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VII

    [xviii] Weil Gott es so wollte, kehrten die Unseren zurück, jubelnd und triumphierend über den Sieg, den sie an diesem Tag errungen hatten. Ihre überwundenen Feinde, die vollständig vernichtet waren, setzten ihre Flucht fort, indem sie nach hier und dort huschten und irrten, die einen nach Khorasan, die anderen ins Land der Sarazenen. Als unsere Fürsten sahen, daß unsere Feinde, die in der Stadt waren, uns unaufhörlich ausraubten und belästigten, wo immer sie uns schaden konnten, hielten sie Ratschluß und sagten: "Laßt uns, ehe wir alle unsere Leute verlieren, bei der Moschee, die vor dem Stadttor, dort wo die Brücke steht, liegt, eine Burg erbauen. Auf diese Weise sind wir vielleicht in der Lage, unsere Feinde einzuschließen. Alle waren einverstanden und der Meinung, daß es ein guter Plan sei. Der Graf von Saint-Gilles war der erste, der das Wort ergriff und der sprach: "Helft mir, diese Burg zu bauen, und ich werde sie verstärken und mich erfolgreich verteidigen." "Wenn Ihr wollt", antwortete Bohemund, "und wenn die anderen Fürsten zustimmen, gehe ich mit Euch zum Hafen von St. Simeon und gebe den Männern, die sich dort aufhalten, sicheres Geleit, damit sie dieses Bauwerk errichten können. Diejenigen, die hierbleiben werden, müssen nach allen Seiten Ausschau halten, damit sie sich verteidigen können."
    Der Graf und Bohemund machten sich daher auf zum Hafen von St. Simeon. Wir, die wir zurückblieben, rafften uns zusammen und begannen die Burg zu errichten, als die Türken sich anschickten und einen Ausfall aus der Stadt machten, um uns anzugreifen. Sie stürmten auf uns ein und schlugen die Unseren in die Flucht, wobei sie viele töteten, was uns großen Gram bereitete.
    Als die Türken gewahr wurden, daß einige unserer Führer abwesend waren, und daß sie am voraufgegangenen Tag zum Hafen gegangen waren, machten sie sich am folgenden Tage bereit und unternahmen einen Ausfall, um jene anzugreifen, als sie gerade vom Hafen zurückkamen. Als sie den Grafen und Bohemund zurückkommen sahen, wie sie die Bauhandwerker eskortierten, begannen sie mit den Zähnen zu knirschen und unter den lautestem Rufen zu plappern und zu heulen, unsere Männer zu umschwärmen, Speere zu schleudern und Pfeile zu verschießen, sie zu verwunden und auf brutalste Weise abzuschlachten. Ihr Überfall war so grimmig, daß die Unseren über den nächstgelegenen Berg oder wo immer es einen Weg gab zu fliehen begannen. Diejenigen, die schnell genug weg konnten, kamen mit dem Leben davon, doch diejenigen, die es nicht konnten, wurden getötet. An jenem Tag erlitten mehr als tausend unserer Ritter und Fußkrieger den Märtyrertod, und wir waren überzeugt, daß sie in den Himmel kamen und in weiße, wallende Gewänder gekleidet wurden und die Siegespalme des Märtyrers empfingen.
