoch
vollständig auf eigenen Überlegungen. Viele meiner Behauptungen,
deren wichtigste die Herkunft des modernen Menschen aus Südostasien
ist (siehe dazu Stephen Oppenheimer) sowie die einer germanischen
Urbevölkerung Europas, scheinen sich immer mehr zu bestätigen. Ich
verweise dazu einfach auf entsprechende Links im Internet. Ich habe
im übrigen nie daran geglaubt, daß der moderne Mensch aus Afrika
stammt, auch wenn dies die landläufige Meinung ist. Afrikaner haben
völlig andere Allele verglichen mit Europäern. Inzwischen hat man
eine Rückwanderung nach Afrika wenigstens einigermaßen zugegeben,
was aber den alten Anthropologen bereits bekannt war. Das war
sicherlich einer der Treiber für meine Überlegungen.
Mit
freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
15. Januar 2011
Frau Alexandra B. schrieb:
Hallo Herr Hiebl,
als Kind war ich oft deprimiert, weil ich die Dinge meistens klarer
gesehen habe als andere und doch nichts machen konnte, oft auch der
Willkür von Menschen ausgesetzt war, die nicht wußten, was sie tun
sollten und am Ende durch Kurzschlußhandlungen fehlerhaft handelten,
überhaupt kein vorrausschauendes Denken hatten und erst recht von
mir Kind nichts annehmen wollten. Zumeist hat mich das Gefühlsleben,
das so eine Situation mit sich bringt, sehr in meiner eigenen
Entwicklung blockiert. Ich habe mich oft gefragt warum. Auch in der
Arbeit und in der Schule hatte ich oft Probleme, weil sich Menschen
von mir bloßgestellt fühlten. Mittlerweile habe ich festgestellt,
daß es besser sein kann, wenn man nicht sagt, was man denkt, auch
wenn man einiges schon vorher weiß. Meistens ist das für einen
selbst besser. Mir ist aufgefallen, daß ich auf Partyfotos fast
immer den größeren Schädel aufhabe, bis auf einige männliche, die
wohl mehr Volumen hatten. Und ich habe mir auch Gedanken gemacht,
welche Personen in meinem Umkreis intelligent sind und mit wem ich
eher Mitleid habe. Der Zusammenhang ist unübersehbar, auch wenn eine
Verallgemeinerung rein ethnisch und auch wegen dem jeweiligen
Erfahrungsschatz eines Menschen nicht haltbar ist. Wenn man an
Forest Gump denkt und wenn man die Schwierigkeiten, die Intelligenz
mit sich bringt, mit einberechnet, ist sie nicht immer ein Vorteil.
Ich glaube, manche Dinge muß man zum Wohle aller einfach
akzeptieren.
Ich habe folgenden Artikel gelesen:
http://www.manfredhiebl.de/Anthropologie/hirnvolumen.htm
Weil ich diese Erkenntnis aus Selbstschutz mit niemandem in meinem
Bekanntenkreis teilen kann und doch den Drang dazu habe, erhalten
Sie diese Nachricht. Hiermit danke ich Ihnen für den Artikel.
Freundliche Grüße
Alexandra B.
Antwort: Hallo Frau B.,
vielen Dank für Ihre Zuschrift. Leider weiß ich gar nicht, was ich
Ihnen darauf antworten soll, denn Ihre Zeilen enthalten weder eine
Kritik und noch irgendwelche Fragen. Sie sind es aber dennoch wert,
gelesen zu werden. Ein Punkt, auf den man vielleicht eingehen
könnte, ist, ob man etwas besser für sich behalten sollte, wenn die
Offenlegung Mißtöne hervorruft. Dazu möchte ich Stellung nehmen:
Natürlich haben Äußerungen, durch welche andere sich beleidigt oder
in ihrer Ehre gekränkt fühlen könnten, mit Bedacht zu geschehen. Mir
liegt es stets fern, andere herabzusetzen oder blindwütig auf sie
einzuschlagen, aber trotzdem: Fakten muß man äußern dürfen, ohne daß
jemand das Recht erwirbt, einen dafür zu schelten oder zu bedrohen.
Intelligenz ist gewiß ein ehrenrühriges Thema, besonders wenn jemand
sich ebenbürtig fühlt, es dann aber doch nicht ist.
