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9. Juni 2011

Professor Torsten G. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

per Zufall bin ich auf Ihre tolle Homepage gestoßen, da ich nach weiteren Erkenntnissen bzgl. meiner Igenea-Ergebnisse in Zusammenhang mit meiner Blutgruppe suche. Nachdem Sie einen Leserbrief angesichts einer vorliegenden Igenea-Analyse so erkenntnisreich und kompetent beantwortet haben, sende ich Ihnen einfach mal meine Igenea-Daten zu. Aktuell befinde ich mich selber in historischen Analysen meiner Vorfahren und deren Regionen. Zu den Daten:

Y-DNA-Haplogruppe: I2b1 (Urzeit)

Urvolk: Germanen (Antike)

Ursprungsregion: Nordeuropa (Mittelalter)

 

mtDNA-Haplogruppe: V (Urzeit)

Urvolk: Germanen oder Kelten (Antike)

Ursprungsregion: Mitteleuropa (Mittelalter)

 

Ich bin 1,85 m groß

Haarfarbe dunkelbraun

Augenfarbe: blau bis hellblau

Blutgruppe: 0 negativ

Nase gerade, schmales Gesicht

Über den Igenea-Datenpool existiert z.B. eine identische I2b1-Kompatibilität zu Personen in Schweden und Wales.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen, die mich vielleicht auf der Reise in meine Vergangenheit weiterbringen und Ihnen weiterhin viel Spaß bei den eigenen Forschungen.   

Mit freundlichen Grüßen

Torsten G. 

Antwort: Sehr geehrter Herr Professor G.,

eine wirklich interessante, aber durchaus schlüssige Kombination von mitochondrischer und paternaler Haplogruppe, die Sie da haben. Die Haplogruppe I2 kommt hauptsächlich unter den hochgewachsenen Illyrern vor, in Skandinavien ist sie eher selten. Die Illyrer waren schon vor den Kelten in Europa ansässig und gelten als die dinarische Urbevölkerung, die auch in den Alpenraum eingedrungen ist und sogar in Bayern Hügelgräber hinterlassen hat. Natürlich sind die Illyrer, wenngleich sie mehrheitlich dunkelhaarig sind, die engsten Verwandten der eigentlichen Germanen bzw. Wikinger mit der Haplogruppe I1, denn die Trennlinie zwischen Germanen und Illyrern verläuft mitten durch die Haplogruppe I2. Während I2a heute mehrheitlich die Randgruppe der Sarden stellt, da es auf Sardinien, aber auch in Serbien und Bosnien in besonders hoher Konzentration vorkommt, ist die Haplogruppe I2b in Zentraldeutschland bzw. Niedersachsen häufiger anzutreffen. Das deutet darauf hin, daß letztere im Norden entstanden sein muß, während I2a sich schon früher von I1 abgespalten hat. Die Vorgänger-Haplogruppe jedenfalls ist F, das innerhalb Europas im Kaukasus am häufigsten vorkommt. Es kann also durchaus sein, daß sich die auf dem Balkan vorkommende Haplogruppe I2a bereits dort von I1 abgespalten hat.

Die mitochondrische Haplogruppe V ist ein Ableger der iranischen Haplogruppe HV und kommt hauptsächlich unter den Finnen vor. Ihre nordische Herkunft ist damit eindeutig.

Das AB0-Blutgruppensystem ist eine denkbar schlechte Wahl für eine Herkunftsanalyse, da es nur schwach mit den Haplogruppen korreliert, es gibt bessere »Marker«, etwa das Rhesussystem. Rhesus-negativ ist nur in Europa besonders häufig.

Ich empfehle Ihnen auch noch die Haplogruppen ihrer Eltern bestimmen zu lassen, und zwar die mitochondrische Haplogruppe Ihres Vaters, die dieser von seiner Mutter geerbt hat, sowie die Y-DNA-Haplogruppe Ihres Großvaters mütterlicherseits. Sollten eines Tages hinreichend viele Informationen einer ausreichenden Zahl von Personen vorliegen, müßte es möglich sein, den Ursprung der hellen Komplexion eindeutig einer bestimmten Haplogruppe zuzuordnen. Es ist nämlich ziemlich unwahrscheinlich, daß die entsprechenden Mutationen in mehreren Haplogruppen gleichzeitig aufgetreten sind. Ein genaues Bild von der Herkunft des Menschen zu entwerfen ist eine noch nicht getane Aufgabe, die nur gelöst werden kann, wenn ausreichend viele Menschen den Mut besitzen, sich einem Gentest zu unterziehen.

Ich wünsche Ihnen bei der weiteren Erforschung Ihrer Familiengeschichte noch viele interessante Funde.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


2. April 2011

Judy schrieb:

Hi,

1) Alle Königshäuser Europas sind R1b, die sind nämlich alle miteinander verwandt.

2) Stalin war auch R1b (hat man untersucht).

3) Ich untersuche selbst Mythen und Genetik.

Es gibt den Amazonen-Mythos, der von Reiterinnen spricht. Dieser ist in der gesamten Steppe verbreitet. Das Pferd wurde 5000 v. Chr. von der Botai-Kultur domestiziert. Dies müßte ein Stamm mit R1a-Genen gewesen sein. Auch ein anderer Mythos weist darauf hin, daß in der russischen Steppe einst wenigstens zwei Völker in unmittelbarer Nachbarschaft lebten, d.h. direkter Handel, starker genetischer Austausch. Der Fürst von Tuva war wohl z.B. ein typischer »arischer« Blonder. Das stimmt auch  mit meiner Familie aus Ostpreußen/Baltikum überein. Darüber sind sogar die Nazi-Ideologen  gestolpert und haben alle Balten mehr oder weniger als nordisch beeinflußt erklärt oder die Definitionen entsprechend verbogen.

4) Offenbar führen windige Gegenden zu einem europiden Erscheinungsbild. Daher haben die Menschen der westlichen Steppe ein ähnlich europides Aussehen.

Gerade die Steppe scheint jede Menge bunte Tiere hervorzubringen. Offenbar werden dominante Gene dort rezessiv, was die Farbausprägung heller Töne fördert. Ich weiß nicht, inwieweit Du Dich mit Farbgenetik auskennst, aber es gibt nur zwei Grundfarben, rot und schwarz. Alles andere sind Aufhellungen oder Verdunkelungen. Das Flaxengen ist für blondes Langhaar verantwortlich. Ich empfehle Dir dazu einmal die Farbgenetik der Pferde zu studieren. Sie ist am besten dokumentiert, und da Säuger mehr oder weniger über ähnliche Farbgenetik verfügen, erklärt dies einiges. Schon die Reitervölker hatten »blonde« Pferde. Tatsächlich hat man in der russischen Steppe Menschen mit blondem Haar gefunden (z.B. im Stamm der Yuezhi/China), wie kommen die dahin? Das spricht vielmehr dafür, daß die Blonden durch einen Gensprung in der Steppe entstanden und via Indogermanen eingewandert sind. Die Konzentration von Blonden kam also vermutlich durch mehrfache Einwanderung aus verschiedenen Richtungen (Baltikum und über Dänemark) und die extreme Isolation vom restlichen Europa. Die Lebensbedingungen des Nordens haben den Effekt verstärkt. Interessant ist jedoch die Farbenblindheit (rot/grün), Vererbung von Haarverlust. Insbesondere fällt mir auf, daß Römer öfter mal kahlköpfig waren. Daher haben sie wohl ihren »Lorbeerkranz« erfunden. Damit konnten sie das Manko gut überdecken. Außerdem hatten sie einen florierenden Perückenhandel. Wieso?

Dagegen ist Krebs kein genetisches, sondern ein Umweltproblem. Krebs steigt in Industriestaaten, ebenso wie psychosomatische Krankheiten, Alters-Diabetes und Allergien. Als Ost und West zusammenkamen, stieg die Rate im Osten innerhalb von 20 Jahren auf mehr als das Doppelte. Darüber gibt es ausführliche Untersuchungen. Die Krebsrate ist z.B. eine direkte Folge der Ernährung mit Weizen. Überall, wo Menschen extrem viel Weizen essen, steigt die Krebsrate. Vergessen hast Du allerdings die Milchtrinker.

Na ja, das mal als Anregung.

Gruß

Judy

Antwort: Sehr geehrte Leserin,

es überrascht mich immer wieder, mit welcher Sicherheit sich manche Menschen zu Experten aufschwingen,  wo selbst wissenschaftliche Geister sich scheiden. In Ihrer Aufzählung geht vieles durcheinander, anderes ist definitiv falsch. Die Themen können gleichwohl nicht als Anregung verstanden werden, da sie allesamt abgehandelt sind.

