Populationsgenetik
Die Entropie der Blutgruppensysteme
ermöglicht es uns, Wanderungsbewegungen des Homo sapiens
nachzuvollziehen, wobei wir uns darauf stützen können, daß sie in
Richtung Ballungszentren zunimmt und in Isolaten anhaltend niedrig
bleibt. Völker, die im Laufe ihrer Entstehung stets auf Wanderschaft
waren, sind der Inzucht weitaus weniger ausgesetzt gewesen als
solche, die kaum genetischen Austausch erfahren haben, und haben
dadurch eine höhere Lebenserwartung als die sogenannten
Beharrungsgruppen, bei denen schon die Kindersterblichkeit sehr hoch
ist. Weil nomadisierende Völker stets stärker vermischt sind als
seßhafte, ist ihre Entropie, d.h. die Verschiedenartigkeit unter
ihnen, nachweislich größer, das sieht man ganz eindeutig bei den
Blutgruppensystemen wie auch an den Haplogruppenverteilungen. Um die
genetische Unordnung eines Volkes studieren zu können, bedarf es
objektiver Vergleichsmerkmale. Hierzu können beliebige genetische
Polymorphismen herangezogen werden, sowohl der mitochondrischen Eva
wie des Adam des Y-Chromosoms als auch solche von
Blutgruppensystemen.
Kaum eine Substanz des menschlichen
Körpers ist so gut untersucht wie unser Blut, und an kaum einem
seiner Bestandteile sind umfangreichere Messungen durchgeführt
worden als an den Blutgruppensystemen. Zur Bestimmung der
Mischungsentropie der Menschenrassen wurden 42 ausgewählte
erythrozytäre, Serumprotein- und Enzympolymorphismen in bezug auf
ihre geographische Verteilung untersucht. Den Berechnungen wurde die
Boltzmannsche Formel

zugrunde gelegt, wobei den einzelnen
Allelfrequenzen und Haplotypen die prozentualen Anteile
xi zugewiesen
wurden. Ferner muß die Normierungsbedingung

gelten. Die Boltzmannkonstante k
wurde dabei gleich eins gesetzt, da es bei einer relativen
Betrachtungsweise hierauf nicht ankommt. Grundsätzlich gilt, daß
sich Populationen mit einer niedrigen Mischungsentropie noch in
einem weitgehend reinen und ursprünglichen Zustand befinden und
daher am Anfang des Stammbaums anzusiedeln sind, während solche mit
einer hohen Entropie am Ende des Stammbaums stehen. Weil die
Entropie mit dem Rassenalter zunimmt, herrscht unter den ältesten
Rassen auch die stärkste Vermischung.
Da wir im folgenden häufig den Begriff
Rassenalter verwenden, müssen wir diesen, wenn wir ein eindeutiges
Verständnis erzielen wollen, zuerst definieren. Bezieht man das
Rassenalter auf den Entstehungszeitraum des Homo sapiens,
dann zählt die sogenannte Altschicht gerade zu den jüngsten Rassen,
weil sie, obwohl die älteren Gene besitzend, seit ihrer Entstehung
nur wenige Haplogruppen durchlaufen hat. Umgekehrt entsprechen die
jüngeren Haplogruppen den ältesten Populationen. Wählt man nun als
Bezugspunkt für das Rassenalter die Gegenwart, so würden
Haplogruppen am Ende des Stammbaums jüngeren Rassen angehören, was
sofort zum Widerspruch führt. Wir verwenden daher die umgekehrte
Definition, welche Populationen mit größerer Mischungsentropie auch
einem höheren Alter zuordnet, zumal die Entropie einen Zeitfunktion
ist, die im Falle maximaler Reinheit minimal, wenn nicht gar null
ist. Die heute noch existierenden Träger alter Haplogruppen sind
demnach auch die jüngsten Vertreter des Homo sapiens, während
die älteren ungleich häufiger mutiert sind und jüngeren Haplogruppen
angehören. Die jüngsten Rassen, bei denen die Entropie zugleich am
niedrigsten ist, tragen folglich alle noch die sogenannten
Präsapiensallele, also jene genetische Grundausstattung, mit der der
Homo sapiens erstmals in Erscheinung trat. Durch Mutationen,
etwa hinzugekommene Blutgruppenallele, erhöht sich bekanntlich die
Entropie, folglich haben bei den ältesten Rassen die älteren Allele
durch Selektion auch am stärksten abgenommen.
Nach dieser Auffassung sind die
Australiden die jüngste Rasse, gefolgt von den Papua auf Neu-Guinea,
den Eskimiden der Polarregionen und den Mikronesiern des Pazifiks
(vgl. Tabelle 8).