    Bohemund war nicht den Weg gegangen, dem sie gefolgt waren, sondern kam schneller noch mit wenigen Rittern dorthin, wo wir versammelt waren, und wir, zornig über den Verlust unserer Kameraden, appellierten an den Namen Christi und setzten unser Vertrauen in die Pilgerfahrt zum Heiligen Grab und gingen alle daran, die Türken, die wir wie ein Herz und eine Seele angriffen, zu bekämpfen. Die Feinde Gottes, die auch die unseren waren, standen herum, unschlüssig und erschrocken, denn sie dachten, daß sie uns besiegen und töten könnten, wie sie es mit dem Gefolge des Grafen und Bohemunds gemacht hatten, aber der allmächtige Gott gestattete ihnen nicht, derartiges zu tun. Die Ritter des wahren Gottes, in jeder Beziehung mit dem Zeichen des Kreuzes gewappnet, fielen grimmig über sie her und ritten furchtlos eine Attacke gegen sie, und letztere flohen hurtig durch die Mitte der schmalen Brücke auf ihr Tor zu. Jene, die es nicht schafften, die Brücke lebend zu überqueren, erlitten daselbst, wegen des großen Gedränges von Menschen und Pferden, einen immerwährenden Tod mit dem Teufel und seinen Erzengeln. Denn wir eilten ihnen nach, trieben sie in den Fluß oder warfen sie nieder, so daß es schien, als ob die Wasser dieses hurtigen Stromes ganz rot von Türkenblut waren; und wenn einer, sofern er die Gelegenheit dazu fand, versuchte, die Brückenpfeiler hochzuklettern oder das Ufer schwimmend zu erreichen, wurde er von unseren Leuten, die entlang des gesamten Flußufers standen, niedergeschlagen. Das Getöse und die Schreie der Unseren und des Feindes ließ der Himmel widerhallen, und der Hagel an Geschossen und Pfeilen deckte das Firmament zu und verbarg das Tageslicht. Die christlichen Frauen, die in der Stadt waren, kamen an die Fenster in den Wällen, und als sie das unsägliche Schicksal der Türken sahen, klatschten sie insgeheim in die Hände. Die Armenier und Syrer, die unter der Befehlsgewalt türkischer Führer standen, mußten Pfeile auf uns schießen, ob sie nun wollten oder nicht. Zwölf Emire des türkischen Heeres erlitten in dieser Schlacht den Tod an Leib und Seele, zusammen mit fünfzehnhundert weiteren ihrer tapfersten und entschlossensten Soldaten, die noch die besten waren unter denen, welche die Stadt verteidigten. Die Überlebenden hatten den Mut verloren, Tag und Nacht zu heulen und zu plappern, wie sie es zu tun pflegten. Nur die Dunkelheit trennte die beiden Seiten, und die Nacht bereitete dem Kämpfen mit Wurfgeschossen, Speeren und Pfeilen ein Ende. Somit waren unsere Feinde durch die Macht Gottes und des Heiligen Grabes geschlagen, so daß sie fortan weniger Mut besaßen als früher, sowohl mit Worten als auch in Taten. An diesem Tag hielten wir uns mehr als schadlos an vielem, woran wir Mangel litten, sowie auch an Pferden.
    Am nächsten Tag kamen in der Dämmerung andere Türken aus der Stadt heraus und sammelten all die stinkenden Leichen ihrer Toten ein, die sie am Flußufer finden konnten, außer denen, die im eigentlichen Flußbett verborgen lagen, und beerdigten sie bei der Moschee, die hinter der Brücke vor dem Stadttor liegt, und mit ihnen bestatteten sie Mäntel, Goldbezanti, Bogen und Pfeile und andere Gerätschaften, deren Namen wir nicht kennen. Als die Unseren hörten, daß die Türken ihre Toten begraben hatten, machten sie sich auf und kamen eilends zu jener Kapelle des Teufels herbei und ließen die Leiber ausgraben und die Gräber zerstören und die toten Männer aus ihren Gräbern herausziehen. Sie warfen alle Leichen in eine Grube, schnitten ihnen die Köpfe ab und brachten sie, damit sie die genaue Zahl ermitteln konnten, zu unseren Zelten, mit Ausnahme derer, die sie an vier Pferde hängten, die den Gesandten des Emirs von Babylon gehörten, und zur Meeresküste schickten. Als die Türken dies sahen, wurden sie sehr traurig und grämten sich fast zu Tode, zumal sie jeden Tag jammerten und nichts anderes taten als weinen und wehklagen. Am dritten Tag taten wir uns mit großem Eifer zusammen, um die oben erwähnte Burg zu erbauen, aus Steinen, die wir von den Gräbern der Türken genommen hatten. Als die Burg fertig war, begannen wir von allen Seiten massiv auf unsere Feinde, deren Stolz gebrochen war, einzudringen. Wir hingegen konnten uns frei bewegen, wohin wir auch wollten, zum Tor und in die Berge, und wir priesen und lobten Gott unsern Herrn, dem Ehre sei und Glanz bis ans Ende der Zeit. Amen.

Hier endet das siebente Buch und es beginnt das achte