1) falsch. Haplogruppenverwandtschaft hat nichts mit Blutsverwandtschaft zu tun. Nachdem aber die Haplogruppe R1b in Europa die häufigste ist, wird sie auch unter Königen am häufigsten vorkommen. Im übrigen gab es in Deutschland lange Zeit eine Wahlmonarchie, d.h. es folgte keineswegs der Sohn auf den Vater, sondern der Nachfolger wurde von den Fürsten gewählt. Was für die Habsburger galt, gilt nicht unbedingt für das englische Königshaus, denn dort wird automatisch die älteste Tochter Königin, wenn männliche Thronerben fehlen. Die Königin kann sich indes ihren Gatten frei wählen.

2) falsch. Stalin hatte G2a, da bin ich mir sicher, da ich dieselbe Haplogruppe habe. Eine einfache Recherche im Internet hätte genügt.

3) Mythen haben nichts mit Genetik zu tun. Die Annahme, daß die Domestikation des Pferdes Leuten mit der Haplogruppe R1a gelungen sei, beruht auf reinen Annahmen. Die Botai-Kultur stammt aus dem nördlichen Kasachstan. Dort ist aber die Haplogruppe C vorherrschend, und nicht R1a. Somit müßte die Domestikation des Pferdes eher einem der späteren asiatischen Reitervölker gelungen sein. Pferde wurden im übrigen seit ihrer Domestikation gezüchtet, ihr Aussehen entsprach der Vorliebe des jeweiligen Züchters. Die Wildform, das Przewalski-Pferd, hat eine graugelbe bis rotbraune Farbe. Auch Wiesent und Mammut, die während der Eiszeit bei uns lebten, hatten ein rötliches Fell. Es diente der Tarnung im rötlichen Unterholz, besonders am Morgen und am Abend, wenn das Licht flach einfällt und die Tiere zur Tränke eilen. Soviel nur zur mehr oder weniger ähnlichen Farbgenetik der Säuger.

Es ist derzeit nicht klar, in welcher Haplogruppe die Mutation „blond“ überhaupt das erste Mal aufgetreten ist. Man weiß weder, ob es eine Y-Haplogruppe war, noch ob eine mitochondrische. Die Definition »arisch« gibt es in der Genetik nicht. Die Balten sind Finno-Ugrier, auch wenn ein Teil von ihnen indogermanisch spricht.

Die Nazis waren in vielerlei Hinsicht nicht auf Stand. Einerseits haben sie die Inder zu Ariern erklärt, andererseits die aus Indien stammenden Zigeuner verfolgt. Daß Juden und Araber genetisch fast identisch sind, ist ihnen auch nicht aufgegangen. Sie wußten ebenfalls nicht, daß Juden und Germanen genetisch eng verwandt sind. Sie haben die Slawen verfolgt, obwohl ein Viertel Deutschlands slawisch ist. Schließlich war ihr Führer in patrilinearer Abstammung Tuareg, also keinesfalls Bajuware.

4) Dominante Allele können nicht rezessiv werden, sondern bleiben dominant. Hell ist rezessiv, dunkel dominant. Das dominante Allel entstand, falls es in ein und derselben Population auftrat, immer später und ist immer das jüngere. (Die rezessive Blutgruppe 0 ist z.B. älter als die dominante A.) Der Neandertaler ist phylogenetisch älter als der Homo sapiens und war rothaarig (Vorstufe zu blond). Der Jetztmensch hat sich wahrscheinlich noch als Rothaariger vom Neandertaler abgespalten und ist erst später nachgedunkelt. Jede andere Erklärung führt zu Widersprüchen.

Der Wind verursacht kein europides Erscheinungsbild, Wind bedeutet Kälte und damit Schädelverrundung (siehe Slawen). Die europide Schädelform ist die älteste, die es überhaupt gibt, und sie ist auch bei den ältesten auf dem Planeten lebenden Menschen, den Australiden, vorhanden. In der Altsteinzeit gab es noch keine brachykranen (negriden) Schädel. Das ist aber auch überall nachzulesen. Die Haplogruppe L liefert keinerlei Hinweise auf die Hautfarbe, die die Menschen vor 200.000 Jahren hatten, auch wenn diese Haplogruppe so gut wie ausschließlich in Afrika vorkommt. Das südliche Afrika wurde erst seit 1500 v. Chr. besiedelt. Auf den anderen Kontinenten ist die Haplogruppe L längst ausgestorben, in Afrika kommt sie nur deswegen noch vor, weil die afrikanische Bevölkerung phylogenetisch einfach jünger ist. In älteren Populationen kommen ältere Haplogruppen grundsätzlich seltener vor, weil Haplogruppen um so früher aussterben, je älter sie sind.

Die Haarlänge hat nichts mit der Haarfarbe zu tun. Menschen in kälteren Gegenden haben in der Regel längeres Haar, weil dieses besser gegen die Kälte schützt. Die Haarfarbe wiederum hat nichts mit der Temperatur gemein, auch wenn der Eisbär ein weißes Fell hat. Gegen die Kälte hilft ihm die Fettschicht. Die Färbung hat ausschließlich Tarneigenschaften. Hell reflektiert außerdem das Sonnenlicht stärker, der Körper absorbiert weniger Wärme als bei Schwarz. Wenn nur dies allein gälte, müßte der Mensch in Afrika eigentlich blond sein.

Genauso, wie man in Europa Menschen mit schwarzem Haar findet, findet man in Asien Menschen mit blondem, nur viel seltener, weil Schwarz phänotypisch dominant ist. Die Indogermanen waren keinesfalls blond, sonst wären alle Inder, Griechen und Römer auch blond. Alle Südwesteuropäer sind fast zu 100 Prozent Indogermanen der Haplogruppe R1b und schwarzhaarig bzw. dunkeläugig. Die blonden Indogermanen des Nordens gingen ausschließlich aus einer Vermischung mit den dort ansässigen Germanen hervor. Die blonden Slawen sind Nachfahren der Waräger, einer Wikingergruppe, die sich mit den bereits asiatisch vermischten Slawen noch weiter vermischt hat. Daher sind die mit den Kelten verwandten, von Hause aus dunkelhaarigen Indogermanen vom Typ R1a blonder als ihre genetischen Vettern. Nur in Ausnahmefällen findet man deren Abkömmlinge in Fernost. Indogermanen können auch nie blond gewesen sein, weil sie von den dunkelhaarigen Papua abstammen, bei denen die Rotfärbung mit Ausnahme einiger weniger schon früher verloren gegangen ist. Blond ist eine sehr alte Mutation und hat ursächlich nichts mit dem Norden zu tun. In Nordskandinavien und Nordasien leben mehr indigene Menschen mit schwarzem als mit blondem Haar. Die blonde Mutation ist wahrscheinlich im Ostseeraum passiert, wo zugleich prozentual die meisten Menschen mit blauen Augen leben. Die Hellmutation ist eine nicht pathologische Form des Albinismus. Glatzenbildung ist ebenfalls eine Mutation (sie korreliert ziemlich gut mit der Prostatakrebs-Verteilung), die nur in einer sehr alten und damit entsprechend degenerierten Population wie R1b passieren konnte.

Krebs hat sehr wohl genetische Ursachen, weil unser Immunsystem individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Das wird dadurch bewiesen, daß in manchen Familien eine überdurchschnittliche Krebshäufigkeit auftritt. Krebs hat weniger damit zu tun, was man ißt, sondern vielmehr, wieviel man ißt. Die Zahl der freien Radikale ist proportional zur aufgenommenen Nahrungsmenge. Die zugenommene Krebshäufigkeit im Osten erklärt sich durch das gestiegene Körpergewicht nach der Wende.

Milch vertragen nur die, die nicht laktoseintolerant sind, und das sind in der Regel die Europäer. Daß Milch im Erwachsenenalter zu mehr Muskulatur und Körperkraft führt, ist eine Binsenweisheit. Vermutlich war der hohe Milchkonsum im Laufe der Evolution auch der geistigen Entwicklung nicht abträglich.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


13. März 2011

Herr Heinz S. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

wiederholt bin ich auf Ihre interessanten Seiten gestoßen. Ich habe mich selber bei IGENEA testen lassen und erst seit wenigen Tagen meine Zertifizierung erhalten. Das sieht bei mir so aus:

Y-DNA-Haplogruppe: R1b1b2a1b (Urzeit)

Urvolk: Kelten (Antike)

Ursprungsregion: Westeuropa (Mittelalter)

mtDNA-Haplogruppe: H1e (Urzeit)

Urvolk: Germanen (Antike)

Ursprungsregion: Nordeuropa (Mittelalter)

Ich bin ca. 1,85 m groß, hellhäutig, wellige Haare

Ursprungshaarfarbe mittelbraun (lt. meiner Friseurin)

Augenfarbe je nach Lichteinfall hellblau bis blaugrün

Blutgruppe A+

Blutgruppe der Eltern

Vater: 0

Mutter: A-

Vielleicht können Sie mit diesen Informationen etwas anfangen.

Viele Grüße aus Bonn am Rhein

Heinz S.