Nichtsdestoweniger stammen wir alle von einem gemeinsamen Vorfahren
ab, von dem sich zuerst die Australiden abspalteten, ohne daß man
daraus schon schließen könnte, sie seien unsere direkten Urahnen,
denn zwischen dem letzten Afrikaner und dem ersten Europiden liegen
mindestens 15.000 dunkle Jahre. Zugleich ist die Urheimat des
Menschen dort zu suchen, wo wir die ältesten Haplogruppen finden
bzw. wo die Entropie am niedrigsten ist, und dies ist unstreitig
Australien mit seiner Nachbarinsel Neu-Guinea. Afrika ist bereits so
stark vermischt, daß es als Urheimat des Homo sapiens wohl
kaum mehr in Frage kommt. Zudem war der erste Mensch eindeutig
europid, und nicht negrid, was immer die gängige Lehrmeinung dagegen
einzuwenden vermag. Als der erste Europide bereits in Südostasien
lebte, gab es den Negriden noch gar nicht. Dafür liefert auch die
Verwandtschaft mit dem Neandertaler ein schlagendes Indiz, der ja
nun weiß Gott kein negrides Aussehen besaß. Vermutlich haben sich
Neandertaler und Homo sapiens irgendwann zwischen dem ersten
Auftreten des Microcephalin-Gens und der Entstehung der Haplogruppe
D voneinander getrennt. Nur so läßt sich die Existenz dieses
Gens beim Menschen befriedigend erklären.
In Tabelle 1
wurde über den jeweiligen Kontinent gemittelt die Mischungsentropie
aus 42 polymorphen Blutgruppensystemen berechnet, die ein Maß für
die Reinheit der dort lebenden Bevölkerung darstellt und somit
Rückschlüsse auf deren Alter erlaubt. Dieser Vergleich ist zulässig,
wenn man sich bewußt ist, daß Mutationen nur eine Frage des Zufalls
sind und Selektionsmechanismen sich überall auf der Welt gleich
auswirken. Auch wenn sich im Einzelfall je nach Blutgruppensystem
unterschiedliche Werte ergeben, so sind die Gründe dafür im Mittel
doch wieder bei allen Völkern gleich.
Der älteste Kontinent ist demnach Afrika
gefolgt von Asien, ganz knapp dahinter liegt Europa. Mit deutlichem
Abstand folgen Amerika, welches nur geringfügig älter ist als
Ozeanien, und das Volk der Inuit. Am jüngsten sind Neu-Guinea und
Australien, wo zugleich eine der ältesten Haplogruppen des Y-Adams,
die Haplogruppe C, vorkommt.
In Tabelle 2
ist die aus insgesamt 34 Blutgruppensystemen gebildete mittlere
Entropie Europas nach einzelnen Regionen und Bevölkerungsgruppen
aufgeschlüsselt. Zunächst fällt auf, daß die Basken den höchsten
Entropiewert aufweisen und demnach in Europa die älteste Bevölkerung
darstellen. Sie sind auch weltweit das mit Abstand älteste Volk. Das
ist um so verwunderlicher, als ihr anderes Extrem, die unmittelbar
benachbarten Westeuropäer, in Europa den niedrigsten Entropiewert
besitzen, also dort die jüngste Bevölkerung darstellen. Es folgen in
der Reihenfolge des Rassenalters die restlichen europäischen
Regionen, zunächst Westeuropa, von wo aus die Besiedlung Europas
eingeleitet wurde, dann Ost-, Mittel-, Süd- und Nordeuropa.

Tabelle 1:
Mittlere Entropie der Blutgruppensysteme auf den einzelnen
Kontinenten
Die Roma gehören nicht zu diesem Kreis,
da sie ihrer Herkunft nach aus Indien stammen und erst relativ spät
in Europa eingesickert sind. Über die Zugehörigkeit der Samen, die
ebenfalls asiatischen Ursprungs sind, läßt sich ebenso streiten, da
ihre Haplogruppen bis ins ferne Sibirien reichen. Der samische
Einfluß ist auch der Grund dafür, daß Nordeuropa unter allen
europäischen Bevölkerungen am stärksten vermischt ist. Auch die
Fennoskandier sind vermutlich uralischen Ursprungs, wie es in Europa
überhaupt keine Bevölkerung gibt, die nicht irgendwann aus Asien
eingewandert ist.

Tabelle
2: Entropie der Blutgruppensysteme Europas
Daß bestimmte Regionen, namentlich West-
und Osteuropa, eine geringere Entropie aufweisen als Mittel-, Süd-
und Nordeuropa, hat seinen Grund darin, daß die Haplogruppen des
Y-Adams, die das Pendant zur mitochondrischen Haplogruppe U
darstellen, allesamt zwischenzeitlich ausgestorben sind, und liegt
nicht etwa daran, daß die Indogermanen in ein weitgehend
menschenleeres Europa vorgedrungen wären und dort gewissermaßen die
Urbevölkerung stellten. Ehe nämlich die Indogermanen, welche die
Haplogruppe H mitbrachten, über die westlichen Ausläufer des
eurasischen Kontinents hereinbrachen, lebten auf europäischem Boden
bereits mesopotamische (Haplogruppe J), uralische
(Haplogruppe U) und dené-kaukasische Völker (Haplogruppe I).