Sie haben den Artikel durchaus richtig verstanden, wonach die
Alltagserfahrung uns lehrt, daß Aussagen über Intelligenz keine in
jedem Einzelfall gültigen, durch Gegenbeispiele leicht zu
widerlegenden Schlußfolgerungen gestatten. Die reale Welt gehorcht
keiner mathematischen Logik, sie ist statistischer Natur. Ich habe
lediglich Fakten gesammelt, aber auch eigene Antworten hinzugefügt,
dort, wo sie mir plausibel erschienen. Es bleibt der modernen
Genetik überlassen, diese bislang kontrovers diskutierten
Zusammenhänge zu entschlüsseln. Auch ich tue mich schwer mit der
Behauptung, daß Kinder, egal ob leibliche oder angenommene,
hinsichtlich ihrer Intelligenz in der Nähe ihrer Eltern liegen, und
daß es auf die Gene weniger ankommt. Dagegen spricht, daß Kinder,
die alle von denselben Eltern aufgezogen wurden, doch recht
unterschiedlich geraten. In vielen Großfamilien ist meist eines
dabei, das im Vergleich zu seinen Geschwistern überdurchschnittlich
begabt ist. Darauf kann nur die Genetik die richtige Antwort geben.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
29. November 2009
Frau Julia S. schrieb:
Hallo Herr Hiebl,
nachdem ich schon öfter auf der Suche nach Informationen auf dem
Gebiet der Anthropologie auf Ihrer Seite gelandet bin und ich auf
dieser bis jetzt immer die passenden Informationen gefunden habe,
möchte ich mich nun an Sie persönlich wenden.
Ich besuche im Moment die 13. und somit für mich letzte Klasse und
schreibe in Biologie eine Facharbeit. Dabei soll ich auf die
genetische Variabilität der europäischen Bevölkerung eingehen und
anhand von ausgewählten Merkmalen Unterschiede aufführen, d.h. im
Klartext, ich soll z.B. das Auftreten der unterschiedlichen
Körpergröße, Schädelform, Augenfarbe usw. durch verschiedene
Basenkombinationen erklären und weiter auf die geographische
Verteilung der unterschiedlichen Merkmale eingehen.
Bis jetzt habe ich aber nur Bücher gefunden, die die phänotypischen
Unterschiede der Menschen beschreiben, nicht aber, welche Ursachen
dafür in den Genen vorliegen. Ich dachte Stoff dazu und Verweise auf
Bücher mit dafür relevantem Inhalt würde ich im Internet finden
unter Suchbegriffen wie «Populationsgenetik»,
«Anthropologie»
und dergleichen, bis jetzt habe ich aber trotz langwierigem
Recherchieren nichts gefunden, ebensowenig wie in kleineren und
größeren Bibliotheken.
Jetzt meine Frage/mein Anliegen: Kennen Sie sich vielleicht mit den
genetischen Zusammenhängen der äußeren Erscheinung aus und können
mir weiterhelfen? Oder suche ich unter einem falschen/zu ungenauen
Begriff? (Populationsgenetik hat ja sicher wiederum mehrere
Teilgebiete) oder gibt es andere Stellen, an die ich mich da wenden
sollte, z.B. Universitäten? Helfen die auch Schülern?
Ich hoffe auf Ihre Antwort, ich steh momentan echt auf dem Schlauch.
Mit freundlichen Grüßen
Julia S.
Antwort: Hallo
Frau S.,
das Recherchieren kann ich Ihnen natürlich nicht abnehmen, aber ich
kann Ihnen schon einmal eine Literaturempfehlung aussprechen, in der
Sie vieles finden können.
Das
Fischer Lexikon
Titel: Anthropologie
Herausgeber:
Gerhard Heberer
Gottfried Kurth
Ilse Schwidetzky-Roesing
1959
Ein
gutes altes Stück deutsche Restanthropologie, aber wahrscheinlich
nicht mehr auf dem neusten Stand! Man findet zu diesem Thema in der
Tat nicht besonders viel, und das hat auch seinen ganz speziellen
Grund. Wegen des Rassenwahns der Deutschen, der Ideologie einer
arischen Rasse und der damit verbundenen Judenverfolgung während der
Nazizeit hat die Beschäftigung mit diesem Thema einen etwas schalen
Beigeschmack bekommen und ist in Teilen der Bevölkerung sogar
verpönt, was andere Länder natürlich nicht davon abhält, auf diesem
Gebiet intensiv zu forschen. Man muß allerdings unterscheiden
zwischen Weltanschauung, Fanatismus und objektiver Forschung. In
einem freien Land sollte letztere möglich sein. Natürlich gerät man
schnell in Konflikte, wenn man zu Werturteilen greift, wobei bereits
die Unterscheidung zwischen groß und klein ein solches sein kann.