Antwort: Sehr geehrter Herr S.,

natürlich sind mir solche Informationen höchst willkommen, das ist genau die Antwort, die man sich wünscht. Sie sind väterlicherseits Kelte und mütterlicherseits Keltotocharer (vormals Indogermanen) und damit in der Evolution ganz oben, siehe auch

www.manfredhiebl.de/Anthropologie/Evolution.pdf

Interessanterweise gehören die reinen Germanen abstammungsmäßig einer niedrigeren Entwicklungsstufe an, sie stehen, vor allem, was die Südgermanen angeht (die sogenannten Dinarier bzw. Illyrer mit der Haplogruppe I2), nur knapp über Juden und Arabern (nicht im abwertenden Sinne), jedoch deutlich unter den Kelten Westeuropas. Kelte zu sein heißt, sehr ausgeprägte geistige Eigenschaften zu besitzen, die allen anderen Völkern überlegen sind. Aber die Evolution ist ein zweischneidiges Schwert, denn mit der Zahl der guten Eigenschaften nehmen auch die schlechten zu. Die indogermanische Blutgruppe A hat z.B. ein erhöhtes Risiko für fast alle Krebsarten. Aber darüber möchte ich mich nicht weiter auslassen.

Einen interessanten Hinweis will ich aber noch geben. Wie ich herausgefunden habe und Sie selbst anhand der genetischen Verteilungskarten des Y-Adams leicht nachprüfen können, ist die sogenannte »arische« Abstammung (die wir wegen unserer blutigen Vergangenheit heute nicht mehr gerne in der Mund nehmen) auf die Haplogruppe R1a zurückzuführen. Jener Teil der Indogermanen, der nach Indien eingewandert ist und sich dort mit der drawidischen Urbevölkerung vermischt hat, geht väterlicherseits auf R1a zurück, während es R1b in Indien so gut wie nicht gibt. Jene Arier, welche die Inder sind, haben ihren Ursprung im Altai-Gebirge (größtes Vorkommen), wo sie wohl als Mammut-Jäger eine Aufhellung ihrer Komplexion erfahren haben.

Charakteristikum sämtlicher Indogermanen ist die »gerade« Nase, während die Germanen eher durch eine Adlernase auffallen, die sie mit ihren Verwandten, den Juden, teilen. Noch konnte ich diese Hypothese nicht wissenschaftlich belegen, aber es scheint sich abzuzeichnen. Darum bin ich über jede Auskunft froh, die in jener Deutlichkeit gemacht wird.

Aufpassen müssen wir trotzdem noch, denn Sie sind ja das Produkt mehrerer Vorfahren, und erst, wenn Sie auch Ihre Großeltern oder deren Abkömmlinge »getestet« haben, kristallisiert sich die anfänglich festgestellte Abstammung deutlicher heraus. Je weiter Sie zurückforschen wollen, um noch mehr Konfidenz zu erhalten, desto schwieriger wird dieses Unterfangen im allgemeinen. Ich selbst habe von insgesamt 8 großelterlichen Haplogruppen erst 5 ausfindig gemacht, und wer's nachahmen möchte, für den bedeutet es, seine Verwandten zu einem Test bewegen zu müssen, dem die meisten noch relativ kritisch gegenüberstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl

Rückantwort: Sehr geehrter Herr Hiebl,

das ist  ja hochinteressant, was Sie da berichten. Ich wußte z.B. nicht, daß die reinen  Germanen entwicklungsmäßig auf der Ebene der Juden und Araber zu suchen sind. Das  ist für mich eine neue Erkenntnis. Krebs kommt in unserer Familie leider schon mal vor. ... Ja, leider ist es mir bisher nicht gelungen, weitere Verwandtschaft von einem Gentest zu überzeugen. Meist werden  Desinteresse oder Kosten vorgeschoben. Vermutlich dürften die Gründe in  unserer jüngeren Vergangenheit liegen, um diesen Test nicht zu machen. ... Soweit etwas zu meiner Familiengeschichte. Mich würde Ihre Meinung dazu interessieren.

Ich hoffe, daß wir in Kontakt bleiben.

Mit  freundlichen Grüßen aus Bonn

Heinz  S.

Antwort: Sehr geehrter Herr S.,

mit meinem Hinweis wollte ich natürlich keine Diskussionen über Todesursachen auslösen. Es kam mir nur darauf an, herauszustellen, daß Vorteile in der Evolution einseitig sind, weil sie stets auch von Nachteilen begleitet sind. Es ist beim Menschen nicht anders als bei Rassehunden: Sie sind edler, aber für Krankheiten auch anfälliger. Ein kurzes, aber gutes Leben ist besser als ein langes und schlechtes.

Zu unserer jüngeren Vergangenheit kann ich nur sagen, daß das andere Extrem auch nicht das Wahre ist. Mit ein Grund, was mich zu meinen Forschungen bewogen hat, ist das Bedürfnis, diejenigen, die sich gegen die Wahrheit sträuben, zu widerlegen. Die gesamte deutsche Anthropologie konnte nur schlechtgeredet werden, weil es damals noch keine genetischen Beweise gab. Man dichtete Leuten, die es mit redlicher wissenschaftlicher Arbeit hielten, Rassenwahn an und tat ihnen damit unrecht. Die moderne Genetik hat bewiesen, daß diese eher stillen Wissenschaftler in nahezu allen Punkten im Recht waren. Es ist im übrigen kein Beinbruch, Jude zu sein, nur gibt es eben noch ältere und höherentwickelte Völker, womit auch widerlegt ist, daß wir alle von den Juden abstammen.

Ihr Familienname deutet meines Erachtens durchaus auf einen Adelstitel hin, nur scheiden sich an dieser Stelle unsere Wege, weil wir bestimmt über die Zeit schriftlicher Aufzeichnungen hinaus, also nur sehr entfernt verwandt sind. Das ist eben eine Arbeit, die jeder selbst leisten muß, und dazu sollten sich am besten noch viel mehr Menschen an der Auffindung ihrer Gemeinsamkeiten beteiligen. Je mehr an solchen Tests teilnehmen, desto transparenter wird unsere ohnehin ziemlich dunkle Vergangenheit.

Vielleicht ist es nur eine vage Vorahnung, aber ich glaube fest daran, daß der Schlüssel zu unserer Entstehungsgeschichte soeben erst gefunden worden ist.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


1. Februar 2011

Herr Frank N. schrieb:

»Rassen sind ein Produkt des Klimas, der Nahrungsgrundlagen und der natürlichen Feinde einschließlich der in der jeweiligen Umwelt vorhandenen Krankheitserreger. Unter Rassengenese versteht man den dynamischen Prozeß der Anpassung an die jeweiligen Verhältnisse innerhalb einer abgeschlossenen, durch geographische Grenzen voneinander geschiedenen Fortpflanzungsgemeinschaft.«

 

Das ist leider nicht wissenschaftlich bewiesen und nur eine reine Theorie.

 

Laut DNS-Analysen, die in der ganzen Welt bei allen menschlichen Rassen durchgeführt wurden, kamen die Wissenschaftler-Teams zu folgendem Ergebnis: Die Menschen stammen alle von einer einzigen Ur-Rasse ab, die weder eine Mutation durchlaufen hat noch einen Affen oder Primaten als Vorfahren hatte. Die Anzahl der Chromosomen ist von jeder anderen Tierrasse unterschiedlich, bildet eine riesige Kluft zu allen bisherigen Evolutions-Hypothesen/Theorien zum Ursprung des Menschen. Laut der Kriminologie gilt eine DNS-Überprüfung als ein standhafter Beweis für die Abstammung.

Viele Grüße aus Blue Jay

Frank N.