In ganz Europa außer bei den Samen liegt
heute im System der mitochondrischen Eva die Haplogruppe H an
führender Stelle. Alle Indogermanen stammen mütterlicherseits von
dieser Ur-Eva ab, die den Namen Helena erhalten hat. Ihre
Repräsentanten sprechen indogermanische, aber auch afroasiatische
Sprachen. Die Finnen sind nahezu die einzigen Vertreter der mit H
eng verwandten Haplogruppe V, und immer noch ist in Europa
die viel ältere ugrische Haplogruppe U sehr häufig, die bei
Samen, Türken und Kurden stattliche Werte annimmt. Letztere
kennzeichnet die schwarzhaarigen dunkeläugigen Europäer und nimmt
ihren Ausgang im Ural. Ihr Vorkommen erstreckt sich allerdings auf
die europiden Bevölkerungen, denn ihre Vertreter sprechen
finno-ugrische und uralische Sprachen. Lediglich ein Ableger von
U ist die aus dem Kaukasus stammende Haplogruppe K.
Im System des Adam des Y-Chromosoms
dominiert in Westeuropa eindeutig die Haplogruppe R1b der
Kentumsprecher, die sich auf Kelten und Romanen verteilt. R1b
ist auch in Mitteleuropa die häufigste Haplogruppe. Sie ist auf
jeden Fall indogermanischen Ursprungs und damit eine der derzeit
jüngsten Haplogruppen überhaupt. Gleichzeitig ist der Einfluß
anderer Haplogruppen in Westeuropa denkbar gering, vor allem sind
fennoskandische Anteile prozentual kaum vertreten.
In Osteuropa wiederum hat sich die
skythoslawische Haplogruppe R1a durchgesetzt, da die Germanen
dieses Gebiet während der Völkerwanderung weitgehend leerten.
Mitteleuropa wiederum ist nicht so stark vermischt wie Südeuropa,
und Südeuropa weniger stark als Nordeuropa. Die genetische
Zusammensetzung änderte sich erst, als im Laufe der Völkerwanderung
von Norden her – damals noch auf einer niedrigeren Kulturstufe
stehende – fennoskandische Bevölkerungsgruppen gen Süden vordrangen.
Teile dieser nordischen Mammutjäger, seit der Spätantike auch
Wikinger oder Normannen genannt, haben sich im Raum Mitteleuropas
mit den Kelten vermischt und von ihnen vermutlich die
indogermanische Sprache übernommen, denn die germanischen Sprachen
zählen zu den Kentumsprachen, die jüngeren Datums sind als die
uralischen, welche die Germanen vorher sprachen und welche die
Finnen noch heute sprechen. Ähnlich wie die Germanen in Mitteleuropa
die keltische haben die Finno-Ugrier auf dem Balkan die Sprache der
dortigen Slawen angenommen. Die auf die Kelten folgenden Skythen,
die in Osteuropa erst in der ausgehenden Antike eintrafen, zählen zu
den Satemsprechern.
Im Süden Europas finden wir noch Reste
der vor der letzten Eiszeit aus Nordafrika herübergekommenen
Berbervölker der Haplogruppe E. Der Norden bescherte Europa
hingegen die hochgewachsenen, blonden und blauäugigen Mammutjäger
der Haplogruppe I. Letztere waren die Träger der sogenannten
Streitaxtkultur und bevölkerten Skandinavien und Illyrien lange vor
den nach ihnen eingewanderten Slawen oder den vor ihnen
hergeschobenen Keltoromanen. Die in Nordeuropa vorherrschende
Haplogruppe I der Fennoskandier, die sich von den Weddiden
Hinterindiens (Haplogruppe F) abspalteten, ist am stärksten
bei den Finnen ausgeprägt. Die Samen wiederum sind noch stärker
vermischt als die übrigen Nordeuropäer und daher auch älter. Sie
besitzen im System des Y-Adams die Haplogruppe N. Die Sarden
schließlich, wahrscheinlich die Urbevölkerung Südeuropas, rangieren
hinsichtlich ihrer Entropie noch vor den Samen. Wir sehen also, daß
nicht allein die Isolation einer Population ihren Reinheitsgrad
bewahrt, sondern vorrangig ein niedriges genetisches Alter dafür
verantwortlich ist.