Aber Menschen sind nun einmal voller Komplexe und bilden sich
irgendwelche Minderwertigkeiten ein. Demzufolge handelt man sich
schnell den Vorwurf des Rassismus ein. Ich finde Ihre Wahl, sich für
ein solches Thema zu entscheiden, übrigens sehr mutig und wünsche
Ihnen, daß Sie damit ohne persönlich angegriffen zu
werden durchkommen.
Anthropologie ist auf deutschen Webseiten eine Marktnische, man kann
im Internet nicht wirklich viel dazu finden, was mich letztlich auch
bewogen hat, etwas einzustellen, was man nicht in Wikipedia
nachlesen kann, halb basierend auf Ergebnissen anderer, vielfach auf
eigenen. Ich bitte Sie daher, Inhalte nicht ungeprüft einfach von
mir zu übernehmen, sondern mit Literaturreferenzen zu versehen. Ich
weiß, daß im Text noch einige kleinere, nichtausgebesserte
Widersprüche und Ungereimtheiten lauern, aber mir fehlt einfach die
Zeit, um wöchentlich alles zu überarbeiten, insofern bin ich auch
für Hinweise dankbar.
Viele
Gene, z.B. das für die Haut- und Haarfarbe oder -form und auch für
die Körpergröße, sind noch gar nicht bestimmt, auch bezüglich der
Augenfarbe wird noch herumgerätselt, und Blutgruppensysteme sind nur
bedingt aussagekräftig. Gut lassen sich die Europäer anhand ihrer
fehlenden Laktoseintoleranz klassifizieren. Das einzige, was derzeit
Sinn machen könnte, wäre also die Haplogruppenzuweisung. Der
folgende Link wird Ihnen sicher weiterhelfen:
http://www.scs.uiuc.edu/~mcdonald/WorldHaplogroupsMaps.pdf
Dort
finden Sie die entsprechenden Verteilungen für Europäer.
Sie können auch bei IGENEA nachfragen, die geben Ihnen immer
kostenlos und freundlich Auskunft. Ich habe dort zum Zwecke der
Ahnenforschung kürzlich meine Haplogruppen bestimmen lassen.
Mit freundlichen
Grüßen
Manfred Hiebl
14. September 2009
Herr René K. schrieb:
Sehr geehrter Herr Hiebl,
seit längerer Zeit ist mir Ihr Internetauftritt zum Thema
Anthropologie bekannt. Ich finde, diese Seite ist Ihnen sehr gut
gelungen, und es schön zu sehen, daß es Menschen gibt, die sich auch
den schwierigeren Themen zu stellen bereit sind.
Die Thematik rund um den Rhesus-Negativ Faktor finde ich sehr
reizend, ich denke, dort gibt es noch vieles herauszufinden.
Der Grund für meine Email zielt auf die Frage hin, ob Sie ggf. am
Ankauf einiger anthropologischen Exponate interessiert sind. Ein
Bekannter meinerseits veräußert aktuell einen Teil seiner
anthropologischen Sammlung mit Objekten aus vielerlei Ländern (diese
wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von seinen Vorfahren ins Leben
gerufen).
Vielen Dank und viele Grüße
René K.
Antwort: Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihr Kompliment. Ich verstehe sehr gut, was Sie sagen
wollen. Wer
heute als Deutscher bestimmte Themen in den Mund nimmt, gilt
schon als verdächtig. Welch ein Glück, daß ich geistig unabhängig
und durch meine Vorfahren nicht belastet bin. Seit einiger Zeit
interessiere ich mich für Genetik und die Frage nach der Herkunft
des Menschen. Nur wer versteht, wie der Mensch entstanden ist,
versteht auch, wo er hinführt.
Es wäre sicherlich eine gute Idee, mein Arbeitszimmer mit einem
Neandertalerschädel zu schmücken, nur glaube ich ganz einfach, daß
jedes einzelne dieser Exponate eine nicht unerhebliche Summe kosten
dürfte. Zweitens fände ich es schade, eine solche Sammlung, die in
einem Museum weitaus besser aufgehoben ist als in privaten Händen,
zu zerpflücken.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
27. Mai 2009
Frau
Bettina K. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,
aus
Interesse an der Materie bin ich auf Ihre Seite gestoßen. Sie war
sehr interessant, aber für einen Laien auch etwas verwirrend. Einfach
aus Interesse würde ich gerne mehr über meine Herkunft etc. wissen.
Vielleicht können Sie ja aus dem ganzen verwirrenden Wust etwas
Konkreteres dazu sagen. Also: Ich habe Blutgruppe 0 negativ, mein
Bruder auch, mein Vater hatte, glaube ich, 0 positiv, Mutter weiß
ich nicht. Mein Mann hat 0 positiv, unsere beiden Töchter 0 negativ,
die beiden Söhne 0 positiv. Hier geht
es mir nicht um die reinen Erbgesetze, da ist mir schon klar, daß
sowohl mein Vater als auch mein Mann mischerbig gewesen sein
müssen. Mir geht es um die Herkunft/Völkerwanderungen etc. an sich,
ob man dazu Aussagen machen kann.