Antwort: Sehr geehrter Herr N.,

möglicherweise ist Ihr unadressiertes Schreiben an mich gerichtet gewesen, ich fühle mich aber nicht angesprochen. Ich weiß auch nicht, was Sie mir sagen wollen. Die Zahl der Chromosomen des Menschen unterscheidet sich von anderen Arten nicht stärker als diese sich untereinander. Es steht Ihnen frei, jeden erdenklichen Beweis oder Gegenbeweis anzutreten, unfundierte Anfechtungen hingegen kann man sich ebensogut schenken. Unser nächster Verwandter ist der Schimpanse, dieser zählt zur Gattung der Primaten. Jeder Mensch unterscheidet sich von jedem anderen durch zahlreiche Mutationen, bis auf eineiige Zwillinge. Es gibt bis auf diese Zwillingsgleichheiten nicht zwei gleiche Menschen. Die mögliche Zahl unterschiedlicher Individuen geht in die Billionen, die genaue Zahl kenne ich nicht, und sie ist auch nicht bekannt. Die Evolution gilt für den Menschen ebenso wie für jede andere Art, der Mensch ist darin keine Ausnahme. Evolution schließt jedoch nicht aus, daß eine Art auch aussterben kann, wenn die rettende Mutation nicht rechtzeitig genug erfolgt. Wann eine vorteilhafte Mutation auftritt, entscheidet allein der Zufall, und nicht die Änderungsgeschwindigkeit unserer Welt. Die Evolution »denkt« nicht bloß eine Generation im voraus. Was noch in der nächsten Generation wie ein Vorteil aussieht, kann sich bereits in der übernächsten als Nachteil entpuppen. Ein Beispiel: Diejenigen, die sich heute überstark vermehren, könnten bereits in der übernächsten Generation diejenigen sein, die als erste verhungern. So gesehen kann niemand behaupten, die Welt der Zukunft würde den Chinesen gehören. Das letzte Wort ist dazu noch nicht gesprochen. Beim Menschen bedeutet Evolution auch den planmäßigen Einsatz des Geistes. Sollten die Menschen irgendwann begreifen, daß die Bevölkerungsexplosion für sie noch zu Lebzeiten von Nachteil sein wird, würde schon eine Handvoll Neutronenbomben auf chinesische Großstädte ausreichen, und die Geschichte der Evolution fände eine andere Fortsetzung. Es ist entgegen geübter Praxis nicht derjenige im Vorteil, der hemmungslos Erbkrankheiten unter seinen Kindern verbreitet, sondern der, der sich nur dann fortpflanzt, wenn er sicher weiß, daß er keine Erbkrankheiten übertragen kann. Der, der seine Rasse rein hält, ist im Vorteil dem gegenüber, der sich quer Beet vermischt, auch wenn es aus dem Munde schlechter Ratgeber wie ein Vorteil klingen mag, besonders bunt auszusehen. Die Juden wissen das bereits.

Für religiös motivierte Zweifel an der Evolutionstheorie habe ich leider keinen Nerv, denn bereits Religion an sich schadet der Evolution am meisten. Der klare und neutrale Verstand fällt allein die richtigen Entscheidungen.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


25. Januar 2011

Frau Gabriele W. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

es ist  zwar sehr interessant, Ihren Artikel über die Blutgruppen zu lesen, aber auch schrecklich kompliziert. Auf Ihre Seite bin ich gestoßen, da es mich gewundert hat, daß z.B. in Ruanda – wo ich vor einigen Monaten war – während der Schwangerschaftsvorsorge keine Blutgruppenbestimmung – insbesondere kein Rh-Faktor – durchgeführt wird. Es wird HIV, Syphilis und einiges andere gestestet, aber keine Auskunft über die Blutgruppe eingeholt. Das hat mich als ehemals praktizierende Frauenärztin doch sehr gewundert, da ich ja die Vorgehensweise in Deutschland kenne. Auf meine Frage, warum das nicht bestimmt wird, sagten mir Schwestern, es sei zu teuer. Zuerst dachte ich, das sei nur in den kleinen Gesundheitsstationen auf dem Land so, wo ja auch kein Arzt ist. Aber ich habe auch in etwas größeren Bezirkshospitälern gefragt und bekam dieselbe Antwort. Ich war ziemlich verwirrt und wollte nun herausfinden, ob es eventuell in Afrika kaum rhesusnegative Frauen gibt. So kam ich auf Ihre Seite. Falls ich das richtig verstanden habe, ist die Prozentzahl wohl geringer als in Europa, oder liege ich da falsch? Kann ich das noch irgendwo nachlesen, vielleicht etwas einfacher?

Übrigens hatte ich den Eindruck, daß das Personal meine Frage und Besorgnis gar nicht verstand. Wie ist das zu erklären? Wenn es für Sie nicht zu umständlich ist, wäre ich über eine Antwort von Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele W.

Antwort: Sehr geehrte Frau W.,

als Quelle habe ich am Ende der Abhandlung angegeben:

Hubert Walter, Populationsgenetik der Blutgruppensysteme des Menschen, E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1998.

In diesem Buch gibt es Häufigkeitsdiagramme, aus denen hervorgeht, daß in Afrika rhesus-negative Allele in einer deutlich geringeren Häufigkeit als in Europa vorkommen. Leider lassen sich daraus keine Schlußfolgerungen geschlechtsspezifischer Art ziehen. Beim ersten Kind gibt es sicher kein Problem für eine rhesus-negative Frau, weil sich die Antikörper erst beim zweiten Kind auf den Fötus auswirken können, wenn es nämlich bei der Geburt des ersten zu einem Blutaustausch zwischen Mutter und Kind kommt.

Die Rhesusunverträglichkeit ist weltweit bekannt und dürfte auch in Afrika ernst genommen werden, wenngleich heute niemand mehr deswegen zu sterben braucht. Daß man Ihre Besorgnis nicht verstanden hat, hat möglicherweise darin seinen Grund. Vielleicht werden erst bei den fortlaufenden Tests während der Schwangerschaft derartige Überlegungen wichtig, aber das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, denn ich bin kein Arzt.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


18. Januar 2011

Dr. Michael R. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

zunächst meine Hochachtung vor Ihrem Projekt. Zweifelsohne haben Sie diese Seiten, die Sie im Internet erstellt haben, sehr viel Zeit und Arbeit gekostet. Da ich kein Experte in Anthropologie bin, nahm ich Ihre Seite sehr dankbar auf und war froh, etwas über gewisse Merkmalsausprägungen zu erfahren, denn als Laie findet man im Internet zwar sehr viel, aber leider ist dies oft sehr mit Vorsicht zu genießen.

Was ich  bei Ihnen sehr dankbar entgegennahm war die Tatsache, daß Sie zum einen Ihre Quellen angegeben haben und nicht zuletzt auch betont haben, daß gewisse Informationen mit Vorsicht zu genießen sind, zumal Sie darauf hingewiesen haben, daß Sie dies selbst eher als Hobby betreiben, aber eine gewisse solide, wenn Sie mir das Wort erlauben, »Grundausbildung« erfahren haben. Ich hatte bisher noch keine Gelegenheit, Ihre kompletten Inhalte zu lesen, aber selbst beim Querlesen habe ich genug Anstöße und Informationen sammeln können, um bei Ihnen noch mehr erfahren zu wollen und so eine Basis für weitere Nachforschungen zu legen.

Eine Frage sei mir jedoch erlaubt: Auf Ihrer Homepage Anthropologie berichten Sie über die ethnischen (genetischen) Zusammenhänge (Verbreitungen) von Volksgruppen in Europa. Darunter fiel mir auf, daß Sie die Sorben als dänische Minderheit beschrieben haben. Es war ganz sicher so, daß in Norddeutschland Slawen gesiedelt haben, das ist in Deutschland zwischen Bayern und Schleswig nichts Außergewöhnliches. Jedoch identifiziere ich mit den Sorben eher ein Volk, welches seinen Lebensraum zwischen den heutigen Bundesländern Sachsen und Brandenburg, dort jeweils im Süd- bzw. Nordosten und vielleicht noch in Teilen in Polen hat. Da es sicher unter den Slawen wie bei den Germanen verschiedene Stämme gab und natürlich auch Wanderungen, wollte ich Sie fragen, inwieweit Sie sicher sind, daß es sich hier auch tatsächlich um Sorben handelt, die Sie da erwähnen, und nicht um andere slawische Stämme. Denn meist werden oder wurden die Slawen selbst oft genug auch nur mit Wenden, siehe Wendland in Niedersachsen, bezeichnet.

Viele Grüße

Michael R.

Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. R.,

als seriösen Wissenschaftler möchte ich Sie darauf hinweisen, daß Sie möglichst keine populärwissenschaftlichen Texte aus dem Internet aufgreifen sollten. Wie Sie wissen, kann dort jeder ohne Zensur alles zum Besten geben, wonach ihn gelüstet. Auch Wikipedia kann nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Da es in Deutschland aufgrund unserer nationalsozialistischen Vergangenheit keine wirkliche Anthropologie gibt, wird sie eben von Privatpersonen betrieben. Natürlich habe ich nicht alles nur frei erfunden, sondern vieles auch von den alten Anthropologen übernommen. Das meiste aber sind bislang unbewiesene Thesen, die sich lediglich durch gewisse statistische Berechnungen erhärten lassen, durch Mathematik eben, die man in der Genetik sonst kaum findet. Überdies möchte ich Ihnen die weniger belastete angelsächsische Literatur sehr ans Herz legen.

Eine Magisterarbeit werden Sie zu diesem Thema von mir nirgends finden, denn meine private Webseite hat absolut nichts mit meinem Beruf zu tun. Eine »Grundausbildung«, wie Sie es nennen, gibt es nur bei der Bundeswehr.