Ergänzend zu den
Blutgruppenpolymorphismen wurde eine Berechnung der
Mischungsentropien anhand der Haplogruppenverteilungen durchgeführt,
die Ergebnisse sind in Tabelle 3
in aufsteigender Reihenfolge sortiert. Die Farbe Rot entspricht
dabei der Haplogruppe R1b, Gelb der Haplogruppe R1a,
Rosa I, Weiß G und Blau E, den in Europa
hauptsächlich vorkommenden Haplogruppen. Untersucht wurden bei 40
europäischen sowie Mittelmeeranrainerstaaten die Haplogruppen des
Y-Adams, basierend auf jüngsten Erhebungen. Bei der Verwendung
dieser Daten ist allerdings Vorsicht geboten, da diese nicht mit den
Ergebnissen von McDonald aus dem Jahre 2005 übereinstimmen, die sich
auf die beginnende Neuzeit erstrecken. So fehlt in der Aufstellung
beispielsweise die Haplogruppe N der Samen völlig, und auch
bei den südwesteuropäischen Ländern hätte die Völkerwanderung
hinsichtlich der Haplogruppe I ihre Spuren hinterlassen
müssen. Des weiteren vermißt werden die entsprechenden Anteile der
Haplogruppe J, die von durch die Römer umgesiedelten Juden
herrührt, so daß wir der daraus resultierenden Analyse nur ganz
grobe Anhaltspunkte entnehmen können. Wir können aber feststellen,
daß die Entropie von West nach Ost zunimmt wie auch von Nord nach
Süd. Die größten Vermischungen haben folglich nicht im äußersten
Westen stattgefunden, denn Bewegung erfolgt stets in einen
Ballungsraum hinein, und nie aus diesem heraus. Ballungsräume aber
sind in Europa und im Mittelmeerraum das nördliche Afrika,
Kleinasien und der Balkan.
Die am wenigsten vermischten Länder sind
nach diesen Erhebungen das Baskenland und die im äußersten Westen
gelegenen Staaten bzw. Regionen Wales, Irland, Portugal, Schottland,
die Niederlande und Spanien. Bei ihnen finden wir überwiegend oder
fast ausschließlich die Haplogruppe R1b der Keltiberer. In
fast allen diesen Ländern ist die Haplogruppe I der
Finno-Ugrier entweder überhaupt nicht oder nur in sehr geringem
Ausmaß vertreten. Weitere keltisch dominierte Länder sind England,
Belgien, Tschechien, Frankreich, Italien, Dänemark, Bulgarien, die
Schweiz, Norwegen und Deutschland. Davon sind die führenden Länder
nur gering slawisch vermischt, Ausnahmen bilden lediglich Spanien,
Portugal, Frankreich und die Schweiz, denen mehr berberische
Elemente beigefügt sind. Italien, Norwegen und Deutschland sind
statt dessen finno-ugrisch durchsetzt, wobei Norwegen den stärksten
finnischen Einschlag aufweist. Insbesondere fällt auf, daß
Deutschland, welches fälschlicherweise immer als besonders rein
galt, unter sämtlichen Ländern Europas den höchsten Grad an
Vermischung aufweist.
In den slawisch dominierten Ländern der
Haplogruppe R1a rangiert Lettland vor Litauen, Polen,
Slowenien, der Ukraine, Ungarn, Rußland und Estland. Unter diesen
ist Polen das slawischste Land. Die Länder Lettland, Polen, Ungarn
und Rußland tendieren dabei zu einer stärker keltischen Vermischung,
Litauen, Estland und die Ukraine zu einer stärker finno-ugrischen,
allein Slowenien zu einer mehr berberischen.
Die finno-ugrischen Länder werden
angeführt von Finnland vor Bosnien, Schweden, Serbien, Kroatien,
Mazedonien und Albanien. Von diesen sind Finnland, Schweden,
Bosnien, Kroatien und Albanien slawisch vermischt, Serbien und
Mazedonien dagegen berberisch. Im übrigen weist Mazedonien die
höchsten semitischen Anteile innerhalb Europas auf, wobei diese
allerdings niemals auch nur Platz zwei belegen können.
Berberisch geprägte Völker sind neben
Slowenien auch Rumänien, Griechenland und Bulgarien, wobei Bulgarien
am stärksten keltisch vermischt ist, Rumänien dagegen hauptsächlich
slawisch. Die vorrangigen Berberländer Nordafrikas sind Marokko,
Tunesien und Algerien, die zudem stark armenisch vermischt sind. Die
nordafrikanischen Länder weisen zusätzlich noch Anteile indischer
Herkunft auf (Haplogruppe F), wobei allerdings nicht gesagt
ist, daß F auch in Indien entstanden sein muß.
Die armenische Haplogruppe G
dominiert in Armenien, gefolgt von Georgien und der Türkei. Georgien
und die Türkei sind außerdem stark keltisch geprägt, was von
früheren Einwanderergruppen wie den Galatern herrührt, Armenien
dagegen mehr skythisch. In der Türkei, in Georgien und Armenien
finden wir darüber hinaus noch signifikante Anteile
papua-neuguineischer Abstammung.

Tabelle 3:
Entropie der Haplogruppen der europäischen und einiger angrenzenden
Völker
Tabelle 4
zeigt die Mischungsentropien des afrikanischen Kontinents regional
nach Blutgruppensystemen aufgeschlüsselt. Dabei liegt Afrika
hinsichtlich seiner Gesamtentropie zwar deutlich vor Europa, nicht
aber jede seiner Teilregionen. Ausgenommen werden von der
Betrachtung muß auf jeden Fall Nordafrika, das den Süden in der
Summe anhebt. Relativ unvermischt tritt uns das subsaharanische
Afrika entgegen, mit nur wenigen Haplogruppen, sowohl bei der
mitochondrischen Eva als auch beim Adam des Y-Chromosoms (vgl.