Mein
Vater hatte übrigens mal aus genealogischem Interesse sein Y-Chromosom
untersuchen lassen, da ist man zu folgendem Ergebnis gekommen:
«Die
Zühlener K.s werden zur Linie I 1a gerechnet, die sich nach der
letzten Eiszeit nach Mittel- und Nordeuropa bewegte und jetzt
besonders häufig im nördlichen Mitteleuropa und in Skandinavien
vorkommt.»
Vielleicht können Sie ja aufgrund Ihrer Forschungen einige Hinweise
geben.
Mit freundlichen Grüßen
Bettina K.
Antwort: Sehr
geehrte Frau K.,
Rhesus-negativ kommt
außer in Europa nur in Afrika, und dort vor allem in Nordafrika
häufiger vor, in Australien, Neu-Guinea, aber auch in Polynesien und Melanesien fehlt es völlig. Da beim Rhesusfaktor
immer dasjenige Allel überlebt, welches anfangs das häufigere war,
steht zu vermuten, daß Rhesus-negativ ursprünglich unter Europäern
in der Überzahl war und seither durch Überschichtung mit späteren
Einwanderungswellen ins Hintertreffen geraten, also wieder
vom Aussterben bedroht ist. Es fällt auf, daß es vor allem in
Populationen, die näher am Anfang des menschlichen Stammbaums stehen, in
seiner größten Häufigkeit vorliegt, mit einem Spitzenwert bei den
Basken von nahezu 50 %, gefolgt von den Ukrainern. Aber auch
Südskandinavien, die Britischen Inseln, Frankreich und Nordspanien
weisen ansehnliche Frequenzen auf. Rhesus-negativ findet sich
gehäuft in der in Europa ältesten Haplogruppe I
der mitochondrischen Eva, also unter der vorindogermanischen
Bevölkerung, die näher am Anfang des menschlichen Stammbaums steht,
sowie in der Haplogruppe I des Adam des Y-Chromosoms, hauptsächlich
unter nordischen Mammutjägern. Die Blutgruppe 0
tritt vornehmlich am
Ende des Stammbaums in ihrer größten Häufigkeit auf. Für das
gehäufte Vorkommen in
Europa sind maßgeblich die Indogermanen der Haplogruppe
R1b, d.h. die Kelten, verantwortlich, sie brachten die
Blutgruppe 0 während der Bronzezeit nach Europa, das vorher
ein anderes Substrat besaß. Die Blutgruppe 0 nimmt wegen der
Mutter-Kind-Unverträglichkeit mit dem Rassenalter zu, daher haben
die ältesten Rassen auch die höchsten Anteile an 0.
Dies zeigt sich eindrucksvoll an dem nahezu ausschließlichen
Vorhandensein von 0 in der Haplogruppe Q der
Indianiden, die beinahe so alt sind wie die die Indogermanen.
Europa stellt insofern
eine Ausnahme von dieser Regel dar, als hier vor allem die
Blutgruppe A, welche
die nordische Rasse kennzeichnet, noch relativ häufig vorkommt,
zumal die Einwanderung der Indogermanen
noch nicht so lange zurückliegt. Vor dem Eintreffen der Indogermanen
gab es in Europa wahrscheinlich keine Mutter-Kind- und keine
Rhesus-Unverträglichkeit. Indien, aber auch Ostasien sind
rassisch jung und weisen daher noch deutlich niedrigere AB0*0-Allelfrequenzen
auf. Je älter nun eine Haplogruppe, desto
weniger ist der Mensch mutiert und desto jünger ist er
genealogisch. Er ähnelt unseren Vorfahren am meisten. Jüngere Haplogruppen charakterisieren Menschen mit
schwarzem Haar, da
Schwarz dominant ist und sich im Laufe der Evolution immer stärker
durchgesetzt hat. Die Brachykephalisation ist bei ihnen, am
ausgeprägtesten bei den Mongoliden, am stärksten
fortgeschritten, sie haben eine rundere Kopfform. Die Haplogruppe I
leitet sich aus der Haplogruppe F ab, die keinen direkten
Vorläufer mehr kennt. Sie kommt ursprünglich aus Südindien und ist
nach Europa nicht weiter als bis Georgien und in den Kaukasus
vorgedrungen. Aus der Haplogruppe F der Weddiden sind neben den Germanen
(Haplogruppe I) auch die Grazilindiden (Haplogruppe H), die
Armenier (Haplogruppe G), die Semiten (Haplogruppe J)
und die Papua (Haplogruppe K) hervorgegangen, also die
am stärksten europid geprägten Vertreter unter den Völkern. Zu
dieser Zeit gab es den
Mongoliden und Negriden noch gar nicht. Insbesondere die Pygmäen (Haplogruppe B),
die Khoisaniden (Haplogruppe A) und die Australiden
(Haplogruppe C) sind durchweg europid einzustufen.