Mit Ihrer Frage nehmen Sie wahrscheinlich Bezug auf folgenden Satz: »Dazu gesellen sich noch etliche Minderheiten, das sind im Norden die Friesen, die aus dem ehemaligen Groß-Deutschland vertriebenen Preußen, ein ursprünglich baltisches Volk, die slawischen Sorben, eine dänische Minderheit in Südschleswig sowie die nirgends seßhaften Sinti und Roma.« Wenn ich die Sorben als dänische Minderheit in Südschleswig hätte bezeichnen wollen, so hätte ich nach Südschleswig ein Komma gesetzt. Ohne dieses Komma ist die dänische Minderheit nur eine der aufgezählten Minderheiten, aber eben eine dänische, keine sorbische. Vermutlich hatten Sie nur ein Problem mit der alten deutschen Rechtschreibung, die ich ausnahmslos verwende, weil ich die neue eher unglücklich finde. Auch wenn ich einige Quellen zu meinen anthropologischen Texten angegeben habe, so beruht die Analyse der Blutgruppensysteme, der Haplogruppen und der ethnischen und sprachlichen Zusammenhänge sowie die daraus abgeleiteten Hypothesen dennoch vollständig auf eigenen Überlegungen. Viele meiner Behauptungen, deren wichtigste die Herkunft des modernen Menschen aus Südostasien ist (siehe dazu Stephen Oppenheimer) sowie die einer germanischen Urbevölkerung Europas, scheinen sich immer mehr zu bestätigen. Ich verweise dazu einfach auf entsprechende Links im Internet. Ich habe im übrigen nie daran geglaubt, daß der moderne Mensch aus Afrika stammt, auch wenn dies die landläufige Meinung ist. Afrikaner haben völlig andere Allele verglichen mit Europäern. Inzwischen hat man eine Rückwanderung nach Afrika wenigstens einigermaßen zugegeben, was aber den alten Anthropologen bereits bekannt war. Das war sicherlich einer der Treiber für meine Überlegungen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


15. Januar 2011

Frau Alexandra B. schrieb: Hallo Herr Hiebl,

als Kind war ich oft deprimiert, weil ich die Dinge meistens klarer gesehen habe als andere und doch nichts machen konnte, oft auch der Willkür von Menschen ausgesetzt war, die nicht wußten, was sie tun sollten und am Ende durch Kurzschlußhandlungen fehlerhaft handelten, überhaupt kein vorrausschauendes Denken hatten und erst recht von mir Kind nichts annehmen wollten. Zumeist hat mich das Gefühlsleben, das so eine Situation mit sich bringt, sehr in meiner eigenen Entwicklung blockiert. Ich habe mich oft gefragt warum. Auch in der Arbeit und in der Schule hatte ich oft Probleme, weil sich Menschen von mir bloßgestellt fühlten. Mittlerweile habe ich festgestellt, daß es besser sein kann, wenn man nicht sagt, was man denkt, auch wenn man einiges schon vorher weiß. Meistens ist das für einen selbst besser. Mir ist aufgefallen, daß ich auf Partyfotos fast immer den größeren Schädel aufhabe, bis auf einige männliche, die wohl mehr Volumen hatten. Und ich habe mir auch Gedanken gemacht, welche Personen in meinem Umkreis intelligent sind und mit wem ich eher Mitleid habe. Der Zusammenhang ist unübersehbar, auch wenn eine Verallgemeinerung rein ethnisch und auch wegen dem jeweiligen Erfahrungsschatz eines Menschen nicht haltbar ist. Wenn man an Forest Gump denkt und wenn man die Schwierigkeiten, die Intelligenz mit sich bringt, mit einberechnet, ist sie nicht immer ein Vorteil. Ich glaube, manche Dinge muß man zum Wohle aller einfach akzeptieren.

Ich habe folgenden Artikel gelesen: http://www.manfredhiebl.de/Anthropologie/hirnvolumen.htm

Weil ich diese Erkenntnis aus Selbstschutz mit niemandem in meinem Bekanntenkreis teilen kann und doch den Drang dazu habe, erhalten Sie diese Nachricht. Hiermit danke ich Ihnen für den Artikel.

Freundliche Grüße

Alexandra B.

Antwort: Hallo Frau B.,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Leider weiß ich gar nicht, was ich Ihnen darauf antworten soll, denn Ihre Zeilen enthalten weder eine Kritik und noch irgendwelche Fragen. Sie sind es aber dennoch wert, gelesen zu werden. Ein Punkt, auf den man vielleicht eingehen könnte, ist, ob man etwas besser für sich behalten sollte, wenn die Offenlegung Mißtöne hervorruft. Dazu möchte ich Stellung nehmen: Natürlich haben Äußerungen, durch welche andere sich beleidigt oder in ihrer Ehre gekränkt fühlen könnten, mit Bedacht zu geschehen. Mir liegt es stets fern, andere herabzusetzen oder blindwütig auf sie einzuschlagen, aber trotzdem: Fakten muß man äußern dürfen, ohne daß jemand das Recht erwirbt, einen dafür zu schelten oder zu bedrohen. Intelligenz ist gewiß ein ehrenrühriges Thema, besonders wenn jemand sich ebenbürtig fühlt, es dann aber doch nicht ist.

Sie haben den Artikel durchaus richtig verstanden, wonach die Alltagserfahrung uns lehrt, daß Aussagen über Intelligenz keine in jedem Einzelfall gültigen, durch Gegenbeispiele leicht zu widerlegenden Schlußfolgerungen gestatten. Die reale Welt gehorcht keiner mathematischen Logik, sie ist statistischer Natur. Ich habe lediglich Fakten gesammelt, aber auch eigene Antworten hinzugefügt, dort, wo sie mir plausibel erschienen. Es bleibt der modernen Genetik überlassen, diese bislang kontrovers diskutierten Zusammenhänge zu entschlüsseln. Auch ich tue mich schwer mit der Behauptung, daß Kinder, egal ob leibliche oder angenommene, hinsichtlich ihrer Intelligenz in der Nähe ihrer Eltern liegen, und daß es auf die Gene weniger ankommt. Dagegen spricht, daß Kinder, die alle von denselben Eltern aufgezogen wurden, doch recht unterschiedlich geraten. In vielen Großfamilien ist meist eines dabei, das im Vergleich zu seinen Geschwistern überdurchschnittlich begabt ist. Darauf kann nur die Genetik die richtige Antwort geben.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


29. November 2009

Frau Julia S. schrieb: Hallo Herr Hiebl,

nachdem ich schon öfter auf der Suche nach Informationen auf dem Gebiet der Anthropologie auf Ihrer Seite gelandet bin und ich auf dieser bis jetzt immer die passenden Informationen gefunden habe, möchte ich mich nun an Sie persönlich wenden.
Ich besuche im Moment die 13. und somit für mich letzte Klasse und schreibe in Biologie eine Facharbeit. Dabei soll ich auf die genetische Variabilität der europäischen Bevölkerung eingehen und anhand von ausgewählten Merkmalen Unterschiede aufführen, d.h. im Klartext, ich soll z.B. das Auftreten der unterschiedlichen Körpergröße, Schädelform, Augenfarbe usw. durch verschiedene Basenkombinationen erklären und weiter auf die geographische Verteilung der unterschiedlichen Merkmale eingehen.

Bis jetzt habe ich aber nur Bücher gefunden, die die phänotypischen Unterschiede der Menschen beschreiben, nicht aber, welche Ursachen dafür in den Genen vorliegen. Ich dachte Stoff dazu und Verweise auf Bücher mit dafür relevantem Inhalt würde ich im Internet finden unter Suchbegriffen wie «Populationsgenetik», «Anthropologie» und dergleichen, bis jetzt habe ich aber trotz langwierigem Recherchieren nichts gefunden, ebensowenig wie in kleineren und größeren Bibliotheken.

Jetzt meine Frage/mein Anliegen: Kennen Sie sich vielleicht mit den genetischen Zusammenhängen der äußeren Erscheinung aus und können mir weiterhelfen? Oder suche ich unter einem falschen/zu ungenauen Begriff? (Populationsgenetik hat ja sicher wiederum mehrere Teilgebiete) oder gibt es andere Stellen, an die ich mich da wenden sollte, z.B. Universitäten? Helfen die auch Schülern?

Ich hoffe auf Ihre Antwort, ich steh momentan echt auf dem Schlauch.

Mit freundlichen Grüßen

Julia S.

Antwort: Hallo Frau S.,

das Recherchieren kann ich Ihnen natürlich nicht abnehmen, aber ich kann Ihnen schon einmal eine Literaturempfehlung aussprechen, in der Sie vieles finden können.