Tabelle 8).
Die älteste faßbare Haplogruppe der mitochondrischen Eva, von der
die Äthiopiden der Haplogruppe L3 und später die Malayiden
der Haplogruppe M abzweigen, ist die heute leider
ausgestorbene Vorgängerhaplogruppe der australiden Haplogruppe N,
denn der Homo sapiens hat keinen Wurzeln, sondern geht
übergangslos, wie übrigens auch der Neandertaler, aus dem Homo
erectus hervor. Schon vorher haben sich die Bambutiden
abgespalten und noch früher die Khoisaniden. Dennoch ist das
subsaharanische Afrika stärker vermischt und daher deutlich älter
als Australien oder Neu-Guinea, d.h. die heutigen Negriden können
nach Afrika eigentlich nur eingewandert sein, ja man könnte sogar
behaupten, daß von der ursprünglich europiden Bevölkerung Afrikas
nicht einer die Zeiten überdauert hat. Der Schwarze Kontinent
verhält sich hinsichtlich seiner Allelfrequenzgradienten im übrigen
nicht anders als Europa, das ebenfalls von Asien aus besiedelt
worden ist. Zwischen Südostasien und Europa schiebt sich lediglich
noch Nordostafrika, mit hohen Anteilen der berberischen Haplogruppe
E3b, der mutterseitig die äthiopische Haplogruppe L3
entspricht. Sieht man von der Randgruppe der Roma einmal ab, so ist
Nordafrika jedenfalls älter als Westasien, die südlich der Sahara
gelegenen Teile und Nordostafrika hingegen sind bedeutend jünger.
Einiges spricht sogar dafür, daß der Norden Afrikas von Asien aus
besiedelt worden ist, denn Schwarzafrika weist zu hohe
Entropiedifferenzen auf und besitzt sogar eine noch niedrigere
Entropie als sämtliche europäischen Regionen. Es muß also rassisch
sehr jung sein, wohingegen Nordafrika zu den ältesten Lebensräumen
der Menschheit zählt, nur ganz knapp gefolgt von den Sarden des
Mittelmeerraums, aber mit Abstand älter als das nordöstliche Afrika.
Letzteres ist trotz seiner starken ethnischen Vermischung immer noch
reiner und damit jünger als Westeuropa. Die Wiege der Menschheit
steht aber vermutlich in der heutigen Sahara, die damals noch grün
war und die ältesten Spuren menschlicher Anwesenheit aufweist. Es
waren indes keine Negriden, die dort lebten, sondern frühe Europide.
Im Gegensatz zu Europa leben in Asien
(vgl. Tabelle 5)
die am wenigsten vermischten Völker im Norden, der sich an
genetischer Reinheit sogar mit Schwarzafrika vergleichen läßt. Von
dort aus erfolgte die Ausbreitung des Homo sapiens der
Entropiezunahme folgend einerseits in Richtung Ostasien und weiter
dann nach Südostasien, andererseits in Richtung Amerika, was man
ganz deutlich an der Verteilung der Haplogruppen O und N
sieht. Vermutlich kehrte der Mensch sogar über Nordamerika nach
Asien zurück, da die Entropie in ganz Amerika niedriger ist als
irgendwo sonst in Asien.
Im System des Adam des Y-Chromosoms ist
in Nordasien mit einer geringfügig höheren Entropie als in
Nordamerika die australide Haplogruppe C die häufigste. Die
zweithäufigste ist die Haplogruppe N, die
Schwesterhaplogruppe zu O. Sie ist die spätere Kältemutation
von O und charakterisiert die Tungiden bzw. deren Vorfahren,
die Paläosibirier. Der Schwerpunkt ihrer Ausbreitung liegt bei den
Jakuten, deren bedeutendste Vertreter, die Neneten und Samen, längs
der Tundra bis nach Nordeuropa vorgedrungen sind. Sowohl die
Haplogruppe O als auch die Haplogruppe N erfreuen sich
hellerer Hauttöne.
Im System der mitochondrischen Eva tritt
in Nordasien neben D noch die zeitgleich einzuordnende
palämongolide Haplogruppe C stärker in Erscheinung, die bei
den tungusisch sprechenden Ewenken entstanden ist. Sie wurde von
dort bis in die äußersten Winkel Südamerikas getragen. Eine weitere
mongolide Haplogruppe ist G, welche in arktischen Regionen
einen Evolutionsvorteil besessen haben muß und unter den Itelmenen
auf der Kamtschatka entstanden ist.