Unter den letztgenannten Gruppen ist daher die Blutgruppe 0 am
häufigsten, da sie unter ihnen noch nicht lange genug existiert hat und
sich noch nicht hinreichend durchsetzen konnte. Die Kopfform ist bei
all
diesen frühen Rassengruppen langschädlig und schmal, so wie der
fossile Homo
sapiens zum Zeitpunkt seiner Entstehung wohl ausgesehen haben
mag. Ihrer Herkunft nach ebenfalls Australide sind die Turkmenen,
die sich schon früh abgespalten haben. Das ist der Grund, warum im
Altai, in der Mongolei und unter den Burjaten die Haplogruppe C
so häufig ist. Nicht zu verwechseln mit den erheblich jüngeren
blonden und blauäugigen Germanen, die nicht zu den Indogermanen gehören,
sondern ursprünglich wie die Finnen eine finno-ugrische Sprache
besaßen, sind die Turaniden der Haplogruppen RxR1, d.h. die
arischen Perser, von denen sich die kentumsprachigen Keltoromanen (Haplogruppe R1b) und
die satemsprachigen Skythoslawen (Haplogruppe R1a) herleiten.
Kaukasier sind also im weitesten Sinne alle, die weder negrid noch
ainuid sind und sich von den Australiden abgespalten haben, auch die Austronesier, aus denen die Siniden
(Haplogruppe O) und die Tungiden (Haplogruppe N)
hervorgegangen sind, deren westlichste Vertreter wir unter den Samen
Nordeuropas finden. Der Negride (Haplogruppe E) hat sich
irgendwo zwischen Afrika und Südostasien von der ainuiden Haplogruppe D,
die besonders in Tibet noch stark vertreten ist, abgesondert und
ist nach Afrika zurückgekehrt, wo es vor ihm nur Alteuropide gab.
Soviel zum Verständnis der Blutmerkmale.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
14. September 2008
Herr Dr. Helmut S. schrieb:
Sehr geehrter Herr Hiebl,
bei der Suche nach der Antwort auf die
Frage, warum ich A-Rhesus-negativ habe, bin ich auf Ihre
Ausführungen gestoßen. Mutig, mutig, denn «Sociobiology» und
Anthropology wird doch vor allem von Leuten betrieben, die über
einen schutzimprägnierten Glauben, Abkunft und eine
amerikanisch-vorderorientalische Doppelstaatsbürgerschaft verfügen.
Sie vertrösten den geneigten Leser auf
eine «Fortsetzung», in der wohl das Resümee Ihrer Ausführungen zu
finden sein wird. Hurtig! Wir sind inklusive Literaturangaben
gespannt. Denn was es für mich heißen würde, wäre ich eine
schwangere Frau, Rhesus-negativ zu sein, wußte ich bis dato nicht.
Dieser Faktor sieht ja förmlich nach einem mörderischen, also
evolutionshindernden aus!
Bei Ihrer Nietzsche/Schopenhauer-Interpretation unterschlagen Sie
natürlich souverän das Gegenteil von Dawkins «selfish-gene», nämlich
das altruistische, das in einer genetisch homogenen Population
entwicklungsvorteilhaft ist. Beide gehören zusammen, wie Lebens- und
Todestrieb, um den Motor der kosmischen Dialektik am Laufen zu
halten.
Ich freue mich, auf einen Selbstzünder gestoßen zu sein, von
denen zunehmend welche erscheinen. Große Abenteuer waren für mich
die Lektüren von Thiele/Knorr, Der Himmel ist unter uns, und
Wolfgang Werner, Illustrierte Poetik des Impurismus.
Mit freundlichem Gruß
Helmut S.