 

Das Fischer Lexikon

Titel: Anthropologie

Herausgeber:

Gerhard Heberer

Gottfried Kurth

Ilse Schwidetzky-Roesing

1959

 

Ein gutes altes Stück deutsche Restanthropologie, aber wahrscheinlich nicht mehr auf dem neusten Stand! Man findet zu diesem Thema in der Tat nicht besonders viel, und das hat auch seinen ganz speziellen Grund. Wegen des Rassenwahns der Deutschen, der Ideologie einer arischen Rasse und der damit verbundenen Judenverfolgung während der Nazizeit hat die Beschäftigung mit diesem Thema einen etwas schalen Beigeschmack bekommen und ist in Teilen der Bevölkerung sogar verpönt, was andere Länder natürlich nicht davon abhält, auf diesem Gebiet intensiv zu forschen. Man muß allerdings unterscheiden zwischen Weltanschauung, Fanatismus und objektiver Forschung. In einem freien Land sollte letztere möglich sein. Natürlich gerät man schnell in Konflikte, wenn man zu Werturteilen greift, wobei bereits die Unterscheidung zwischen groß und klein ein solches sein kann. Aber Menschen sind nun einmal voller Komplexe und bilden sich irgendwelche Minderwertigkeiten ein. Demzufolge handelt man sich schnell den Vorwurf des Rassismus ein. Ich finde Ihre Wahl, sich für ein solches Thema zu entscheiden, übrigens sehr mutig und wünsche Ihnen, daß Sie damit ohne persönlich angegriffen zu werden durchkommen.

 

Anthropologie ist auf deutschen Webseiten eine Marktnische, man kann im Internet nicht wirklich viel dazu finden, was mich letztlich auch bewogen hat, etwas einzustellen, was man nicht in Wikipedia nachlesen kann, halb basierend auf Ergebnissen anderer, vielfach auf eigenen. Ich bitte Sie daher, Inhalte nicht ungeprüft einfach von mir zu übernehmen, sondern mit Literaturreferenzen zu versehen. Ich weiß, daß im Text noch einige kleinere, nichtausgebesserte  Widersprüche und Ungereimtheiten lauern, aber mir fehlt einfach die Zeit, um wöchentlich alles zu überarbeiten, insofern bin ich auch für Hinweise dankbar.

 

Viele Gene, z.B. das für die Haut- und Haarfarbe oder -form und auch für die Körpergröße, sind noch gar nicht bestimmt, auch bezüglich der Augenfarbe wird noch herumgerätselt, und Blutgruppensysteme sind nur bedingt aussagekräftig. Gut lassen sich die Europäer anhand ihrer fehlenden Laktoseintoleranz klassifizieren. Das einzige, was derzeit Sinn machen könnte, wäre also die Haplogruppenzuweisung. Der folgende Link wird Ihnen sicher weiterhelfen:

 

http://www.scs.uiuc.edu/~mcdonald/WorldHaplogroupsMaps.pdf

Dort finden Sie die entsprechenden Verteilungen für Europäer. Sie können auch bei IGENEA nachfragen, die geben Ihnen immer kostenlos und freundlich Auskunft. Ich habe dort zum Zwecke der Ahnenforschung kürzlich meine Haplogruppen bestimmen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Hiebl

 


14. September 2009

Herr René K. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

seit längerer Zeit ist mir Ihr Internetauftritt zum Thema Anthropologie bekannt. Ich finde, diese Seite ist Ihnen sehr gut gelungen, und es schön zu sehen, daß es Menschen gibt, die sich auch den schwierigeren Themen zu stellen bereit sind.

Die Thematik rund um den Rhesus-Negativ Faktor finde ich sehr reizend, ich denke, dort gibt es noch vieles herauszufinden.

Der Grund für meine Email zielt auf die Frage hin, ob Sie ggf. am Ankauf einiger anthropologischen Exponate interessiert sind. Ein Bekannter meinerseits veräußert aktuell einen Teil seiner anthropologischen Sammlung mit Objekten aus vielerlei Ländern (diese wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von seinen Vorfahren ins Leben gerufen).

Vielen Dank und viele Grüße

René K.

Antwort: Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihr Kompliment. Ich verstehe sehr gut, was Sie sagen wollen. Wer heute als Deutscher bestimmte Themen in den Mund nimmt, gilt schon als verdächtig. Welch ein Glück, daß ich geistig unabhängig und durch meine Vorfahren nicht belastet bin. Seit einiger Zeit interessiere ich mich für Genetik und die Frage nach der Herkunft des Menschen. Nur wer versteht, wie der Mensch entstanden ist, versteht auch, wo er hinführt.

Es wäre sicherlich eine gute Idee, mein Arbeitszimmer mit einem Neandertalerschädel zu schmücken, nur glaube ich ganz einfach, daß jedes einzelne dieser Exponate eine nicht unerhebliche Summe kosten dürfte. Zweitens fände ich es schade, eine solche Sammlung, die in einem Museum weitaus besser aufgehoben ist als in privaten Händen, zu zerpflücken.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl

27. Mai 2009

Frau Bettina K. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

aus Interesse an der Materie bin ich auf Ihre Seite gestoßen. Sie war sehr interessant, aber für einen Laien auch  etwas verwirrend. Einfach aus Interesse würde ich gerne mehr über meine Herkunft etc. wissen. Vielleicht können Sie ja aus dem ganzen verwirrenden Wust etwas Konkreteres dazu sagen. Also: Ich habe Blutgruppe 0 negativ, mein Bruder auch, mein Vater hatte, glaube ich, 0 positiv, Mutter weiß ich nicht. Mein Mann hat 0 positiv, unsere beiden Töchter 0 negativ, die beiden Söhne 0 positiv. Hier geht es mir nicht um die reinen Erbgesetze, da ist mir schon klar, daß sowohl mein Vater als auch mein Mann mischerbig gewesen sein müssen. Mir geht es um die Herkunft/Völkerwanderungen etc. an sich, ob man dazu Aussagen machen kann.

Mein Vater hatte übrigens mal aus genealogischem Interesse sein Y-Chromosom untersuchen lassen, da ist man zu folgendem Ergebnis gekommen: «Die Zühlener K.s werden zur Linie I 1a gerechnet, die sich nach der letzten Eiszeit nach Mittel- und Nordeuropa bewegte und jetzt besonders häufig im nördlichen Mitteleuropa und in Skandinavien vorkommt.» Vielleicht können Sie ja aufgrund Ihrer Forschungen einige Hinweise geben.

Mit freundlichen Grüßen

Bettina K.

Antwort: Sehr geehrte Frau K.,

Rhesus-negativ kommt außer in Europa nur in Afrika, und dort vor allem in Nordafrika häufiger vor, in Australien, Neu-Guinea, aber auch in Polynesien und Melanesien fehlt es völlig. Da beim Rhesusfaktor immer dasjenige Allel überlebt, welches anfangs das häufigere war, steht zu vermuten, daß Rhesus-negativ ursprünglich unter Europäern in der Überzahl war und seither durch Überschichtung mit späteren Einwanderungswellen ins Hintertreffen geraten, also wieder vom Aussterben bedroht ist. Es fällt auf, daß es vor allem in Populationen, die näher am Anfang des menschlichen Stammbaums stehen, in seiner größten Häufigkeit vorliegt, mit einem Spitzenwert bei den Basken von nahezu 50 %, gefolgt von den Ukrainern. Aber auch Südskandinavien, die Britischen Inseln, Frankreich und Nordspanien weisen ansehnliche Frequenzen auf. Rhesus-negativ findet sich gehäuft in der in Europa ältesten Haplogruppe I der mitochondrischen Eva, also unter der vorindogermanischen Bevölkerung, die näher am Anfang des menschlichen Stammbaums steht, sowie in der Haplogruppe I des Adam des Y-Chromosoms, hauptsächlich unter nordischen Mammutjägern. Die Blutgruppe 0 tritt vornehmlich am Ende des Stammbaums in ihrer größten Häufigkeit auf. Für das gehäufte Vorkommen in Europa sind maßgeblich die Indogermanen der Haplogruppe R1b, d.h. die Kelten, verantwortlich, sie brachten die Blutgruppe 0 während der Bronzezeit nach Europa, das vorher ein anderes Substrat besaß. Die Blutgruppe 0 nimmt wegen der Mutter-Kind-Unverträglichkeit mit dem Rassenalter zu, daher haben die ältesten Rassen auch die höchsten Anteile an 0. Dies zeigt sich eindrucksvoll an dem nahezu ausschließlichen Vorhandensein von 0 in der Haplogruppe Q der Indianiden, die beinahe so alt sind wie die die Indogermanen. Europa stellt insofern eine Ausnahme von dieser Regel dar, als hier vor allem die Blutgruppe A, welche die nordische Rasse kennzeichnet, noch relativ häufig vorkommt, zumal die Einwanderung der Indogermanen noch nicht so lange zurückliegt. Vor dem Eintreffen der Indogermanen gab es in Europa wahrscheinlich keine Mutter-Kind- und keine Rhesus-Unverträglichkeit. Indien, aber auch Ostasien sind rassisch jung und weisen daher noch deutlich niedrigere AB0*0-Allelfrequenzen auf. Je älter nun eine Haplogruppe, desto weniger ist der Mensch mutiert und desto jünger ist er genealogisch. Er ähnelt unseren Vorfahren am meisten. Jüngere Haplogruppen charakterisieren Menschen mit schwarzem Haar, da Schwarz dominant ist und sich im Laufe der Evolution immer stärker durchgesetzt hat. Die Brachykephalisation ist bei ihnen, am ausgeprägtesten bei den Mongoliden, am stärksten fortgeschritten, sie haben eine rundere Kopfform. Die Haplogruppe I leitet sich aus der Haplogruppe F ab, die keinen direkten Vorläufer mehr kennt. Sie kommt ursprünglich aus Südindien und ist nach Europa nicht weiter als bis Georgien und in den Kaukasus vorgedrungen. Aus der Haplogruppe F der Weddiden sind neben den Germanen (Haplogruppe I) auch die Grazilindiden (Haplogruppe H), die Armenier (Haplogruppe G), die Semiten (Haplogruppe J) und die Papua (Haplogruppe K) hervorgegangen, also die am stärksten europid geprägten Vertreter unter den Völkern. Zu dieser Zeit gab es den Mongoliden und Negriden noch gar nicht. Insbesondere die Pygmäen (Haplogruppe B), die Khoisaniden (Haplogruppe A) und die Australiden (Haplogruppe C) sind durchweg europid einzustufen. Unter den letztgenannten Gruppen ist daher die Blutgruppe 0 am häufigsten, da sie unter ihnen noch nicht lange genug existiert hat und sich noch nicht hinreichend durchsetzen konnte. Die Kopfform ist bei all diesen frühen Rassengruppen langschädlig und schmal, so wie der fossile Homo sapiens zum Zeitpunkt seiner Entstehung wohl ausgesehen haben mag. Ihrer Herkunft nach ebenfalls Australide sind die Turkmenen, die sich schon früh abgespalten haben. Das ist der Grund, warum im Altai, in der Mongolei und unter den Burjaten die Haplogruppe C so häufig ist. Nicht zu verwechseln mit den erheblich jüngeren blonden und blauäugigen Germanen, die nicht zu den Indogermanen gehören, sondern ursprünglich wie die Finnen eine finno-ugrische Sprache besaßen, sind die Turaniden der Haplogruppen RxR1, d.h. die arischen Perser, von denen sich die kentumsprachigen Keltoromanen (Haplogruppe R1b) und die satemsprachigen Skythoslawen (Haplogruppe R1a) herleiten. Kaukasier sind also im weitesten Sinne alle, die weder negrid noch ainuid sind und sich von den Australiden abgespalten haben, auch die Austronesier, aus denen die Siniden (Haplogruppe O) und die Tungiden (Haplogruppe N) hervorgegangen sind, deren westlichste Vertreter wir unter den Samen Nordeuropas finden. Der Negride (Haplogruppe E) hat sich irgendwo zwischen Afrika und Südostasien von der ainuiden Haplogruppe D, die besonders in Tibet noch stark vertreten ist, abgesondert und ist nach Afrika zurückgekehrt, wo es vor ihm nur Alteuropide gab. Soviel zum Verständnis der Blutmerkmale.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