Tabelle 4:
Entropie der Blutgruppensysteme Afrikas
In größerem Abstand folgen Ost- und
Südostasien, die trotz ihrer ethnischen Vielfalt immer noch reiner
sind als das reinste Volk Europas. Genealogisch gesehen sind Ost-
und Südostasien sogar ersichtlich jünger als West- und Südasien, was
wiederum nur bedeuten kann, daß die mongolide Rasse nach der weißen
entstanden ist. In Ost- und Südostasien ist beim Adam des
Y-Chromosoms ebenfalls die Haplogruppe O vorherrschend. Deren
Zentrum liegt auf den Philippinen, was sich aus der Nähe zur
Haplogruppe K der Papua erklärt, aus der sie gemeinsam mit
N hervorgegangen ist. Sie dürfte zeitgleich zur Haplogruppe R
der mitochondrischen Eva entstanden sein, die auch aus dem
austronesischen Raum stammt. Die Chinesen zweigen demnach von den
Malayiden ab, sind ihrerseits aber älter. Daneben spielt im
ostasiatischen Raum noch die sinotibetische Haplogruppe D
eine bedeutsamere Rolle, die direkt vom Präsapiens abzweigt.
Evaseitig wird Südostasien von der dort ältesten Haplogruppe M
dominiert, aus der sich dann in China die sinide Haplogruppe D
herausgeschält hat.

Tabelle
5: Entropie der Blutgruppensysteme Asiens
Noch ungeordneter stellt sich Südasien
dar, wo die drawidische Haplogruppe L überwiegt, während
evaseitig die Haplogruppe M die erste Stelle einnimmt.
Westasien wiederum wird angeführt von der semitischen Haplogruppe
J, zu der evaseitig die ugrische Haplogruppe U gehört. In
Westasien verzeichnen wir auch die meisten Entropiemaxima in bezug
auf die Blutgruppensysteme. West- und Südasien, wo sich der Mensch
schon sehr früh aufgehalten hat, weisen auf diesem Kontinent, über
den ganze Bevölkerungsstürme hinwegbrausten, den gleichen Grad an
ethnischer Vermischung auf. Mit Ausnahme der Roma leben dort auch
die ältesten Bewohner Asiens, aber beide Regionen reichen
hinsichtlich ihrer Entropie nicht an Nordafrika heran.
Die Roma sind am weitesten herumgekommen
und haben sich stärker vermischt als ihre indischen Verwandten.
Bemerkenswerterweise sind ihre in Europa lebenden Vertreter im Rang
der Entropie gleich hinter den Basken aufgestellt und damit die
zweitälteste Ethnie der Welt. Für weit gewanderte und infiltrierte
Völker gelten jedoch andere Aspekte, so daß sie mit flächenweit
niedergelassenen Gruppen nicht direkt verglichen werden können.
Jung ist auch die Bevölkerung beider
Amerika. Die ältesten Einwohner des amerikanischen Doppelkontinents
finden wir in Nordamerika, wo zugleich die am europäischsten
aussehenden Indianiden leben. Der älteste nordamerikanische Indianer
ist aber immer noch jünger als jeder Schwarzafrikaner und gerade
einmal so alt wie ein Nordasiat, was auf eine enge
populationsgenetische Verwandtschaft schließen läßt. Die Ureinwohner
Nordamerikas weisen entropiemäßig auch die zahlreichsten
Häufigkeitsmaxima bei den Blutgruppensystemen auf, die kanadischen
Inuit die wenigsten. Am ehesten noch sind die nordamerikanischen
Indianer mit den Maoris verwandt, die in Ozeanien den Stammbaum
anführen und wahrscheinlich vom Pazifik aus Amerika besiedelten.
Mittelamerika schließlich bildet die Grenze zwischen Indianiden und
Eskimiden und ist gekennzeichnet durch starke mongolide Einschübe.
Die augenscheinlich jüngste Rasse
stellen ganz im Norden Kanadas, Alaskas und Grönlands die Inuit dar
(vgl. Tabelle 6),
wobei die grönländischen Inuit die älteren sind, also früher
eingewandert sein müssen. Das älteste eskimide Substrat findet sich
in Nord- gefolgt von Mittelamerika. Von den Inuit stammen
mütterlicherseits sämtliche Indianiden Nordamerikas ab. Bei ihnen
überwiegt trotz der Lidfalte, die übrigens auch bei den ältesten
Afrikanern, den Khoisaniden auftritt, eindeutig das europide
Element, ersichtlich an der extremen Schmal-Langköpfigkeit. Sie sind
im System der mitochondrischen Eva der na-denéischen Haplogruppe
A zuzuordnen, die unmittelbar aus N hervorgeht. Im System
des Adam des Y-Chromosoms finden wir bei den Eskimiden überwiegend
und bei den Indianiden nahezu ausschließlich die Haplogruppe Q,
welche wiederum von der heute kaum mehr auffindbaren Haplogruppe
P abzweigt, die direkt unter den Papua Neu-Guineas aufgehängt
ist. Q und R, welch letztere die Vorläufer-Haplogruppe
der Indogermanen ist, können sich demnach nur bei den Kirgisen,
Usbeken oder Uiguren voneinander getrennt haben. Die Aufspaltung in
Turanide und Indianide hat also tief im Herzen Asiens stattgefunden,
genauer gesagt im Turanbecken.
