Die Mendelschen Regeln im dominant-rezessiven Erbgang
Der Augustinermönch Gregor Mendel wußte noch weder etwas über
Gene noch auch von Chromosomen, als er in den 60er Jahren des 19.
Jahrhunderts auf empirische Art die heute nach ihm benannten Regeln
fand. Im Computerzeitalter haben wir da freilich mächtigere
Werkzeuge zur Hand, um uns den letzten Geheimnissen der Evolution
auf analytischere Weise zu nähern, als Mendel es tat. Wir bedienen
uns zur Herleitung der Mendelschen Regeln im folgenden der
mathematischen Statistik und Kombinatorik, leiten damit von
Generation zu Generation die allgemeinen iterativen Zusammenhänge ab
und starten danach unser Programm, das allein durch die Kapazität
unseres Rechners begrenzt wird, je nachdem, wie viele Generationen
wir berechnen wollen. Denn schon nach etwa 10 Generationen läßt sich
der allgemeine Trend erkennen, gegen welchen Grenzwert das
Verhältnis von Homozygoten zu Heterozygoten konvergiert. Unser
Ansatz muß allerdings gewissen einschränkenden Annahmen genügen,
z.B., daß keine sexuellen Auswahlregeln gelten sollen, sondern die
Paarungswahrscheinlichkeit unabhängig von Geschlecht und Alter
zwischen allen Individuen einer Generation gleich groß ist. Der
Begriff Generation wird so streng gefaßt, daß nach unserem Modell
keine über die Generationsgrenzen hinausgehenden Verbindungen zu
jüngeren oder älteren Generationen eingegangen werden sollen.
Zunächst betrachten wir die allgemeinen Vererbungsregeln im
dominant-rezessiven Erbgang ohne Wirken von Selektion, ehe wir
schließlich unser System den Auflagen des darwinistischen
Ausleseprinzips unterwerfen und bestimmte Kombinationen von der
Fortpflanzung ausschließen. Wir erwarten dadurch nicht nur, daß sich
die anfänglichen Allelverhältnisse von Generation zu Generation
ändern, sondern auch unterschiedliche Grenzwerte, gegen die die
Folgen Rein- und Mischerbiger konvergieren. Am Ende betrachten wir
den Faktor Entropie, um eine Wertung dieses Mechanismus sowie der
gesamten Evolution vornehmen zu können.
Fortsetzung folgt