14. September 2008

Herr Dr. Helmut S. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

bei der Suche nach der Antwort auf die Frage, warum ich A-Rhesus-negativ habe, bin ich auf Ihre Ausführungen gestoßen. Mutig, mutig, denn «Sociobiology» und Anthropology wird doch vor allem von Leuten betrieben, die über einen schutzimprägnierten Glauben, Abkunft und eine amerikanisch-vorderorientalische Doppelstaatsbürgerschaft verfügen.

Sie vertrösten den geneigten Leser auf eine «Fortsetzung», in der wohl das Resümee Ihrer Ausführungen zu finden sein wird. Hurtig! Wir sind inklusive Literaturangaben gespannt. Denn was es für mich heißen würde, wäre ich eine schwangere Frau, Rhesus-negativ zu sein, wußte ich bis dato nicht. Dieser Faktor sieht ja förmlich nach einem mörderischen, also evolutionshindernden aus!

Bei Ihrer Nietzsche/Schopenhauer-Interpretation unterschlagen Sie natürlich souverän das Gegenteil von Dawkins «selfish-gene», nämlich das altruistische, das in einer genetisch homogenen Population entwicklungsvorteilhaft ist. Beide gehören zusammen, wie Lebens- und Todestrieb, um den Motor der kosmischen Dialektik am Laufen zu halten.

Ich freue mich,  auf einen  Selbstzünder gestoßen zu sein,  von denen  zunehmend  welche erscheinen. Große Abenteuer waren für mich die Lektüren von Thiele/Knorr, Der Himmel ist unter uns, und Wolfgang Werner, Illustrierte Poetik des Impurismus.

Mit freundlichem Gruß

Helmut S.

Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. S.,

der Grund, daß Sie auf meine Seite gestoßen sind, ist denkbar einfach. Es gibt in der Tat nur wenige deutschsprachige Seiten, die sich mit anthropologischen Themen befassen. Anthropologie ist in Deutschland grundsätzlich ein heikles Thema, weil man gezwungen ist, Menschen anhand ihrer Gene zu klassifizieren, um Inkompatibilitäten zwischen ihnen feststellen zu können. Das sollte man als Deutscher tunlichst unterlassen, und zwar wegen unserer politischen Vergangenheit, Sie wissen, was ich meine. Andererseits verspielt man damit möglicherweise auch die Zukunft, indem man sich ein Tabu auferlegt bzw. eine Selbstbeschneidung durchführt, die anderen einen Vorsprung verschafft, während man selbst hinterherhinkt oder irgendwann nicht mehr mit am Tisch sitzt, weil der Zug abgefahren ist.

Nun zu meinen Quellen, auf die konkret Ihr Interesse abzielt. Soweit es um die Blutgruppen geht, habe ich die Quellen angegeben, was die Bereitstellung der Daten angeht. Auf diese Daten vertraue ich, sie wurden von seriösen Wissenschaftlern erarbeitet, jeden einzelnen könnte man nennen. Aber die Schlußfolgerungen, die ich aus diesen Daten ableite, sind völlig meine eigenen. Es ist alles noch allzu nackte Theorie, die sich vielleicht irgendwann bestätigen wird oder auch nicht. Was ich meinen Daten, insbesondere den Blutgruppenuntersuchungen, zunächst entnehmen kann, ist die Gleichartigkeit der Muster, die Erkenntnis, daß der moderne Mensch aus Asien stammt, nicht aus Afrika, wie es die derzeitige Lehrmeinung fordert. Diese Meinung vertrete ich bislang ganz alleine, und man wird sehen, wer am Ende recht behält. Auch die Erkenntnis, daß die europide Rasse die bei weitem älteste ist und die mongolide die jüngste, führe ich auf mich selbst zurück. In der Literatur mögen Sie es anders finden. Ich jedenfalls kann meine Thesen begründen, und zwar durch Generationsselektion, für deren Untermauerung ich in wochenlanger Arbeit die mathematischen Gleichungen abgeleitet habe. Diese Ergebnisse werde ich unter dem Stichwort Vererbung in den nächsten Wochen auf meiner Seite vorstellen. Ich kann Ihnen dazu keine Quelle nennen, weil ich nicht weiß, ob den Versuch, die Mendelschen Regeln in Mathematik zu fassen, überhaupt schon jemand unternommen hat. Ich habe in der Literatur wenigstens nichts dazu gefunden. Man kann die Rechnung mit oder ohne Wirkung von Selektionsmechanismen durchführen, ein Ergebnis, welches sich immer herausstellt, ist, daß die Entropie eines auf diesen Regeln basierenden Systems stets abnimmt, egal, welche Tricks man anwendet, um das zugrunde liegende Prinzip hinters Licht zu führen. Die Erkenntnis, daß das Aussterben einer Art auf Polymorphismen beruht, kann ich gleichwohl nur selbst gewonnen haben, weil ich in der Literatur nichts dazu gefunden habe. Im Grunde wissen wir noch nicht einmal, warum die Dinosaurier ausgestorben sind, geschweige denn, daß wir uns vorstellen können, daß irgendwann auch der Mensch ausstirbt. Mit solchen Fragestellungen scheinen sich überhaupt nur wenige zu befassen. Was passiert z.B. bei rassischer Vermischung? Die Antwort darauf kann ich gerne vorwegnehmen. Das Ergebnis ist erstaunlich, weil ich bisher dachte, daß es umgekehrt wäre, aber nach meinen jetzigen Berechnungen kehren die Ausgangsprodukte nach beliebig vielen Generationen immer wieder in Reinform zurück, weil die Natur dem Bastard keine Chancen einräumt, was sie tun würde, wenn die Entropie, wie es sonst überall in der Natur der Fall ist, zunähme. Aber genau das scheint in der Evolution, mit und ohne Selektion, nicht der Fall zu sein. Sie müssen bitte eine Zeitlang mit dem, was Sie auf meinen Seiten zu diesem Thema lesen, noch etwas vorsichtig sein, denn vieles muß noch einmal überarbeitet werden, um auf den letzten Stand gebracht zu werden. Je tiefer man nämlich in das Thema eindringt, desto überraschendere Erkenntnisse gewinnt man, und es ist beinah so, daß das, woran man noch am Vortag geglaubt hat, am nächsten Tag schon wieder überholt sein könnte. Eine beiläufige Erkenntnis möchte ich Ihnen aber als Schlußbemerkung noch mit auf den Weg geben. Der Philosoph Immanuel Kant war der Meinung, daß unsere Welt die beste aller möglichen sei. Dieser Satz mag aus atheistischer Sicht zwar richtig sein, zieht man aber einen postulierten Schöpfer als Erklärungsversuch hinzu, kommt man zu dem traurigen Ergebnis, daß die Evolution ein gelungener Fehlschlag ist, zeitlich befristet ein Erfolgskonzept, aber langfristig zum Scheitern verurteilt. Womit wir wieder bei den Blutgruppenunverträglichkeiten angelangt wären und der Kreis sich schließt. Jedoch das Erstaunliche daran ist, daß nur der Mensch selbst, wenn er diese Dinge einmal durchschaut hat, dem Wirken der Natur einen Strich durch die Rechnung machen kann, und zwar meines Erachtens nur mit Hilfe der Eugenik, d.h. künstlicher Selektion, stellvertretend für die natürliche, sofern die Medizin dauerhaft vor der Evolution kapitulieren sollte. Aber wir wollen die Hoffnung natürlich noch längst nicht aufgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Hiebl