Antwort: Sehr geehrter
Herr Dr. S.,
der Grund, daß Sie auf meine Seite gestoßen sind, ist denkbar
einfach. Es gibt in der Tat nur wenige deutschsprachige Seiten, die
sich mit anthropologischen Themen befassen. Anthropologie ist in
Deutschland grundsätzlich ein heikles Thema, weil man gezwungen ist,
Menschen anhand ihrer Gene zu klassifizieren, um Inkompatibilitäten
zwischen ihnen feststellen zu können. Das sollte man als Deutscher
tunlichst unterlassen, und zwar wegen unserer politischen
Vergangenheit, Sie wissen, was ich meine. Andererseits verspielt man
damit möglicherweise auch die Zukunft, indem man sich ein Tabu
auferlegt bzw. eine Selbstbeschneidung durchführt, die anderen einen
Vorsprung verschafft, während man selbst hinterherhinkt oder
irgendwann nicht mehr mit am Tisch sitzt, weil der Zug abgefahren
ist.
Nun zu meinen Quellen, auf die konkret Ihr Interesse abzielt. Soweit
es um die Blutgruppen geht, habe ich die Quellen angegeben, was die
Bereitstellung der Daten angeht. Auf diese Daten vertraue ich, sie
wurden von seriösen Wissenschaftlern erarbeitet, jeden einzelnen
könnte man nennen. Aber die Schlußfolgerungen, die ich aus diesen
Daten ableite, sind völlig meine eigenen. Es ist alles noch allzu
nackte Theorie, die sich vielleicht irgendwann bestätigen wird oder
auch nicht. Was ich meinen Daten, insbesondere den
Blutgruppenuntersuchungen, zunächst entnehmen kann, ist die
Gleichartigkeit der Muster, die Erkenntnis, daß der moderne Mensch
aus Asien stammt, nicht aus Afrika, wie es die derzeitige
Lehrmeinung fordert. Diese Meinung vertrete ich bislang ganz
alleine, und man wird sehen, wer am Ende recht behält. Auch die
Erkenntnis, daß die europide Rasse die bei weitem älteste ist und
die mongolide die jüngste, führe ich auf mich selbst zurück. In der
Literatur mögen Sie es anders finden. Ich jedenfalls kann meine
Thesen begründen, und zwar durch Generationsselektion, für deren
Untermauerung ich in wochenlanger Arbeit die mathematischen
Gleichungen abgeleitet habe. Diese Ergebnisse werde ich unter dem
Stichwort Vererbung in den nächsten Wochen auf meiner Seite
vorstellen. Ich kann Ihnen dazu keine Quelle nennen, weil ich nicht
weiß, ob den Versuch, die Mendelschen Regeln in Mathematik zu
fassen, überhaupt schon jemand unternommen hat. Ich habe in der
Literatur wenigstens nichts dazu gefunden. Man kann die Rechnung mit
oder ohne Wirkung von Selektionsmechanismen durchführen, ein
Ergebnis, welches sich immer herausstellt, ist, daß die Entropie
eines auf diesen Regeln basierenden Systems stets abnimmt, egal,
welche Tricks man anwendet, um das zugrunde liegende Prinzip hinters
Licht zu führen. Die Erkenntnis, daß das Aussterben einer Art auf
Polymorphismen beruht, kann ich gleichwohl nur selbst gewonnen
haben, weil ich in der Literatur nichts dazu gefunden habe. Im
Grunde wissen wir noch nicht einmal, warum die Dinosaurier
ausgestorben sind, geschweige denn, daß wir uns vorstellen können,
daß irgendwann auch der Mensch ausstirbt. Mit solchen
Fragestellungen scheinen sich überhaupt nur wenige zu befassen. Was
passiert z.B. bei rassischer Vermischung? Die Antwort darauf kann
ich gerne vorwegnehmen. Das Ergebnis ist erstaunlich, weil ich
bisher dachte, daß es umgekehrt wäre, aber nach meinen jetzigen
Berechnungen kehren die Ausgangsprodukte nach beliebig vielen
Generationen immer wieder in Reinform zurück, weil die Natur dem
Bastard keine Chancen einräumt, was sie tun würde, wenn die
Entropie, wie es sonst überall in der Natur der Fall ist, zunähme.