Nach heutiger Lesart erfolgte die
Erschließung Amerikas in mehreren Wellen. Zuerst wurde Nordamerika
von Angehörigen der Haplogruppe A besiedelt, gefolgt von zwei
späteren Einwandererwellen der mongoliden Haplogruppen C und
D. Es folgt Mittelamerika und zuletzt, vor allem an der
Westküste und wahrscheinlich von Polynesien aus, Südamerika bzw.
Kalifornien durch die Haplogruppe B. Im Bereich dieser
jüngsten Haplogruppe sind auffallenderweise die indianischen
Hochkulturen angesiedelt. Auch im gesamten Fernen Osten, in China
und Japan, ist die europide Haplogruppe B kulturell
federführend.

Tabelle 6:
Entropie der Blutgruppensysteme Amerikas
In Asien haben auch die Polynesier ihren
Ursprung. Tabelle 7
können wir sogleich unmittelbare Rückschlüsse auf die Erschließung
des Pazifiks entnehmen. Diese beginnt in Australien, setzt sich über
Neu-Guinea nach Mikronesien fort, führt von dort weiter nach
Melanesien, schließlich nach Polynesien und erreicht zuletzt
Neu-Seeland. Die meisten Blutgruppensysteme weisen ihr
Entropiemaximum unter den Maoris auf. Historisch gesehen wurde
Neu-Seeland auch am spätesten besiedelt, und zwar von Raritonga aus.
Somit sind die Maori völkisch die Erstbewohner Ozeaniens. Auf
letztere folgen altersmäßig die Polynesier und auf diese wiederum
die Melanesier. Mikronesien bildet schließlich die Brücke zu
Papua-Neuguinea. Mit deutlichem Abstand kommen als reinste und
jüngste Rasse des Planeten zuletzt die australischen Ureinwohner,
die sich kaum vermischt haben seit der Entstehung des Homo
sapiens und die zugleich die ältesten Gene besitzen. Bei ihnen
sind die Präsapiensallele noch am häufigsten vertreten. Sie sind
genetisch sogar noch älter als die Blutgruppe AB oder der
negative Rhesusfaktor.

Tabelle
7: Entropie der Blutgruppensysteme Ozeaniens
Nach den Australiden
sind im System der mitochondrischen Eva die Papua der Haplogruppe
P die nächstjüngere Ethnie. Ihre Abspaltung von den Weddiden hat
noch früher stattgefunden als bei den übrigen Polynesiern. Im System
des Adam des Y-Chromosoms zweigt von der Haplogruppe K der
Papua die Haplogruppe M der Melanesiden ab, die sich nur in
Papua-Neuguinea, Melanesien und Mikronesien findet, also
ausschließlich unter den europiden Vertretern Südostasiens.
Innerhalb der mitochondrischen Eva besitzen diese die Haplogruppe
Q, einen Seitenzweig der Malayiden. Mit den Polynesiern folgen
die restlichen Semieuropiden, die väterlicherseits der australiden
Haplogruppe C angehören, mütterlicherseits aber eine eigene
Haplogruppe B begründen, die außerhalb Polynesiens nur in
Ostasien und Amerika häufiger vorkommt. Neu-Seeland, das etwas
stärker vermischt ist als das übrige Polynesien, ist also innerhalb
Ozeaniens mit Abstand am ältesten.
In Tabelle 8
sind die Ergebnisse noch einmal zusammengefaßt. Zunächst erkennt
man, daß die ursprünglichsten Sprachen mit der niedrigsten Entropie
korrelieren, die Entropie mit der sprachlichen Komplexität zunimmt.
Das Englische ist damit in Europa die primitivste Sprache, das
Sanskrit in Indien die wahrscheinlich höchstentwickelte. Damit
lassen sich Wanderungsbewegungen auch anhand zunehmender
Sprachentropie verfolgen.
Dem Entropiegradienten folgend wanderte
also der Mensch von Australien nach Neu-Guinea, der zweitältesten
Region der Erde. Dem Australiden entsprangen in späterer Zeit die
Eskimiden. Aus ihnen ging der größte Teil der Indianiden Mittel-,
Süd- und Nordamerikas hervor. Ein anderer Zweig schlug den Weg über
Mikronesien, Melanesien und Polynesien ein und erreichte schließlich
Neu-Seeland.