2. Juli 2008

Martin schrieb: Bezüglich Intelligenz und Rasse zwei Anmerkungen:

a) Komisch, daß Juden für Sie eine eigene Rasse sind, anstatt eine Religionsgemeinschaft.

b) Juden haben trotz ihres von Ihnen erwähnten geringeren Hirnvolumens den größten Anteil an den bisher vergebenen Nobelpreisen. Juden haben im Schnitt einen höheren IQ.

Die Abhängigkeit von Hirnvolumen zu Intelligenz ist nicht so einfach, wie Sie sich das machen.

Gruß

Martin

Antwort: Sehr geehrter Martin,

an keiner Stelle wurden die Juden als eigene Rasse bezeichnet. Auch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religionsgemein-schaft macht anthropologisch keinen Sinn. Die Juden sind das Volk Judäas und bilden als solches eine Sprachfamilie mit anderen semitischen Völkerschaften. Ohne Zweifel gehören sie der kaukasischen Rasse an.

Wenn ich Sie recht verstehe, dann vertreten Sie die Auffassung: „Es gibt auserwählte Völker, die im Mittel eine höhere Intelligenz besitzen als andere Völker, auch wenn ihr mittleres Gehirnvolumen nachweislich geringer ist.“

Einmal abgesehen davon, daß jede Messung fehlerbehaftet ist und Intelligenz sich meßtechnisch nur schwer fassen läßt, liefert das noch keine Begründung dafür, warum es zweierlei Arten von Gehirnzellen geben und warum gerade dieses Volk ohne erkennbaren Grund die leistungsfähigere Variante davon besitzen soll. Sie geben uns auch nicht zu verstehen, warum das neuronale Netz der einen Population besser funktionieren soll als das einer beliebigen anderen.

Anthropologische Vergleiche lassen sich nur unter gleichen Randbedingungen anstellen. Man kann Intelligenz nur bei gleichem Wissensstand vergleichen. Es macht also keinen Sinn, jemandem eine Mathematikaufgabe zu stellen, der nie Mathematik studiert hat. Wenn aber zwei Probanden, welche dieselbe Mathematikausbildung genossen haben, die gleiche Aufgabe unterschiedlich schnell lösen, ist ein Vergleich sehr wohl möglich, wobei aber auch dann immer noch nicht ausgeschlossen werden kann, daß einer der beiden die Lösung der Aufgabe nicht bereits vorher irgendwo gesehen hat. Es darf also nicht so sein, daß der eine einen Wissensvorsprung besitzt, weil er fleißiger war wie der andere, denn dann wäre er klar im Vorteil. Alle diese Unterschiede gleichen sich jedoch wieder aus, wenn über eine sehr große Zahl von Probanden gemittelt wird, wobei aber auch dann eine gewisse Restunsicherheit bestehen bleibt. Insbesondere dürfen keine systematischen Fehler begangen werden dergestalt, daß die Ausbildung der einen Gruppe bedeutend besser verlaufen ist als die der anderen. Nur wenn Sie das alles berücksichtigen, führen Sie eine korrekte Messung durch.

Es ist angesichts der geringen Zahl von Menschen, die das jüdische Volk umfaßt, auch kaum auf eine direkte Proportionalität zwischen der Zahl seiner Nobelpreisträger und der durchschnittlichen Intelligenz seiner Bevölkerung zu schließen. Eine überdurchschnittliche Intelligenz im Vergleich zu anderen Populationen ist gleichwohl nicht anzunehmen, da es keine durchgängig windungsreicheren Gehirnpartien eines ganzen  Volkes geben kann, dazu sind die Menschen zu vermischt und der jüdische Glaube wiederum nicht alt genug. Jede Annahme, ein einzelnes Volk sei über die ihm aufgrund seiner mittleren Gehirngröße zukommende Intelligenz hinaus einem anderen überlegen, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage und dürfte auch aus logischer Sicht kaum haltbar sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Hiebl


2. Mai 2008

Herr Dr. P. schrieb: Sehr geehrter Herr Hiebl,

ich arbeite gerade an einer Publikation über Nasenformen und habe Ihren Exkurs gelesen. Gibt es ein Buch oder eine zitierbare Publikation von Ihnen, die Sie mir benennen könnten?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. P.

Antwort: Sehr geehrter Herr Dr. P.,

nur damit wir uns recht verstehn: Ich bin kein ausgewiesener Anthropologe und damit keine fachliche Autorität. Ich habe zwar ein abgeschlossenes Hochschulstudium und danach noch vier weitere Jahre an der Hochschule zugebracht, aber in einer ganz anderen Disziplin, nämlich auf dem Gebiet der Biophysik. Soviel zu meiner Qualifikation.

Anthropologie und insbesondere Genetik sind meine Freizeitbeschäftigung, die ich schon seit langem betreibe. Ich stütze mich zwar auf anerkannte wissenschaftliche Untersuchungen und gebe auch meine Quellen an, wo solche existieren, aber ich bin dennoch auf diesem Gebiet ein Autodidakt. Seien Sie daher im Umgang mit meinen Aussagen vorsichtig.

Speziell nun zu Ihrem Thema: Gerade zu den Nasenformen gibt es ausgesprochen wenig wissenschaftliche Untersuchungen oder sie sind mir nicht bekannt, zumindest werden Sie im Internet kaum etwas dazu finden.

Ich selbst betreibe keine Forschung zur Populationsgenetik, sondern ziehe lediglich Schlußfolgerungen aus den Ergebnissen anderer, u.a. aus Paralleluntersuchungen an Blutgruppensystemen. Solche Schlußfolgerungen hat bisher niemand gezogen, sei es, daß er sich seiner Sache nicht sicher war oder ihm ganz einfach der Mut dazu fehlte. Ich würde mir wünschen, daß in Sachen Anthropologie in Deutschland wieder stärker geforscht wird. Insofern wird auch Ihr Beitrag eines Tages vielleicht von großem Interesse sein, zumal die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts gerade erst begonnen hat. Ich bin überzeugt davon, daß sich gerade auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren Umwälzendes tun wird. Die Anthropologie als Wissenschaft hat gerade in Deutschland durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, insbesondere den Nationalsozialismus, bedeutenden Schaden genommen. Man war drauf und dran, die Ergebnisse, die diese Wissenschaft erbracht hat, gänzlich zu verwerfen oder zumindest zu belächeln. Es bleibt zu hoffen, daß trotz des schalen Beigeschmacks, den die Anthropologie genießt, wieder etwas mehr Zuversicht in die weitere Erforschung des Menschen gesetzt wird. Darin sehe ich auch eine große Chance für junge ehrgeizige Wissenschaftler.

Ich bedaure, Ihnen keinen positiven Bescheid geben zu können. Andererseits bin ich aber auch froh, wenn ich Hinweise und Richtigstellungen erhalte oder auf Widersprüche aufmerksam gemacht werde, denn nicht alles läßt sich ausschließlich durch logisches Denken begründen. Da es keine oder kaum eine wissenschaftliche Konkurrenz gibt, darf im Moment noch jeder seine Ideen und Vorschläge unterbreiten, solange sie ihm keiner streitig macht oder sie ihm nicht widerlegt werden können. So verhält es sich auch in diesem Fall. Es stehen Thesen im Raum, die noch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit besitzen. Darin besteht die besondere Gefahr ihrer Verwendung. Sollten diese oder ähnliche Erklärungen irgendwann ihre nachträgliche Rechtfertigung erfahren, so hätte ich zumindest die Genugtuung, daß gewisse Schlußfolgerungen richtig waren. Aber der Beweis steht wie gesagt noch aus.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Manfred Hiebl