Aber genau das scheint in der Evolution, mit und ohne Selektion,
nicht der Fall zu sein. Sie müssen bitte eine Zeitlang mit dem, was
Sie auf meinen Seiten zu diesem Thema lesen, noch etwas vorsichtig
sein, denn vieles muß noch einmal überarbeitet werden, um auf den
letzten Stand gebracht zu werden. Je tiefer man nämlich in das Thema
eindringt, desto überraschendere Erkenntnisse gewinnt man, und es
ist beinah so, daß das, woran man noch am Vortag geglaubt hat, am
nächsten Tag schon wieder überholt sein könnte. Eine beiläufige
Erkenntnis möchte ich Ihnen aber als Schlußbemerkung noch mit auf
den Weg geben. Der Philosoph Immanuel Kant war der Meinung, daß
unsere Welt die beste aller möglichen sei. Dieser Satz mag aus
atheistischer Sicht zwar richtig sein, zieht man aber einen
postulierten Schöpfer als Erklärungsversuch hinzu, kommt man zu dem
traurigen Ergebnis, daß die Evolution ein gelungener Fehlschlag ist,
zeitlich befristet ein Erfolgskonzept, aber langfristig zum
Scheitern verurteilt. Womit wir wieder bei den
Blutgruppenunverträglichkeiten angelangt wären und der Kreis sich
schließt. Jedoch das Erstaunliche daran ist, daß nur der Mensch
selbst, wenn er diese Dinge einmal durchschaut hat, dem Wirken der
Natur einen Strich durch die Rechnung machen kann, und zwar meines
Erachtens nur mit Hilfe der Eugenik, d.h. künstlicher Selektion,
stellvertretend für die natürliche, sofern die Medizin dauerhaft vor
der Evolution kapitulieren sollte. Aber wir wollen die Hoffnung
natürlich noch längst nicht aufgeben.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
2. Juli 2008
Martin schrieb: Bezüglich
Intelligenz und Rasse zwei Anmerkungen:
a) Komisch, daß Juden für Sie eine eigene Rasse sind, anstatt eine
Religionsgemeinschaft.
b) Juden haben trotz ihres von Ihnen erwähnten geringeren
Hirnvolumens den größten Anteil an den bisher vergebenen
Nobelpreisen. Juden haben im Schnitt einen höheren IQ.
Die Abhängigkeit von Hirnvolumen zu Intelligenz ist nicht so
einfach, wie Sie sich das machen.
Gruß
Martin
Antwort: Sehr geehrter Martin,
an keiner Stelle wurden die
Juden als eigene Rasse bezeichnet. Auch die Zugehörigkeit zu einer
bestimmten Religionsgemein-schaft macht anthropologisch keinen Sinn.
Die Juden sind das Volk Judäas und bilden als solches eine
Sprachfamilie mit anderen semitischen Völkerschaften. Ohne
Zweifel gehören sie der kaukasischen Rasse an.
Wenn ich Sie recht verstehe,
dann vertreten Sie die Auffassung: „Es gibt auserwählte Völker, die
im Mittel eine höhere Intelligenz besitzen als andere Völker, auch
wenn ihr mittleres Gehirnvolumen nachweislich geringer ist.“
Einmal abgesehen davon, daß
jede Messung fehlerbehaftet ist und Intelligenz sich meßtechnisch
nur schwer fassen läßt, liefert das noch keine Begründung dafür,
warum es zweierlei Arten von Gehirnzellen geben und warum
gerade dieses Volk ohne erkennbaren Grund die leistungsfähigere Variante
davon besitzen soll. Sie geben uns auch nicht zu
verstehen, warum das neuronale Netz der einen Population besser
funktionieren soll als das einer beliebigen anderen.
Anthropologische Vergleiche
lassen sich nur unter gleichen Randbedingungen anstellen. Man kann
Intelligenz nur bei gleichem Wissensstand vergleichen. Es macht also
keinen Sinn, jemandem eine Mathematikaufgabe zu stellen, der nie
Mathematik studiert hat. Wenn aber zwei Probanden, welche dieselbe
Mathematikausbildung genossen haben, die gleiche Aufgabe
unterschiedlich schnell lösen, ist ein Vergleich sehr wohl möglich,
wobei aber auch dann immer noch nicht ausgeschlossen werden kann,
daß einer der beiden die Lösung der Aufgabe nicht bereits vorher
irgendwo gesehen hat. Es darf also nicht so sein, daß der eine einen
Wissensvorsprung besitzt, weil er fleißiger war wie der andere, denn
dann wäre er klar im Vorteil. Alle diese Unterschiede gleichen sich
jedoch wieder aus, wenn über eine sehr große Zahl von Probanden
gemittelt wird, wobei aber auch dann eine gewisse Restunsicherheit
bestehen bleibt. Insbesondere dürfen keine systematischen Fehler
begangen werden dergestalt, daß die Ausbildung der einen Gruppe
bedeutend besser verlaufen ist als die der anderen. Nur wenn Sie das
alles berücksichtigen, führen Sie eine korrekte Messung durch.