Die Ausbreitung des Menschen vollzog
sich also zunächst in nördlicher Richtung. In Nordasien machte ein
Teil des Homo sapiens kehrt und wandte sich gen Ost- und
Südostasien, schließlich in einem weiten Bogen über Zentral- und
Westasien bis nach Europa, wo Homo sapiens und Neandertaler
aufeinandertrafen. Nicht alle jedoch waren von Papua-Neuguinea aus
nach Nordasien gewandert, ein Teil hatte sich über Tibet den Weg
nach Westen gebahnt und war bis ins südliche Afrika gelangt. Einige
Ethnien wie etwa die Pygmäen und Buschmänner hatten den weiten Weg
nach Australien wahrscheinlich gar nicht erst auf sich genommen,
sondern waren in Afrika zurückgeblieben, wieder andere, die in
Südostasien noch die Mongolenfalte erworben hatten wie die
Khoisaniden, waren nach Afrika zurückgekehrt und hatten sich erst
später abgespalten.
Von Südostasien gelangte ein Teil
papuaähnlich aussehender Menschen auch nach Nordostafrika. Dort
trennte sich die Gruppe. Während die einen nach West- und Osteuropa
weiterwanderten, kehrten andere, vermutlich über Westasien, nach
Indien zurück. Über die Inseln des Mittelmeerraums (Sardinien)
gelangten sie nach Nordafrika, wo der Mensch vor rund
dreihunderttausend Jahren seinen Ausgang genommen hatte. Die
Erstankömmlinge in Europa, die Sarden und Basken, kamen
wahrscheinlich aus dem Nahen Osten. Die Samen wiederum wanderten aus
ihrer nordasiatischen Heimat in Europa ein. Generell erfolgte die
Besiedlung Skandinaviens aber mehr von Osteuropa aus, die Wege
führten einerseits ins Baltikum, andererseits auf den Balkan. Die
Vorfahren der Fennoskandier wiederum stammen aus Indien, wo sie sich
vor gut 45.000 Jahren von den Sinotibetern trennten.
Die Spur der alteuropiden
Haupthaplogruppe N läßt sich demnach von Australien über
Südostasien durchs Turanbecken bis in den Kaukasus und weiter nach
Ägypten verfolgen. Südlich des Kaspischen Meeres und in Ostanatolien
treten dann die ersten indogermanischen Mutationen auf, die
Haplogruppen H und V, die in nicht geringen Anteilen
noch in West-, Mittel- und Nordeuropa zu finden sind, dort aber
nicht der ältesten Bevölkerung angehören. Unsere Route markiert also
die exakte Wanderbewegung des fossilen Homo sapiens, und sie
führt ausschließlich die Gebirgsketten des Himalajas und des
anschließenden Kaukasus entlang. Während die Haupthaplogruppe N
außer in Australien und China nahezu überall ausgestorben ist,
finden sich von der malayiden Haupthaplogruppe M in Indien
und Südostasien noch signifikante Reste, was darauf hindeutet, daß
sie genau dort am häufigsten vorkommt, wo innerhalb Asiens auch die
stärkste Durchmischung stattgefunden hat.

Tabelle 8:
Mischungsentropie von 29 Blutgruppen nach geographischen Regionen
verteilt mit Sprach- und Haplogruppenvergleich
Aufgrund der gegenwärtig starken
ethnischen Konvergenz werden solche Untersuchungen schon bald nicht
mehr möglich sein, da durch den Entropiegewinn die Entstehung neuer
durchsetzungsfähiger Haplogruppen künstlich unterbunden wird. Denn
damit Evolution überhaupt stattfinden kann, muß die Entropie nach
einem vorübergehenden Anstieg wieder abnehmen, sie erreicht aber
niemals mehr ihren alten Wert. Würde es nämlich die selbstauferlegte
Durchmischung nicht geben, so würden die genetischen Merkmale weiter
divergieren, und die drei Hauptrassen des Menschen, die Europiden,
Mongoliden und Negriden, hätten sich vielleicht schon in einigen
zehntausend Jahren als eigene Arten herausgebildet, die sich
untereinander nicht mehr kreuzen könnten. Eine dieser Arten, nämlich
die am besten angepaßte, hätte dann aber mit Sicherheit überlebt,
falls die anderen ausgestorben wären. Durch die mehr oder minder
künstlich erzwungene Heterogenisierung wird statt dessen nicht nur
der natürlichen Selektion entgegengewirkt, sondern auch die
Wahrscheinlichkeit, einen einmal erzielten Selektionsvorteil
weitervererben zu können, immer weiter reduziert. Es kann also unter
diesen Randbedingungen keine Höherentwicklung des Menschen mehr
stattfinden, wohingegen sich seine Rückentwicklung immer
gravierender auswirkt, insofern als jeglicher Verbesserung auch die
geringste Aussicht genommen wird, sich jemals durchsetzen zu können.
Das Ergebnis ist ein Anwachsen der ungenügend Angepaßten.
Die Heterogenität nimmt also auf Kosten
der Homogenität immer mehr zu, und damit lokal die natürliche
Ungleichheit. Ohne natürliche Gleichheit kann es aber keine
Evolution geben, denn über was sollte ein Merkmal noch triumphieren
können, über das es nicht ohnehin schon obsiegt hat. Ein Gen kann
sich nur selbst übertreffen.