Es ist angesichts der
geringen Zahl von Menschen, die das jüdische Volk umfaßt, auch kaum
auf eine direkte Proportionalität zwischen der Zahl seiner
Nobelpreisträger und der durchschnittlichen Intelligenz
seiner Bevölkerung zu schließen. Eine überdurchschnittliche
Intelligenz im Vergleich zu anderen Populationen ist gleichwohl
nicht anzunehmen, da es keine durchgängig
windungsreicheren Gehirnpartien eines ganzen Volkes geben
kann, dazu sind
die Menschen zu vermischt und der jüdische Glaube wiederum nicht alt
genug. Jede Annahme, ein einzelnes Volk sei über die ihm aufgrund
seiner mittleren Gehirngröße zukommende Intelligenz hinaus einem
anderen überlegen, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage und
dürfte auch aus logischer Sicht kaum haltbar sein.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl
2. Mai 2008
Herr
Dr. P. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,
ich arbeite gerade an einer Publikation über Nasenformen und habe Ihren
Exkurs gelesen. Gibt es ein Buch oder eine zitierbare Publikation von
Ihnen, die Sie mir benennen könnten?
Mit freundlichen Grüßen
Dr. P.
Antwort:
Sehr geehrter Herr Dr.
P.,
nur damit wir uns recht verstehn: Ich bin kein ausgewiesener
Anthropologe und damit keine fachliche Autorität. Ich habe zwar ein
abgeschlossenes Hochschulstudium und danach noch vier weitere Jahre
an der Hochschule zugebracht, aber in einer ganz anderen Disziplin,
nämlich auf dem Gebiet der Biophysik. Soviel zu meiner
Qualifikation.
Anthropologie und insbesondere Genetik sind meine
Freizeitbeschäftigung, die ich schon seit langem betreibe. Ich
stütze mich zwar auf anerkannte wissenschaftliche Untersuchungen und
gebe auch meine Quellen an, wo solche existieren, aber ich bin
dennoch auf diesem Gebiet ein Autodidakt. Seien Sie daher im Umgang
mit meinen Aussagen vorsichtig.
Speziell nun zu Ihrem Thema: Gerade zu den Nasenformen gibt es
ausgesprochen wenig wissenschaftliche Untersuchungen oder sie sind
mir nicht bekannt, zumindest werden Sie im Internet kaum etwas dazu
finden.
Ich
selbst betreibe keine Forschung zur Populationsgenetik, sondern
ziehe lediglich Schlußfolgerungen aus den Ergebnissen anderer, u.a.
aus Paralleluntersuchungen an Blutgruppensystemen. Solche
Schlußfolgerungen hat bisher niemand gezogen, sei es, daß er sich
seiner Sache nicht sicher war oder ihm ganz einfach der Mut dazu
fehlte. Ich würde mir wünschen, daß in Sachen Anthropologie in
Deutschland wieder stärker geforscht wird. Insofern wird auch Ihr
Beitrag eines Tages vielleicht von großem Interesse sein, zumal
die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts gerade erst begonnen
hat. Ich bin überzeugt davon, daß sich gerade auf diesem Gebiet in
den nächsten Jahren Umwälzendes tun wird. Die Anthropologie als
Wissenschaft hat gerade in Deutschland durch die Auswirkungen des
Zweiten Weltkriegs, insbesondere den Nationalsozialismus,
bedeutenden Schaden genommen. Man war drauf und dran, die
Ergebnisse, die diese Wissenschaft erbracht hat, gänzlich zu
verwerfen oder zumindest zu belächeln. Es bleibt zu hoffen, daß
trotz des schalen Beigeschmacks, den die Anthropologie genießt,
wieder etwas mehr Zuversicht in die weitere Erforschung des Menschen
gesetzt wird. Darin sehe ich auch eine große Chance für junge
ehrgeizige Wissenschaftler.
Ich
bedaure, Ihnen keinen positiven Bescheid geben zu können.
Andererseits bin ich aber auch froh, wenn ich Hinweise und
Richtigstellungen erhalte oder auf Widersprüche aufmerksam gemacht
werde, denn nicht alles läßt sich ausschließlich durch logisches
Denken begründen. Da es keine oder kaum eine wissenschaftliche
Konkurrenz gibt, darf im Moment noch jeder seine Ideen und
Vorschläge unterbreiten, solange sie ihm keiner streitig macht oder
sie ihm nicht widerlegt werden können. So verhält es sich auch in
diesem Fall. Es stehen Thesen im Raum, die noch keinen Anspruch auf
Allgemeingültigkeit besitzen. Darin besteht die besondere Gefahr
ihrer Verwendung. Sollten diese oder ähnliche Erklärungen irgendwann
ihre nachträgliche Rechtfertigung erfahren, so hätte ich zumindest
die Genugtuung, daß gewisse Schlußfolgerungen richtig waren. Aber
der Beweis steht wie gesagt noch aus.
Mit
freundlichen Grüßen
Manfred Hiebl